Knorkator – Leipzig, Haus Auensee (14.03.2026)

Knorkator © Christine Heinrich
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Lesedauer: 5 Minuten

Laut, wild, unberechenbar, herrlich verrückt, brachial, grotesk, absurd, irrsinnig, humorvoll, kultig, virtuos, einzigartig: Knorkator! Über Leipzig hängen an diesem Abend dunkle Wolken fest, und es ist ungemütlich – von Frühlingsgefühlen keine Spur! Aber der Triumphzug der Berliner Knorkatoren lässt sich nicht aufhalten! Die Schlange am Einlass zum Haus Auensee wird von Minute zu Minute länger! Kein Wunder! Wenn eine Band seit Jahrzehnten für musikalische Brachialität, bissigen Humor und maximalen Bühnenexzess steht, dann ist es zweifellos Knorkator. Beim Konzert im Haus Auensee bewiesen die Berliner Kultprovokateure einmal mehr, warum sie seit 30 Jahren zu den außergewöhnlichsten Live-Acts der deutschen Rocklandschaft gehören. Zwischen brachialen Gitarrenriffs, absurden Theatermomenten und überraschend emotionalen Passagen entwickelte sich ein Abend, der gleichermaßen chaotisch, humorvoll und musikalisch beeindruckend war.

🔊 Lass Dir den Beitrag vorlesen (KI-Stimme):

Strukturen zerfallen, Strukturen entstehen,
Strukturen mutieren und refusionieren
Zu neuen Strukturen, komplexen Fraktalen,
Unendlichen Schleifen und wilden Spiralen
Farben sind Klänge, Formen sind Worte,
Ich werde gerufen und geh‘ durch die Pforte“

Im Nordwesten der Messestadt und im Herzen des Leipziger Auwaldes gelegen, ist das atmosphärische und außergewöhnliche Haus Auensee eine über die Leipziger Stadtgrenzen hinaus beliebte Konzert- und Veranstaltungslocation. Das ehemalige Tanzlokal mit seinen umlaufenden Galerieemporen weiß dabei nicht nur mit einer hervorragenden Akustik zu begeistern, sondern bietet durch seine Architektur eben auch eine beinahe intime Nähe zwischen Künstlern und Publikum. Und an diesem Abend ist es die Ausnahmeband Knorkator, deren Fans die Band um Stumpen und Alf Ator herrlich nahbar zu spüren bekommen!

Die Wartezeit bis zum Beginn des Konzertes wird den Fans mit einer Show verkürzt, die ein Beamer auf eine kleine Leinwand projiziert: Die Fernsehsendung „Der siebte Sinn“ aus den 60er- und 70er-Jahren findet dabei ebenso Platz wie eine asiatische Version von Modern Talkings „Brother Louie“, und irgendwie muss jeder im Saal schon jetzt schmunzeln.

Es ist kurz vor 21:00 Uhr, und die Lichter verdunkeln sich im Saal. Nebel steigt empor, und Buzz Dee, Alf Ator, Rajko Gohlke, Philipp Schwab, Nethi und Tim Tom betreten zum ironisch-feierlichen Intro „Jede Zelle meines Körpers ist glücklich“ in der Dunkelheit die Bühne. Die Einlaufmusik ist genauso ironisch, fröhlich und perfekt passend für diese Band, deren Humor seit Jahrzehnten genauso scharf ist wie ihre Riffs. Das Publikum ist bereits jetzt komplett aus dem Häuschen. Das schafft nur Knorkator! Dann endlich gehen die Scheinwerfer an, und Stumpen betritt – vollkommen in Nebel gehüllt – im weiß gepunkteten, weinroten Sakko die Bühne, und die Menge grölt noch mehr!

Und dann legt sie auch schon los: „Deutschlands meiste Band der Welt“ haut ihrem Publikum mit „Das Unheil“ und „Buchstabe“ die ersten Rockbretter aus ihrem letzten Album „Weltherrschaft für Alle“ um die Ohren und der wilde Ritt durch drei Jahrzehnte Bandgeschichte bricht los. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass dieses Konzert bereits in vollem Gange ist, obwohl es gerade erst angefangen hat. Wie schafft diese Band das nur? Bereits während der ersten Songs springt Frontmann Stumpen fast schon erwartungsgemäß von der Bühne direkt auf die Crowd-Barriers Richtung Publikum und agiert bereits jetzt wie gewohnt irgendwo zwischen Kabarettist, Opernsänger, Turnweltmeister und anarchischem und genialem Entertainer – fantastisch!

