HIGHFIELD FESTIVAL 2026 – Samstag (15.08.2026)

01099, © Joerg Seiche
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Lesedauer: 8 Minuten

Der zweite Tag begann für uns recht zeitig – direkt mit der ersten Band auf der Main Stage.

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Das waren in dem Fall die Skate-Punker von ZSK. Es war schon zu diesem Zeitpunkt brutal warm, aber die Party nahm trotz allem ihre Fahrt auf. „Schön, dass ihr schon am Start seid“, so Frontmann Joshi. Der Boden war kurz vor Öffnung der Festivaltore befeuchtet worden, doch das half nicht lang. Als die Göttinger mit „Wir kommen in deine Stadt“ loslegten, bildeten sich relativ schnell wieder Staubwölkchen über den Circle- und Moshpits. Der Sänger war gewillt, die Zuschauer komplett zu zerlegen und heizte mal so richtig ein. Ein Kracher jagte den nächsten – wie etwa „Herz für die Sache“ oder „Punkverrat“. Die Fans sangen laut mit, auch wenn dabei gesprungen wurde. Die Band hatte es insgesamt drei Mal zum Highfield geschafft und freute sich, beim „Last Dance“ dabei sein zu können.

Konfetti oder auch mal eine Dose Bier flogen in die Menge und dann erklang schon wieder der mehrstimmige Gesang der Jungs, die alles aus sich herausholten. Backliner Martin war gut drauf, denn er fing Joshis Gitarre jedes Mal, wenn er ihm diese quer über die Bühne zuwarf – coole Aktion. Joshi kam seinen Zuschauern ganz nah, denn er stellte sich auf das Gitter an der ersten Reihe und sang seine Fans direkt an. Und wie es sich für ein ZSK-Konzert gehört durften auch „Alle meine Freunde“ oder der Hit „Antifascista“ nicht fehlen. Beide wurden lauthals mitgebrüllt. Und dann am Ende zeigte die Formation ein großes „Danke Highfield“-Banner, das sie auf dem Gelände noch aufhängten und jede/r die/der wollte, konnte hierauf unterschreiben. Eine echt süße und schöne Idee!

Wegen der heißen Temperaturen machten wir zwischendrin immer mal Pause im Schatten, um auszuruhen und viel Wasser zu trinken. Anders war es auch gar nicht auszuhalten. Der nächste Programmpunkt für uns war dann Querbeat auf der Main Stage. Die Brasspop-Band aus Bonn war uns bisher unbekannt und wir waren ganz schnell beeindruckt und wurden zu kleinen Fans. Was die 11 Musiker da zeigten war einfach nur irre. Ein fetter Beat und dann die Bläser dazu – das ergab einen so geilen Sound, dass Stillstehen hier keine Option war. Songs wie „Ich schlaf nicht“, „Nie mehr Fasteloveend“ oder „California Dreaming“, ein Stück über einen Typen, der Träume hatte und dann doch alles zusammenbrach, heizten uns allen ein. Die Bläser waren wild drauf und standen oft am Bühnenrand, um ihr Können noch genauer zu zeigen. Zwischen ihnen schossen hier immer wieder Nebelfontänen oder Pyroeffekte gen Himmel. Es war soviel los auf der Bühne, dass wir gar nicht alles erfassen konnten. Davor waren überall tanzende Menschen zu sehen, die Spaß an diesem Mix aus Beats und Blasmusik hatten.

Und weil die Herren auch „Ingenieure“ sind, hatten sie sich etwas einfallen lassen. Mit der Posaune sorgte Sebastian im Publikum für Abkühlung, indem er Wasser damit verspritzen konnte – witzig! Weil es ja viel zu selten Tuba-Solos gibt, bekam Lenny an diesem Tag seine Solo-Minuten und wurde dafür laut bejubelt. Es war ein wahrer Trubel und wir tanzten noch eine Weile mit, bevor wir zurück in den Schatten mussten.

