Neuwerk Festival 2008 – D├╝sseldorf, Stahlwerk (27.12.2008)

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Sitzen. Essen. Sitzen. Essen.

Ein Glück ist die Weihnachtszeit vorbei. Und das wurde gebührend schon einen Tag zuvor in Berlin gefeiert. Vielleicht wurde das Nachweihnachtliche Fest so exzessiv zelebriert, dass man sich verspätet auf den Weg gemacht und deswegen die Pforten zum Düsseldorfer Neuwerk-Festival reichlich spät geöffnet hat. Zwei Zeiten waren angegeben und aufgrund der äußerst kalten Temperaturen hätte man den Gästen zuliebe auch die Frühere wählen können. Wie dem auch sei. Es sollte ein schöner Abend werden, immerhin waren unter anderem ?Destroid? und ?Nitzer Ebb? bestätigt.

Gegen 19Uhr ging es dann bei ?Destroid? auch schon mit ?Soul Asylum? los. Der Sound war schon zu Beginn ziemlich mies, was sich auch leider erst bei den letzten beiden Stücken änderte. Dennoch war die Stimmung recht ausgelassen, was vielleicht auch durch den mitgebrachten kleinen Fanclub zu begründen ist. Die zur Verfügung stehende (knappe) Zeit ließ nicht wirklich eine große Setlist zu, aber dafür war es ein sehr knackiges und straffes ?Programm?. ?Bonewhite Light?, ?Broken And Abused?, ?Bird of Prey? und ?Into the deepest Dark? wurden dargeboten und am Schluss setzte Daniel die Band durch das sehr atmosphärische Stück ?Let me leave? in Szene. Ein gelungener Auftritt, der wie jedes Mal überzeugen konnte.

Setlist Destroid:
01. Soul Asylum
02. Bird Of Prey
03. Into The Deepest Dark
04. Broken And Abused
05. Bonewhite Light
06. Friend Or Foe
07. Let Me Leave (silent)

Aufgrund der kurzen Umbaupausen ging es nahtlos mit ?KLOQ? weiter. Sie begeisterten nicht nur mich ab der ersten Minute. ?KLOQ? ist irgendwo eine Mischung aus Darrin Huss?s (Psyche) Gesang und Andys und Douglas? Sound. Tanzbar, krachig, explosiv und charmant. Und obwohl der Nitzer Ebb ? Frontmann bereits zugegen gewesen sein durfte, betrat er nicht die Bühne um beim zweiten Stück ?We?re just physical? live mitzuwirken. Weniger schlimm, denn die Gäste tanzten auch ohne McCarthy wie in Trance. An diesem Abend gelang es Kloq die Masse in ihren Bann zu ziehen und man kann nur hoffen, dass es im neuen Jahr genauso erfolgreich für sie weitergehen wird.

Setlist Kloq:
01. Ibiza
02. We`re Just Physical
03. You Never Know
04. Connecting
05. Move Forward
06. I Never Said
07. Push It

Aus Dresden angereist: Kolja Trelle alias Soman: der Soundtechniker. Er baute sein Equipment selbst auf, was als Berufs-Soundtüftler wohl ganz selbstverständlich ist. Das eher monotone Programm wurde von 2 Tänzerinnen untermalt, welche erst ab dem zweiten Song die Bühne betraten ? diese aber nicht nur optisch aufwerteten. Das was Soman macht, scheint gut zu sein, denn der Saal tobte durchweg im vorderen aber auch im Raucherbereich. Ihm selbst machte es auch sichtlich viel Spaß, denn er hopste ununterbrochen auf der gleichen Stelle. Ohne weitere Überraschung war der Auftritt nach knapp einer halben Stunde vorüber.