Es gibt keinen Raum, es gibt keine Zeit
Kеine Zukunft, keine Vеrgangenheit
Es gibt weder mich, noch dich, noch sie, noch ihn“

Spätestens bei „Es kotzt mich an“ und dem rhythmisch verspielt-aggressiven „ISMUS“, mit dem Flipchart zum korrekten Mitsingen, ist nun klar: Das wird ein Abend, der in Erinnerung bleiben wird. Zwischen musikalischer Virtuosität, herrlich frechem Humor, Konfettiregen und frischen, auf der Bühne gebratenen Eiern wird hier ein wunderbar schräger Blick auf die Welt zelebriert. Mit von der Partie ist das proppenvolle Haus Auensee, das jede Sekunde dieser Show genießt! „Halb voll“ und „Hardcore“ treiben die Energie weiter nach oben, und der Saal verwandelt sich endgültig in eine springende Menge – Moshpit und Wall of Death wechseln sich dabei mitten im Publikum ab!

Knorkator wären nicht Knorkator ohne ihre bissige Gesellschaftssatire „Ich verachte Jugendliche“, wobei hier der Knorkator-Nachwuchs, Agnetha aka Nethi und Tim Tom, die Hauptrollen übernehmen! Ja, das Entertainmentgen liegt definitiv im Blut!

Zwischendurch erheitern herrlich skurrile und kuriose Momente auf der Bühne die Fans und Knorkator selbst. Sei es eine Glitzerkonfettibombe auf den Gitarrenfels in der tosenden Brandung: Buzz Dee aka Basti aka Sebastian Baur oder ein aufräumender Meister Stumpen, der mit einem Laubbläser all das Konfetti von der Bühne ins Publikum wedelt und auch vor der Security nicht Halt macht. Das muss man erlebt haben! Da muss man dabei sein!

Mit „Böse“, „Extrawurst“ und „Ich bin ein ganz besond’rer Mann“ folgt ein Block, der die satirische Seite der Band perfekt hervorhebt – musikalisch wuchtig, textlich absurd und live mit einem Augenzwinkern inszeniert. Spätestens bei „Alter Mann“ verwandelt sich das Haus Auensee dann endgültig in einen Hexenkessel, um anschließend gemeinsam unter Alf Ators Stimmgewalt mit „Eigentum“, „DMT“ und „Unkraut“ in surreal-komische Gefilde abzutauchen. Der Wechsel zwischen wuchtiger Härte und verspielter Ironie funktioniert dabei bemerkenswert mühelos.

Die Antwort auf alles, ich hab‘ sie gefunden
Doch ich kann sie nicht halten, denn ich selbst bin verschwunden
Wo sind meine Augen? Wo sind meine Hände?
Erleb‘ ich den Anfang? Erleb‘ ich das Ende?
Erleb‘ ich den Weltraum? Unendliche Weiten?
Was bedeutet Erleben? Was bedeutet Bedeuten?“

Mit „Steh auf“, „Liebeslied“, „Weg nach unten“ und „Warum“ zeigt die Band einmal mehr, dass sie auch Balladen und Gefühl kann und dass hinter der satirischen und wummernden Fassade wirklich tiefe und ergreifende Poesie steckt. Nethis faszinierend zarte und doch so kräftig schöne Stimme gibt den Songs einen wunderbaren neuen Farbanstrich, von dem man gar nicht wusste, dass man ihn braucht, ohne die knorkatesken Eigenheiten zu verlieren.

Leipzig kommt zudem heute Abend in den Genuss, „Schmutzfink“ live dargeboten zu bekommen. Ein Lied, das laut Stumpen „immer live gespielt werden sollte […] irgendwie aber dann doch nicht […] aber in Leipzig soll es nun sein.“ Und wie der Song zusammen mit „Konflikt“ und Fanliebling „Du nich“ noch einmal durchstartet! Die Hände im Publikum gehen gar nicht mehr runter: Sie klatschen tosenden Beifall und zeigen Pommesgabeln, während sich nach wie vor im Zentrum der Menge der Moshpit dreht.