Die Main Stage hatte dann außerdem an diesem Tag Platz für Zartmann. Der Indie-Rapper aus Berlin hatte eine Band mit am Start, die von einer Art riesigem Ring eingerahmt wurde. Im Hintergrund hing ein roter Vorhang, der dem Ganzen einen edlen Touch verlieh. Die Fans freuten sich sehr und brüllten von den ersten Tönen an mit. Zartmann selbst war gut gelaunt und rannte immer wieder hin und her. Drummer Aaron sang mit und gemeinsam präsentierten sie unter anderem „Wir habens überlebt“ oder „Wie du manchmal fehlst“. Die Musiker rockten was das Zeug hielt und sorgten so für den intensiven Sound, den der Sänger für seine Stücke brauchte.

Aber auch ruhigere Stücke kamen an diesem Tag zu ihren Ehren. Mit seinem Hüftschwung brachte der sympathische Frontmann vor allem seine weiblichen Fans zum Kreischen. Die Arme waren immer wieder oben und bildeten ein wogendes Meer. „Ich freu mich, dass ich nicht allein bin.“ Damit meinte er zum einen die riesige Meute vor der Stage und zum anderen seine Bandkollegen, die alle vorgestellt wurden. Als dann auch noch sein Kollege Zachi von 01099 mit auf der Bühne auftauchte, um mit ihm zusammen „Schönhauser“ zu singen, war hier der Höhepunkt erreicht. Zartmann bedankte sich bei ihm mit einer fetten Umarmung und dann groovten seine Band und er wieder allein weiter mit Songs wie „Niemand“ oder „Fuß baumeln“. Die Fans waren zufrieden und er auch – so muss das sein.

Auf der Club Stage waren dann Raum27 an der Reihe, um für Stimmung und gute Laune zu sorgen und diesen Auftrag nahmen sie sich echt zu Herzen. Die Indie-Pop-Formation aus Bremen legte direkt mit „Warum tun die 20er so weh“ los. Die Musiker standen alle auf Podesten und Frontmann Tristan lief vor ihnen am Rand hin und her. Die Zuschauer ließen sich von der guten Laune sofort anstecken und tanzten was das Zeug hielt. Sie waren das erste Mal beim Highfield dabei und wollten zeigen, dass sie es drauf haben. Der mehrstimmige Gesang bei „Frida“ klang toll und wurde viel beklatscht.

Die Band stellte dann noch fix die drei Grundregeln fürs gemeinsame Feiern klar – keine Übergriffigkeiten untereinander, die Shirts bleiben an, auch wenn es warm ist und „passt auf euch auf“. Dafür gab es ebenfalls fetten Applaus. Dann wurde aber schnell weitergespielt, denn alle Songs aus dem Set wollten zelebriert werden – wie etwa „Bitte bitte“ oder die neue Single „Chéri(e)“, die eine Woche nach dem Festival auf den Markt kommen sollte. Es war voll vor der Stage und gemeinsam wurde „Mit dir ans Meer“ gesungen – ein Stück was ja irgendwie passte. Wir waren hier ja auch an einem großen Wasser. Mit „Ich hab Angst“ oder dem Klassiker „Oft gesagt“, wo jede Silbe mitgebrüllt wurde, ging es weiter im Set und wirklich alle hatten ihren Spaß daran. Die Band hatte es echt drauf – Auftrag also gut erfüllt!

Die irisch-amerikanischen Folk-Punker von den Dropkick Murphys standen als nächstes auf dem Plan der Main Stage. Nach einem Intro ging es mit „The boys are back“ in die Vollen und die Fans sprangen im Takt auf und ab. Und selbstverständlich wurde laut mitgesungen, was Frontmann Al sehr freute. Und es wurde immer wilder, so dass zahlreiche Zuschauer sich auf Händen tragen ließen – das klassische Stage Diving ohne den Sprung von der Bühne runter. Drummer Matt verausgabte sich hier richtig und gab den Beat an für wilde Folksongs wie „The State of Massachusetts“, „Who’ll stand with us?“, ein Song gegen Billionäre, wie ihren eignen Präsidenten, die die Welt regieren wollen, oder auch „Johnny, I hardly knew ya“.