Setlist Soman:
01. Pan Tau II (Live Edit)
02. Pusher (US Remix)
03. Twister (Infacted Live Edit)
04. Divine
05. Mask (Xtended Live Mix)
06. Absolution
07. Noise Anthem
08. SDAI (Remix
)

Rotersand hingegen überzeugten durch straffe, harte Sounds mit rabiaten Vocals. Das Stahlwerk schien jetzt aus allen Nähten zu platzen, zumindest konnte man in den vorderen Reihen nicht ungehindert tanzen oder stehen. Sänger Rasc heizte dem Publikum ordentlich ein und erntete dafür den verdienten Applaus und Respekt. Während des dritten Stücks verließ er für eine Begutachtung der Tanzaktivitäten sogar die Bühne um damit auch letztlich jeden zum Tanzen zu animieren. Der Versuch glückte, denn die Stimmung wurde prompt noch besser. Die Zeit verging wie im Flug, so dass anschließend nach vier weiteren Songs der wirklich gute Auftritt bereits vollbracht war.

Setlist Rotersand:
01. Almost Violent
02. I Cry
03. Dare To Live
04. Lost
05. Rushing
06. Exterminate Annihilate Destroy
07. Undone

Über ?Diary of Dreams? bedarf es nur noch weniger Worte. Seit 1989 besteht die Band und bis heute haben sie sich stets weiter entwickelt, ohne ihren Stil damit aber zu verfälschen. Immer noch ist ihre Musik unverkennbar melancholisch, wenngleich tanzbar, charakteristisch. Neun Alben und etliche Singles wurden veröffentlicht, welche beharrlich neue Seinesgleichen sucht. Und diese sind von nah und von fern angereist, um Adrian beim Neuwerk-Festival zu sehen. Mit an Bord war Torben Wendt von Diorama, der zunächst ein Keyboard bediente, Adrian gegen Ende bei ?The Curse?  aber zudem auch noch vollste gesangliche Unterstützung leistete. Ansonsten bleibt zu sagen, dass schon von Anfang an die bekanntesten Songs geboten wurden, welche natürlich großen Zuspruch bei den Fans fanden. Ein kraftvoller Auftritt mit einer grandiosen Songauswahl, welcher mit großer Wahrscheinlichkeit noch etwas in Erinnerung bleiben wird.

Setlist Diary Of Dreams:
01. MenschFeind
02. Chemicals
03. The Plague
04. Amok
05. Traumtänzer
06. Butterfly:Dance
07. Soulstripper
08. Panik?
09. The Curse
10. Kindrom

Nitzer Ebb stehen erst seit dem WGT 2006 wieder auf der Bühne und sie wurden natürlich damals schon wieder ?Herzlich Willkommen? geheißen. Auch beim M’era Luna im gleichen Jahr zollten ihre Fans ihnen schon jeglichen Tribut und Respekt und es schien als würde die einst tot geglaubte Legende so manchen Musik müden Geist zurück zu neuem Leben erwecken. Gleiches galt auch für das Blackfield Festival ’08, leider aber kommt der Gig beim diesjährigen Neuwerk Festival nicht ganz so gut weg. Die anfänglichen Technikprobleme bekam man mit einigen Minuten noch in den Griff und so konnte es nach etwas Wartezeit endlich los gehen. Und wie, denn man begann zur Überraschung vieler mit einem neuen Stück namens "Walk On", bei dem Frontman Douglas McCarthy sofort shoutete was das Zeug hielt. Es schien zu Beginn fast so, als betriebe man eine natürliche Auslese, denn die großen Smasher folgten erst deutlich später, als bereits viele "Nicht-Fans" verschwunden waren. Einige begründeten dies durch den schwachen Sound, aber um ehrlich zu sein, war dieser schon den ganzen Abend über suboptimal. Trotz aller Inbrunst und Energie konnte McCarthy nicht zu 100% die eigentlichen ?Nitzer Ebb?s? figurieren. Aber dem Spaß bei den Fans bereitete dies keinen Abbruch, denn diese feierten auch so und huldigten ihren Göttern.

Setlist Nitzer Ebb:
01. Walk On
02. Promises
03. Shame
04. Hearts & Minds
05. Lightning Man
06. Godhead
07. For Fun
08. Never Known
09. Once You Say
10. Blood Money
11. Let Your Body Learn
12. Payroll
13. Murderous
14. Control I’m Here
15. Join In The Chant
16. Getting Closer (Zugabe)

Weitere Fotos der Auftritt folgen in Kürze in den jeweiligen Bandgallerien unter "Concert-Pictures".

Bericht : Steffi Sieler
Fotos : Michael Gamon

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