DIARY OF DREAMS / IN STRICT CONFIDENCE – Festung Königstein Open Air 2026 (18.07.2026)

Diary Of Dreams @ Festung Königstein Open Air 2026 © Christine Heinrich
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Lesedauer: 7 Minuten

Zwischen Himmel und Erde

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Es ist ein wunderbarer Sommerabend mitten im Juli 2026. Die Nächte sind warm und kurz, die Tage lang und oft heiß. Heute ist es von allem ein bisschen und einfach perfekt! Die Sonne taucht die majestätische Festung Königstein in ein wunderbar warmes Abendlicht und ein Marmeladenglasabend mit Diary of Dreams und In Strict Confidence wartet!

Hoch über der Elbe erhebt sich das rund 240 Meter hohe, monumentale Plateau aus Sandstein mit der Festung Königstein wie ein Relikt einer anderen Zeit über die Sächsische Schweiz – wehrhaft, unerschütterlich, majestätisch, rau und von einer Ruhe und Schönheit durchzogen, die ehrfürchtig zurücklässt. Die Festung selbst, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, zählt zu den eindrucksvollsten historischen Wehranlagen Europas. Nie wurde sie im Kampf erobert. Besucher erleben dort nicht nur Geschichte, sondern auch einen der beeindruckendsten Ausblicke auf die scheinbar unendliche Weite des sächsischen Felsennationalparks.

Die Königstein Open Airs haben sich in den vergangenen Jahren als fester Bestandteil des sächsischen Kultursommers etabliert. Das Programm ist dabei bewusst offen gehalten und so kamen die Besucher in diesem Jahr bereits in den Genuss von Ben Zucker, The BossHoss und Hurts. Es ist gerade diese Verbindung aus monumentaler Architektur, schroffen Sandsteinfelsen und weiter Landschaft, die die Festung zu einer außergewöhnlichen Kulturstätte macht: Musik zwischen Himmel und Erde eben.

Mit In Strict Confidence ins Zauberschloss hoch über den Wolken

Im sinkenden Abendlicht betreten Dennis Ostermann, Dirk Riegner und HayDee Sparks um 19:00 Uhr die Bühne im Kasemattenhof. Im Gepäck hat In Strict Confidence heute eine kleine, aber feine Best-of-Setlist aus 30 Jahren Bandgeschichte und pendelt gekonnt zwischen melancholischer Schwere und tanzbaren Electro-Beats. Hier braucht es kein Warm-up: Direkt schmettert My Despair in Richtung Publikum und schon ist man mittendrin, gefangen und mitgerissen im wuchtigen ISC-Musikorbit. Ohne Pause geht es weiter zu Kiss Your Shadow und Seven Lives“ – extrem tanzbare Songs, bei denen man nicht stillstehen kann und die deutlich machen, weshalb ISC bis heute eine besondere Stellung innerhalb der Schwarzen Szene einnehmen. Ihre zeitlose Musik lebt nicht allein von eingängigen Melodien oder clubtauglichen Beats. Der Band gelingt seit jeher der Spagat zwischen hymnischer Eingängigkeit, emotionaler Tiefe und musikalischer Kraft. Und im Publikum steht kaum jemand mehr still und der Moment wird gefeiert.

Herrlich kraftvoll, elektronisch und melodisch-brachial geht es mit Morpheus und Everything Must Change weiter. ISC-Mastermind Dennis Ostermann präsentierte sich dabei gewohnt souverän – nie übertrieben theatralisch, sondern mit einer Bühnenpräsenz, die aus Leidenschaft und Authentizität entsteht. Und es ist gerade diese Mischung, die den Songs ihre Glaubwürdigkeit und Tiefe verleiht und die die Fans seit so vielen Jahren lieben.

Und schon ziehen die ersten Songfragmente der aktuellen Single durch die Felsformation. Mit dem Depeche Mode-Klassiker Blasphemous Rumours“ meldeten sich In Strict Confidence im Februar dieses Jahres mit dem Ausblick auf ein neues Album zurück. Live ist das Cover aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer! Der Song kracht! Mit der Handschrift von In Strict Confidence wird er düsterer, schwerer, melancholischer und zollt gleichzeitig Respekt gegenüber dem Original.