Mit Instrumenten wie Akkordeon, Tin Whistle, Steelguitar oder Uilleann Pipe sorgte die Band für den besonderen Sound, der sich klar von allem anderen an diesem Tag abhob. Die Party war trotz allem einem Hexenkessel gleich wild und tanzen war hier angesagt. Strandbälle flogen über den Köpfen der Menge auf und ab – das passte ja dann wieder zum nahen See. Die Band ist nun schon seit 30 Jahren gemeinsam unterwegs und freute sich jedes Mal, wenn die Zuschauer so mitgingen, wie auch an diesem Tag. Der Sänger war im Graben vor der ersten Reihe und sang zusammen mit seinen Anhängern Tracks wie „Rose Tattoo“ oder „Worker’s Song“. Es hätte echt nicht besser sein können – diese Formation ist immer wieder ein Garant für ausgelassene Heiterkeit und Tanzbewegungen. Danke dafür!

Hiernach brauchten wir etwas Energienachschub und suchten uns aus dem reichhaltigen Angebot der Gastro-Stände etwas aus. Danach war es schließlich Zeit für 01099 aus Dresden. Das Trio hatte eine Art riesigen Block auf die Main Stage gestellt, vor oder auf dem die Jungs dann alles gaben. Auf diesem Block wurden Bilder eingeblendet – mal eine Landschaft, dann Blumen und dann wieder etwas ganz anderes – es sah immer anders aus und bot so Abwechslung. Gustav, Zachi und Paul waren gut drauf und wechselten sich beim Singen und Rappen immer wieder ab. Die Menge war absolut glücklich, dass diese Band endlich zu sehen war und so wurden die Texte laut mitgebrüllt. „Was ist das für ein Empfang.“ Feuerfontänen machten das Ganze dann noch heißer – als ob es an diesem Tag nicht schon heiß genug war.

Paul hatte außerdem sein Saxophon mit am Start und zeigte, dass er nicht nur stimmlich einiges drauf hatte. Tracks wie „Frisch“, „Küssen“ oder auch „Himmel Pink“ waren Teil des Auftritts. Die drei standen kaum eine Sekunde mal ruhig da, sondern tanzten, liefen hin und her oder sprangen im Takt der Musik auf und ab, was ihnen das Auditorium gleich tat. Dann waren sie auf einmal weg und tauchten auf besagtem Block oben wieder auf, um dort weiter einzuheizen. Der Gig war „praktisch bei uns zu Hause“ – Dresden ist ja nicht weit weg. Beim Karaoke-Teil war an diesem Tag „Merci Cherie“ an der Reihe – das Publikum hatte dafür abgestimmt. Licht und Performance bildeten eine tolle Einheit und die Anhänger der Dresdner waren wirklich sehr glücklich über dieses Gesamtpaket.

Auf der Club Stage gab es im Anschluss wieder ganz andere Sounds auf die Ohren, denn Das Lumpenpack stand auf dem Plan. „Schluss mit Reden“ erklang und in der Menge kam sofort Bewegung auf. „Alle drehen durch“ – das stimmte. Der Moshpit vor der Stage wirbelte wieder mal Staub auf, es wurde mitgesungen und der Rest klatschte im Rhythmus mit. Der mehrstimmige Gesang, der aus den Boxen drang, war toll, wie etwa bei „Sabine R.“ – dafür, dass sie ihn „umgebracht“ hatte, sah Sänger Jonas noch recht lebendig aus. „Ich küsse eure Herzen“ – so beeindruckt war die Band von der guten Atmosphäre hier. Weiter ging es dann mit „Clubs dieser Stadt“, wo alle zusammen abrockten. Sie selbst bezeichneten ihren Stil als „Indie Rock Punk“, was ganz gut passte. Und das Ganze war dann noch gepaart mit viel Humor und musikalischem Können.

