Placebo – Battle For The Sun

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Placebo – Battle for the Sun



Placebo gehören nicht zu den Gruppen, die den Markt jedes Jahr aufs Neue mit einem Album überschwemmen, sondern lassen sich stets genug Zeit um Kraft zu sammeln und ihren Stil weiter zu verfeinern. Und so erscheint dieser Tage mit "Battle For The Sun", dreizehn Jahre nach dem Debütalbum "Placebo", erst das sechste Album der Band, die derzeit aus den Gründungsmitgliedern Brian Molko und Stefan Olsdal und dem neu hinzugestoßenen Drummer Steve Forrest besteht. Forrest spielte zuvor bei der Punkband Evaline und soll für frisches Blut im Gefüge sorgen.

Bei den ersten Klängen hatte ich demzufolge auch zunächst den Eindruck, dass "Battle For The Sun" rockiger und nicht mehr so indielastig ausgefallen ist, wie man Placebo bisher kannte. Hier könnte sich dann auch tatsächlich der Einfluss des neuen Drummers als kleiner Wink für die Zukunft zeigen. Allerdings schwindet dieser Eindruck danach mehr und mehr und Placebo stellen erneut ihren Hang zu großen Melodien unter Beweis. Und über all jenem schwebt natürlich wie eh und je die markante Stimme Brian Molkos, ein einfach unverwechselbares Organ. Jeder neue Hördurchlauf lässt das Album stärker und stimmiger wirken und jegliche Zweifel verschwinden. Placebo sind wieder da und das so stark wie gewohnt.

Amüsant am zweiten Track "Ashtray Heart" ist übrigens, dass die Band sich vor 15 Jahren genau unter diesem Namen gründete, bevor man sich aber sehr bald in Placebo umbenannte. Der Song selbst weiß zu gefallen und überzeugt mit hymnenhaften Dynamikwechseln. Getragener geht es da schon beim Titeltrack zu, der sich erst langsam aufbaut. In der Folgezeit findet man sich immer schneller in das Album hinein. Dafür sorgen Popsongs wie am Laufband und die von Placebo gewohnten, vereinnehmenden Melodiebögen. "Speak In Tongues" bietet eine gelungene Einleitung für den wohl besten Song des neuen Albums "The Never-Ending Why", der sich gleich im Kopf festsetzt und für wohlige Gefühle sorgt. Hier werfen Placebo all ihre Stärken in die Wagschale. Und auch die restlichen Songs enttäuschen nicht, den Briten ist hier eine durchweg gute Scheibe gelungen, die den meisten alten Fans gefallen wird und zudem für einen weiteren Zuwachs der Gefolgsleute sorgen dürfte. Manchem fehlen vielleicht etwas die Ecken und Kanten der Frühwerke, doch ändert auch das nichts daran, dass Placebo noch immer ganz nach oben im Poprock-Himmel gehören.

Anzumerken sei  zudem noch, dass das Artwork der neuen CD sehr ansprechend ausgefallen ist, auch wenn das Cover selbst etwas schlicht ist. Dafür ist das Booklet im Buchstil sehr hochwertig geworden. Zum Umfang der Limited Edition gehört neben der 13 Songs enthaltenden Hauptscheibe noch eine DVD mit einer Making Of Documentary zum Entstehen des neuen Albums, auf der auch der neue Mann an den Fellen näher beleuchtet wird.



Tracklist CD:

01. Kitty Litter
02. Ashtray Heart
03. Battle For The Sun
04. For What It’s Worth
05. Devil In The Details
06. Bright Lights
07. Speak In Tongues
08. The Never – Ending Why
09. Julien
10. Happy You’re Gone
11. Breathe Underwater
12. Come Undone
13. Kings Of Medicine

Tracklist DVD:
01. Dokumentation über die Aufnahmen zum Album (DVD)

Bewertung : 7.5 / 10 Punkte

Autor : Michael Gamon

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