Im letzten Teil ihres Auftritts wechselte die Stimmung zunehmend ins Emotionale. „Somebody Else’s Dream“ und das unverzichtbare „Engelsstaub“ läuteten das Ende des Auftritts ein und irgendwie möchte man noch nicht loslassen. „Zauberschloss“ bildet den hymnischen und krönenden Abschluss, der noch einmal eindrucksvoll zeigt, wie zeitlos die In Strict Confidence-Kompositionen sind. Das war ein Konzert, das weniger auf spektakuläre Showeffekte setzte als auf diese so einnehmende, musikalisch hervorragende Substanz, die sich über all die Jahre so typisch durch das ISC-Werk zieht und worin genau die Faszination und die Stärke der Musik und der Band liegt.

Was für ein gelungener Auftakt des Konzertabends und das Publikum dankt es der Band mit lautem, nicht enden wollendem Applaus und „Zugabe“-Rufen. Man kann es sich nur wünschen, dass mit Veröffentlichung des neuen Albums auch wieder eine Tour stattfinden wird…

„Ich bau dir ein Zauberschlosswie im MärchenlandHoch über den Wolkenbleiben wir beide unerkannt“

Setlist IN STRICT CONFIDENCE – Festung Königstein Open Air 2026 (18.07.2026)
  1. My Despair
  2. Kiss Your Shadow
  3. Seven Lives
  4. Morpheus
  5. Everything Must Change
  6. Blasphemous Rumours
  7. Somebody Else’s Dream
  8. Engelsstaub
  9. Zauberschloss
Termine IN STRICT CONFIDENCE 2026/27

25.10.2026 European Dark Dance Treffen, MS Connexion Complex, Mannheim
07.11.2026 (AT) Schattenwelt Festival 2026, Szene Wien, Wien
20./ 21.11.2026 Plage Noir, Ferienpark Weissenhäuser Strand, Wangels
12.12.2026 40 years Suicide Commando + In Strict Confidence, Kulttempel, Oberhausen
19.12.2026 In Strict Confidence + Wolfgang Flür (Ex-Kraftwerk)
18.04.2027 (MLT) Dark Malta Festival, Malta

Karten für die kommenden Live-Events gibt es hier.

Fotos: IN STRICT CONFIDENCE

Weblinks IN STRICT CONFIDENCE

Homepage: ISC In Strict Confidence
Facebook: In Strict Confidence
Instagram: in.strict.confidence
YouTube: IN STRICT CONFIDENCE
Bandcamp: In Strict Confidence

Mit Diary of Dreams tanzend die Schatten vergessen

Während der Umbaupause sinkt die Sonne langsam hinter die Felsen der Sächsischen Schweiz. Das warme Licht verschwindet Stück für Stück aus dem Innenhof der Festung. Zurück bleiben Stein, Schatten und eine gespannte Erwartung, weil man weiß, dass Diary of Dreams niemals enttäuschen und eine fantastische Konstante in einer unruhigen Welt sind. Weil man weiß, was da auf einen zukommt und dass die Musik einen immer wieder in die Arme nimmt, tanzen und träumen lässt!

Um genau 20:10 Uhr ertönen die ersten Klänge von „Kein Allein“ aus den Lautsprechern und schon ist man mittendrin im DoD-Musikstrudel. Adrian Hates und seine Band begeistern von Sekunde Eins, nehmen das Publikum einfach gefangen und lassen es für fast zwei Stunden nicht mehr los. Die Nähe zwischen der Band und den Fans im Kasemattenhof und die absolut hervorragende Akustik tun dabei ihr Übriges.

„Wir sind die Massedie nicht denkt, aber fühltWir sind das Wortdas die Tiefe aufwühlt“

Mit „The Chemistry Of Pain“ und „Chemicals“ beweist die Band eindrucksvoll, wie selbstverständlich sich ihr aktuelles Material in das Gesamtwerk einfügt. Neue Songs stehen nicht im Schatten der Klassiker. Sie wirken wie die logischen Fortsetzungsseiten eines inzwischen mehr als drei Jahrzehnte alten Tagebuchs. Es ist genau das, was die unübertroffene Qualität von Diary of Dreams ausmacht. Klingt die Musik doch immer wieder neu und doch immer so vertraut, dass man sich sofort in die Melodien und Texte verlieben muss.