Regeln für den Pit wurden auch hier noch einmal klargestellt – nicht grapschen, Shirts nicht ausziehen und aufeinander Rücksicht nehmen. „Kann es sein, dass du dumm bist?“ war nicht etwa eine Anmache durch die Band, sondern eines der Lieder, was die Zuschauer gern mitgrölten. Und selbstverständlich wurde auch der Hit „Hauch mich mal an“ gemeinsam zelebriert – das war mehr als witzig und ein großer Spaß. Die Party war in vollem Gang, als sich die Herren darüber beschwerten, dass die nachfolgenden Kraftklub mit ihrem Schild genau anzeigten, wie lang die Band noch hatte. Sie nahmen es aber sportlich und gaben bis zum letzten Ton richtig Gas.

Und dann war es auch endlich Zeit für den Headliner des zweiten Tages – Kraftklub. Der Countdown war runter gelaufen und dann brandete Jubel auf. Die in weiß gekleideten Herren aus Karl-Marx-Stadt kamen nach vorn und dann konnte es richtig wild werden. Konfetti schoss bei „Marlboro Mann“ in die Menge – das sah schon echt cool aus. Zu „Ich will nicht nach Berlin“ sprangen Frontmann Kummer und die Fans um die Wette und die Musiker taten es ihnen zum Teil gleich. Mehrere Moshpits hatten sich schon gebildet und darin war es wild – die Regeln, die auch Felix dann nochmal klarstellte, wurden eingehalten. Zu „Fahr mit mir (4×4)“ war tanzen und lauthals mitsingen angesagt. Das machte so unfassbar Laune. Der Sänger griff dann zu einer CO2-Kanone, die Rauch in die Menge abschoss. Gitarrist Steffen zeigte, dass er nicht nur an den Saiten einiges kann, sondern auch am Keyboard eine gute Figur machte. Die Band hatte so Bock und so kam Felix einfach mal von der Stage runter und feierte zu „Halts Maul und spiel“ mit den Fans ab.

Die „Staubhölle vom Highfield“ zeigte hier, dass der Name nicht von ungefähr kam. Die Melodie von „Kippenautomat“ wurde vom Publikum gebrüllt, was die Musiker mit einem Grinsen goutierten. Ein Hit jagte hier den nächsten – so gehört es sich auch bei einer Festivalshow – das ist das, was die Zuschauer hören wollen und lieben. So konnte wirklich jede/r mitgrölen. Als dann noch eine große Diskokugel das Bühnenbild ergänzte, war schon längst der Höhepunkt erreicht. „Seid nicht traurig, dass das Highfield Tschüss sagt, sondern feiert ein letztes Mal.“ Später kam die ganze Band auf ein Podest in der Zuschauermenge und spielte dort noch einige Tracks – geile Aktion. Luftschlangen, weitere Klassiker wie „Schief in jedem Chor“ oder „Songs für Liam“ und tolle Ansagen vom Frontmann. Das war für uns der heimliche Headliner des ganzen Festivals. Wir haben mächtig viel getanzt und mit allen zusammen gefeiert. Ganz großes Kino!

Mit einem fetten Grinsen im Gesicht und absolut kaputt war es dann Zeit, uns auf den Heimweg zu machen. Dabei liefen wir – wie alle anderen auch – durch eine riesige Staubwolke, so dass sich die Dusche vorm Zubettgehen dann auch so richtig gelohnt hat.

Hier geht’s zum Bericht vom Freitag:

HIGHFIELD FESTIVAL 2026 – Freitag (14.08.2026)

Hier geht’s zum Bericht vom Sonntag:

HIGHFIELD FESTIVAL 2026 – Sonntag (16.08.2026)

Weblinks HIGHFIELD:

Homepage: https://highfield.de/
Facebook: https://www.facebook.com/highfieldfestival/
Instagram: https://www.instagram.com/highfieldstvl/


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