Zusammen mit dem Publikum und Buzz Dee stimmt Stumpen dann noch das Chanson „Aux Champs-Élysées“ an, und irgendwie möchte man nicht, dass der Abend endet. Muss er ja aber glücklicherweise auch noch nicht. Eine richtige Zugabe wird es nicht geben. Das Entertainment-Programm wird ohne Pause durchgezogen. Mit ganz viel Hingabe und noch mehr lieben Worten stellt Frontmann Stumpen jeden einzelnen Musiker auf der Bühne und die Menschen dahinter vor, nur damit danach das doch recht einsilbige „A“ und „Wir werden alle sterben“ den Leipziger Massen entgegenhämmern und der Abend damit in eine gefühlte Zugabe umschwenkt.

Bevor der herrlich freche und absurde Klassiker „Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett“ den Abend beschließt, unternimmt die Band noch eine Art „gute pädagogische Früherziehung“ in Sachen Stagediving, und zwei Kinder werden auf die Bühne gebeten. Für eines bildet Stumpen nun eine Brücke zum Publikum, das das Kind in Empfang nimmt, auf Händen trägt und auf „Drei“ in die Höhe wirft. Sicher landet es nach diesem Abenteuer wieder im Frontbereich der Bühne und bei seinen Eltern. Das gibt es wirklich nur bei „Deutschlands meiste Band der Welt“.

Knorkator haben heute Abend im Haus Auensee wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, warum sie seit drei Jahrzehnten eine der eigenwilligsten Bands Deutschlands sind. Entertainment auf frechstem und höchstem Niveau!

Nach ganzen zwei Stunden und zwanzig Minuten ist dieses Konzerthighlight vorbei. „Ich bin glücklich“, hört man Stumpen sagen, bevor die Band sich von ihrem Publikum unter lauten „Zugabe“-Rufen verabschiedet. Da ist es nun: das Ende eines musikalischen Knallbonbons aus Metalhymnen, Chansoncover und Balladen, das in dieser Form nur Knorkator zünden kann. Ein Abend, der jede Zelle der vielen Fans hier im Haus Auensee so unsagbar glücklich gemacht hat. Auf die nächsten 30 Jahre!

„Ich bin wieder da, doch mein Kopf ist leer
Kein Gedanke ist geblieben
Alles vollgekotzt, doch eines spür‘ ich noch
Diesen großen tiefen Frieden“

Termine Knorkator 2026:

20.03.2026 Berlin, Columbiahalle | AUSVERKAUFT
21.03.2026 Berlin, Columbiahalle | AUSVERKAUFT
04.07.2026 Ballenstedt, Rockharz 2026

Karten für die letzten beiden Live-Events von „Deutschlands meiste Band der Welt“ im Rahmen ihrer „Aller guten Dinge sind 30!“-Tour gibt es mit Glück nur noch im Fan-Sale hier!

Setlist KNORKATOR – Leipzig, Haus Auensee (14.03.2026)
  1. Intro – Jede Zelle meines Körpers ist glücklich
  2. Das Unheil
  3. Buchstabe
  4. Es kotzt mich an
  5. ISMUS
  6. Halb voll
  7. Hardcore
  8. Ich verachte Jugendliche
  9. Böse
  10. Extrawurst
  11. Ich bin ein ganz besond’rer Mann
  12. Alter Mann
  13. Eigentum
  14. DMT
  15. Unkraut
  16. Steh auf
  17. Liebeslied 2025
  18. Für meine Fans
  19. Weg nach unten
  20. Schmutzfink
  21. Konflikt
  22. Du nich
  23. Warum
  24. Aux Champs-Elysées (Joe Dassin-Cover mit dem Publikum)
  25. A
  26. Wir werden alle sterben
  27. Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett
  28. Outro: I Dream Of Jeannie – Theme Song
Weblinks Knorkator:

Homepage: Knorkator
Facebook: Knorkator
Instagram: knorkator
YouTube: Knorkator
bandcamp: Knorkator
NETHI Instagram: nethi.music
Guča Meets Wacken Instagram: gucameetswacken

KNORKATOR veröffentlichen „Weltherrschaft für alle!“ – Neues Album, neues Video, große Tour

https://monkeypress.de/2025/06/news/musiknews/knorkator-mit-neuer-single-steh-auf-ein-wuchtiger-vorgeschmack-auf-das-kommende-album-weltherrschaft-fuer-alle/


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