AVATAR, WITCH CLUB SATAN, ALIEN WEAPONRY – Köln, E-Werk (06.03.2026)

AVATAR, ©Marcus Nathofer
Translate this post
Lesedauer: 5 Minuten

Es ist der 06.03.2026 und wir befinden uns in Köln im E-Werk. Bei mildem Frühlingswetter spielen hier und heute die schwedischen Metal-Rocker Avatar. Als Support sind Witch Club Satan und Alien Weaponry mit von der Partie. Das Event ist schon seit langem ausverkauft, was im E-Werk bedeutet, dass ca. 2.000 Personen an dem Abend da sind.

🔊 Lass Dir den Beitrag vorlesen (KI-Stimme):

Um 19 Uhr gehen die Lichter aus, die Wartemusik verstummt und drei Damen im freizügigen Hexenstyle mit gruseligem Make-up betreten die Bühne. Jede von ihnen mit einem Räucherwerk in der Hand schleichen sie umher, durch den Graben, auf der Bühne und wedeln dabei mit dem qualmenden Etwas den Leuten vor den Nasen rum. Schnell wird klar, dass die Band den Namen Witch Club Satan nicht nur so gewählt hat. Die drei leben ihn auch, und zwar mit vollem Körpereinsatz bis hin zur Musik. Düster mit schrillem Geschrei geht es dann an die Instrumente und ab geht der virtuelle Ritt durch den Hexenwald, mit düster, gruseligem Black-Metal. Die Norwegerinnen verstehen es, mit Show und Musik die volle Breite der Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Nach vier Songs geht es dann zum Kostümwechsel kurz hinter die Bühne und danach mit neuen Perücken und fast nackt wieder zurück, um noch provokanter zu wirken. Mit ihrem Style und der Show lenken sie leider so von ihrer Musik ab, dass viele am Ende des halbstündigen Sets sich fragen, was sie da gerade gehört haben. Hier siegt eindeutig Optik vor Klang. Oder anders beschrieben: Willkommen Hexen, im musikalischen Zuhause der okkulten, feministischen Black-Metal-Band Witch Club Satan. Derzeit gibt es die Musik der Damen / Hexen leider nur in digitaler Form bei bandcamp oder auf diversen Streaming-Diensten.

Setlist: WITCH CLUB SATAN – E-Werk, Köln (06.03.2026)

01. Witchcraft Techno (Intro)
02. Fresh Blood, Fresh Pussy
03. Salvation
04. Mother Sea
05. I Was Made By Fire
06. Black Metal is Krig
07. Solace Sisters

Weblinks WITCH CLUB SATAN

Homepage: Witch Club Satan
Facebook: WCS Facebook
Instagram: Witch Club Satan Instagram

Nachdem die Vorbereitungen für den nächsten Act des Abends abgeschlossen sind, wird es interessant. Die nächste Band ist für unsere Gefilden recht exotisch, denn sie kommen aus Neuseeland und sind echte Ureinwohner. Alien Weaponry ist eine Groove Metal Band aus Waipū. Alle drei Bandmitglieder stammen von den Māori ab. Die Texte werden sowohl in Englisch, als auch in der Sprache der Māori verfasst. Und genau das macht die drei aus. Schon der Zutritt auf die Bühne kommt wie ein maorisches Begrüßungsritual rüber. All ihre Lieder auf der Setlist heute sind Stücke die ausschließlich in ihrer Heimatsprache gesungen sind. Das, gepaart mit guten Gitarrenriffs, Drum Parts und der Bass-Line kommt sehr gut beim Publikum an. Keine Ahnung wovon da gerade gesungen wird, es klingt einfach nur nach genialer Musik; nach sehr gutem Metal aus einer anderen Welt. Ihre Lieder sind so lang, dass es gerade einmal 5 Songs in das 35 minütige Set geschafft haben. Die Setlist basiert auf dem aktuellen Tonträger „Te Ra“ und ihrem Debüt Album „Tu“. Kraftvoll und sehr überzeugend gewinnen die drei mit dem Auftritt eine noch größere Fangemeinde über den Pazifik hinaus.

Setlist: ALIEN WEAPONRY – E-Werk, Köln (06.03.2026)

01. Rū Ana Te Whenua
02. Te Riri o Tāwhirimātea
03. Mau Moko
04. Taniwha
05. Kai Tangata

Weblinks ALIEN WEAPONRY

Homepage: Alien Weaponry
Facebook: AW Facebook
Instagram: ALIEN WEAPONRY Instagram