Mastermind Hates ist keiner jener Frontmänner, die permanent das Rampenlicht suchen, und dennoch steht er immer darin. Seine unverwechselbare Präsenz entsteht aus den kleinen Gesten, aus den Bewegungen, die den Songs noch mehr Leben einhauchen. Und seine Stimme besitzt noch immer jene unverwechselbare Mischung aus Zerbrechlichkeit und Nachdruck, die Gänsehautmomente erzeugt.

Mit „Lebenslang“, „Mankind“, „Giftraum“ und „Viva La Bestia“ entwickelt sich das Konzert zu einer Reise durch die unterschiedlichsten Facetten des Bandkosmos. Härte trifft auf Melodie, elektronische Texturen verschmelzen mit Gitarren, Wut trifft auf Sanftheit und Lautstärke fließt über in leise Töne. Und das Publikum folgt Adrian Hates tanzend überall hin. Textsicher werden die Songs mitgesungen und es wird fröhlich gegrölt als der DoD-Mastermind enthusiastisch zwischen den Songs ruft: „AUSVERKAUFT!“

So schön und verdient – in Zeiten, in denen ganze Festivals abgesagt werden müssen, weil die Nachfrage leider zu gering ist, und sich auch Diary of Dreams gerade bei Konzerten im Ausland vorerst auf das „Electronic Duet“ zurückbesinnen wollen, um Konzerte überhaupt zu ermöglichen. Dabei werden also Felix Wunderer und Adrian Hates zusammen die DoD-Fans in das Traumtagebuch entführen.

Mit „StummKult“ ist ein weiterer Song auf der Setlist gelandet, der erst seit den 2025er Konzerten wieder gespielt wird. Zwischen den jahrhundertealten Mauern wirkt der Song noch beeindruckender, noch brachialer.

Es folgen „But The Wind Was Stronger“, „Ikarus“, „King Of Nowhere“, „Tomorrow’s Past“ und „The Secret“ – eine Abfolge von Songs, die eindrucksvoll zeigt, weshalb Diary of Dreams bis heute zu den kreativsten Köpfen ihres Genres zählen. Die Band denkt ihre Musik in Stimmungen und in Gefühlen und ist dabei immer ein Garant für Ohrwürmer! Jeder Titel bildet ein weiteres Kapitel einer Erzählung, deren Themen Erinnerung, Identität, Selbstreflexion, Vergänglichkeit und Hoffnung sind und vom Verlieren und Finden, vom Verlassen und Zurückkehren, vom Lieben und Verzweifeln erzählen. Während „But The Wind Was Stronger“ und „Ikarus“ die starke Melancholie und Sanftheit in den Vordergrund stellen, sind es die tanzbaren Beats, die sich bei „King Of Nowhere“, „Tomorrow’s Past“ ihren Raum schaffen und das Publikum wie eine Klanglawine überrollen.

And so we danceto forget about the shadowsSo deep the pain insideSo pale the fading light“

Die Songs wirken bemerkenswert ehrlich, nicht kalkuliert. Die Lieder erlauben Wehmut und Traurigkeit, ohne sich ihr zu ergeben. Sie beschreiben Dunkelheit, ohne sich davor zu fürchten. Vielleicht liegt genau darin diese anhaltende Faszination am Phänomen Diary of Dreams. Vielleicht ist das der Grund, warum sich die Fans in den Liedern so sehr wiederfinden und sich ihnen hingeben und warum auch ich immer wieder den Konzerten entgegenfiebere.

Bevor die Band „Endless Nights“ anstimmt, wird Mr. Hates emotional und ruft den Fans zu: „Am liebsten morgen gleich wieder!“ Und natürlich bejubelt das Publikum diesen Vorschlag. Mit „Undividable“ erreicht das Set seinen vorläufigen Höhepunkt, bei dem man einfach nicht stillstehen kann. Das Lied entfaltet live eine enorme musikalische Wucht, die einen förmlich verschlingt. Lieber Adrian Hates, liebe Band! Falls ihr das hier lest: Diese Keyboardklangteppiche zum Ende des Refrains und letztendlich zum Schluss des Liedes sind einfach atemberaubend schön!

Mit dem zerreißenden und sanften „She And Her Darkness“ beschließt die Band den regulären Abend und gefühlt könnte Diary of Dreams den Abend einfach noch einmal von vorn beginnen. Er soll einfach noch nicht enden, dieser Musiktraum in der herabfallenden Dunkelheit.

