THE WATERBOYS – Köln, Gloria (15.03.2012)

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Selten habe ich mich auf ein Konzert so gefreut, wie auf das der schottisch-irischen Kultband, die im Laufe ihrer 31-jĂ€hrigen Geschichte zunĂ€chst mit Rockalben unter EinflĂŒssen des New Wave ihre Karriere begann und 1985 mit „The whole of the moon“ ihren wohl grĂ¶ĂŸten Hit landen konnte. 1988 mit Veröffentlichung des Albums „Fisherman’s Blues“ wandte sich die Band dem Irish Folk zu und nach 1990 wechselte die Besetzung der Waterboys stĂ€ndig und Zerfallserscheinungen machten sich bemerkbar. Nach mehreren qualitativ sehr wechselhaften Alben erschien 2011 mit „An appointment with Mr. Yaets“ ein Konzeptalbum ĂŒber den großen schottischen Dichter William Butler Yaets, welches am heutigen Abend den Großteil des Konzerts ausmachte.

Punkt 20:00 Uhr begann die Show im wunderschönen Gloria-Theater – ohne Vorband und direkt mit Vollgas. Getreu der AnkĂŒndigung des charismatischen SĂ€n-gers Mike Scott erfolgte das Konzert unterteilt in zwei HĂ€lften. ZunĂ€chst wurden alte Songs zum Besten gegeben, die ersten drei von ihrem DebĂŒt-Album aus 1983, bei denen jeder der zumeist mittlerweile gesetzteren Fans nach Lust und Laune mitgehen konnte. Von Beginn an wurde klar, dass die Band trotz mehrfacher Umbesetzungen – einziges aktives GrĂŒndungsmitglied ist der SĂ€nger Mike Scott und mit Steve Wickham gibt es nur ein langjĂ€hriges Mitglied – nichts verlernt hat und weiterhin Lust hat, einfach gute Musik zu machen. Vor allem Mike Scott wusste das Publikum in der ausverkauften Halle bei Laune zu halten, wobei er auch schon einmal seine im Laufe seiner Schullaufbahn erworbenen Deutschkenntnisse zum Besten gab.

WĂ€hrend nun in der ersten HĂ€lfte jeder mit den einschlĂ€gigen Rhythmen mitgehen konnte, wurde es im zweiten Teil etwas ruhiger. Nach einer viertelstĂŒndigen Pause wurden nun ausschließlich Lieder der neusten Platte „An appointment with Mr. Yeats“ vorgetragen, wobei Mike Scott in den Texten Gedichte und Balladen des von ihm hoch verehrten irischen Schriftstellers William Butler Yeats vortrĂ€gt. Doch auch dieser Balanceakt wurde von Mike Scott und seinen Mitspielern bravourös ge-meistert. ZunĂ€chst reagierte das Publikum etwas abwartend auf diesen Wandel, was sich jedoch spĂ€testens mit dem Song „Mad as the wind and snow“ Ă€nderte, bei dem das Geigengenie Steve Wickham zeigte, was man alles mit diesem Instrument machen kann.

Nach den teilweise bewegend vom SĂ€nger vorgetragenen Songs kamen bei den Zugaben die Fans der „alten“ Waterboys nochmals voll auf ihre Kosten. WĂ€hrend beim spektakulĂ€ren „Don’t bang the drum“ noch die Band fĂŒr den Großteil der GerĂ€uschskulisse sorgte, ĂŒbernahmen bei „Fisherman’s Blues“ und „The whole of the moon“ die Fans lautstark einen Teil der Gesangsparts. Danach entließ ein sichtlich sehr zufriedener Mike Scott das Publikum, dessen Rufe nach weiteren Zu-gaben leider unerhört blieben und ein wahrhaft sehr gelungener Konzertabend neigte sich dem Ende zu.

Setlist:
01. Rags
02. All The Things She Gave Me
03. The Thrill Is Gone / And the Healing Has Begun
04. A Girl Called Johnny
05. The Girl in the Swing
06. How Long Will I Love You?
07. Glastonbury Song
08. The Flower Of Sweet Strabane (Traditional cover)
09. The Pan Within
10. Lonesome Old Wind
11. The Hosting of the Shee
12. News for the Delphic Oracle
13. Song of Wandering Aengus
14. White Birds
15. The Lake Isle of Innisfree
16. Mad As The Wind And Snow / The Second Coming (poem)
17. An Irish Airman Forsees His Death
18. September 1913
19. Politics
20. Don’t Bang The Drum (Z)
21. A Man is in Love (Z)
22. Fisherman’s Blues (Z)
23. The Whole Of The Moon (ZZ)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Bandfotos.

Autor: Frank Uhlen
Fotos: Michael Gamon

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