Muss er aber glücklicherweise auch noch nicht! Nach jubelndem Applaus kehrt die Band mit den Krachern „Butterfly:Dance!“ und „Kindrom“ zurück. Und noch einmal kann das Publikum nicht stillstehen. „Hello? … are you listening to me?“ – textsicher ist das Publikum dabei und singt lautstark mit. Und doch schwebt da schon der Schwermut über der Festung Königstein, weil man weiß, dass sich der Abend dem Ende neigt und man irgendwie nicht loslassen möchte, weil er einfach so perfekt war und ist.

Die zweite und letzte Zugabe des Abends ist heute „Traumtänzer“ – nur Felix und Adrian. Eindrucksvoll, zart und doch so verdammt stark, dass es direkt unter die Haut geht. Vor diesem Song gibt es kein Entkommen. Er trifft mitten in die Seele und die zarten Nebelwehen im Gegenlicht der Bühnenscheinwerfer verleihen dem Moment eine faszinierende Fragilität. Und so beschließen die Fans gemeinsam mit Adrian gesangstechnisch den Abend:

„Wirst Du mich nie verstehen?
Wirst Du denn nie verstehen?
Hast Du noch nie gesehen
…wie meine Augen glitzern?“

Unter langanhaltendem und lautem Applaus stellt Adrian Hates noch einmal die Hauptakteure des Abends vor, die dieses Konzerthighlight mit ihrem Musikerherzblut perfektioniert haben: „Yannick, Felix, Dejan, Hilger und ich!“, bevor sich die Band dann endgültig für den Abend von ihrem Publikum verabschiedet. Auch wenn sich einige Fans bereits zum Ausgang bewegen, so bleiben ganz viele doch noch stehen, schauen den Abbauarbeiten auf der Bühne zu, sind in Gespräche vertieft und verharren noch im Moment.

Das war ein außergewöhnliches Konzert in einer eindrucksvollen Kulisse, das über den letzten Klang hinweg nachwirkt und einfach nicht loslässt. Vielleicht liegt genau darin die Besonderheit eines Konzerts von Diary of Dreams. Die Musik endet nicht mit dem letzten Ton. Sie begleitet ihre Hörer noch lange auf dem Heimweg, verändert sich im Echo der eigenen Gedanken und entfaltet ihre eigentliche Wirkung oft erst in der Stille danach und hier in der dunklen und erhabenen Weite der Sächsischen Schweiz vielleicht noch ein bisschen mehr…

„We’re undividable, so undividable“

 

Setlist DIARY OF DREAMS – Festung Königstein Open Air 2026 (18.07.2026)
  1. Kein Allein
  2. The Chemistry Of Pain
  3. Chemicals
  4. Lebenslang
  5. Mankind
  6. Giftraum
  7. Viva La Bestia
  8. StummKult
  9. But The Wind Was Stronger
  10. Ikarus
  11. King Of Nowhere
  12. Tomorrow’s Past
  13. The Secret
  14. Endless Nights
  15. Undividable
  16. She And Her Darkness
  17. Butterfly:Dance! (Z)
  18. Kindrom (Z)
  19. Traumtänzer (ZZ)
Termine DIARY OF DREAMS 2026

26.07.2026 AmphiFestival, Köln
06.09.2026 Nocturnal Culture Night 2026, Deutzen bei Leipzig
12.09.2026 (NL) Baroeg Open Air 2026, Rotterdam

19.11.2026 Schwerin, Club Zenit
20.11.2026 Braunschweig, KuFa Haus
21.11.2026 Bielefeld, Stereo Live Club
22.11.2026 Oberhausen, Kulttempel
25.11.2026 Karlsruhe, Die Stadtmitte
26.11.2026 Wiesbaden, Schlachthof
27.11.2026 Jena, F-Haus
28.11.2026 Bremen, Kulturzentrum Lagerhaus

Karten für die kommenden Live-Events der Band um Adrian Hates gibt es hier!

Fotos: DIARY OF DREAMS

Weblinks DIARY OF DREAMS

Homepage: Diary of Dreams
Facebook: Diary of Dreams
Instagram: Diary of Dreams
YouTube: diaryofdreamsvideo


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