Nach Abschluss der Vorarbeiten für den großen Auftritt der Band Avatar, wirkt die Bühne des E-Werks wie eine Manege: mit großzügig in Szene gesetztem Aufbau von Lichteinheiten, roten Vorhängen und einer klaren Timeline aus Licht- und Soundbomben, wirkt die Arena fast opernhaft. Bereits beim Beginn zieht das Publikum die Luft ein, als das Schlagzeug in der Mitte geteilt auseinander gezogen und Sänger Johannes Eckerström mit der Band auf einem übergroßen Rollbrett auf die Bühne geschoben wird. Johannes ist in einem Umhang mit Kapuze gehüllt und hält eine Laterne in der Hand. Der Einstieg mit dem ersten Stück vom aktuellen Album „Don’t Go in the Forest“ wirkt düster und melancholisch. Captain Goat halt es durchs E-Werk. Als dann der Umhang fällt, zeigt die Band, warum ein Konzert von ihnen etwas Besonderes ist: Mit einer markanten Mimik und einer expressiven Gestik ziehen die Musiker sofort alle Blicke auf sich. Die Ansagen gehen, im besten Wortsinn „durch die Halle“: Eckerström spricht sehr gut Deutsch und bedankt sich immer wieder herzlich bei den Fans, die zahlreich ins Haus gekommen sind.

Die Setlist ist hervorragend abgestimmt und lässt kaum Wünsche offen. Die Band mischt alte Gassenhauer mit neuen Stücken. Nach dem energetischen Auftakt klingen Captain Goat und Silence in the Age of Apes wie eine Odyssee durch die AVATAR-Welt. Die Band zeigt dabei eine beeindruckende Tightness: Jonás „Kungen“ Jarlsby an der Gitarre, Tim Öhrström am Bass, Henrik Sandelin am Schlagzeug und John Alfredsson ergänzen das Spektakel mit präzisen Riffs, groovigen Basslinien und einem treibenden Drum-Backbone.

Besonders eindrucksvoll ist die multimediale Inszenierung: Die Bühne als Teil einer großen Manege; die Show durchgehend von einer starken Dramaturgie geprägt, die sich in Mimik, Gestik und Timing spiegelt. Die Musiker liefern ein feines Zusammenspiel ab, während Eckerström die Regie der Stimmung übernimmt. Die Lichtshow ist superb, wechselt von bedrohlich dunkel zu explodierendem Farbrausch – ein passendes Pendant zur Intensität der Songs.

Beim Lied Howling at the Waves kommt ein Klavier auf die Bühne, und Johannes setzt sich daran, um Somewhere over the Rainbow anzuspielen. Dieser Moment wirkt fast wie ein lyrischer Kontrast zu dem sonst so rohen, energetischen Sound. Ein weiterer Höhepunkt folgt bei Legend of the King: Ein Thron wird mittig auf der Bühne platziert, und Gitarrist Jonas „Kungen“ Jarlsby setzt sich darauf – Krone inklusive – um seine Gitarre zu spielen. Die Szene wirkt nicht kitschig, als Johannes vor dem Thron niederkniet, sondern genau richtig für AVATAR: pompös, spielerisch und mit einem Augenzwinkern.

Weitere Schlüsselmomente rufen die markanten Tracks wie The Eagle Has Landed, In the Airwaves, Bloody Angel oder Death and Glitz hervor. Besonders präsent sind die doomigen Treibprocessed-Schichten von Blod, die stampfenden Riffs von The Dirt I’m Buried In und die dramatischen Höhepunkte von Colossus. Bei Tonight We Must Be Warriors erklingt die Melodie einer Fife (in Kriegen eingesetzte Querflöte) bevor das Stück Fahrt aufnimmt. Don’t Go in the Forest, Smells Like a Freakshow und Hail the Apocalypse runden das Set ab und bringen das Publikum in heftigste Begeisterung.

Zwischenprominente Details festigen das Bild: Johannes trinkt während des Sets aus einem Benzinkanister – ein provokantes, aber typisches AVATAR-Statement, das die unkonventionelle Bühnenästhetik abrundet. Insgesamt zeigt sich das E-Werk als perfekter Ort für diese Inszenierung: laut, groß, theatralisch und absolut Konzert-gerecht.

Fazit: AVATAR liefern am 6. März 2026 im E-Werk Köln eine mitreißende Mischung aus energiegeladenen Metal-Textures, schillernder Showkunst und liebevoll inszenierten Momenten. Johannes Eckerström führt souverän durch das Programm, die Band zieht musikalisch und optisch alle Register, und das Publikum geht begeistert mit. Ein außergewöhnliches Live-Erlebnis, das seinen Platz in der AVATAR-Geschichte sicher hat.

Setlist: AVATAR – E-Werk, Köln (06.03.2026)

01. Captain Goat
02. Silence in the Age of Apes
03. The Eagle Has Landed
04. In the Airwaves
05. Bloody Angel
06. Death and Glitz
07. Blod
08. The Dirt I’m Buried In
09. Colossus
10. Torn Apart (Klavier)?
11. Howling at the Waves (Klavier)?
12. Legend of the King (Gitarrist als König auf Thron)
13. Tonight We Must Be Warriors
14. Don’t Go in the Forest (Z)
15. Smells Like a Freakshow (Z)
16. Hail the Apocalypse (Z)

Weblinks AVATAR

Homepage: Avatar (Metal Band) – Official Website
Facebook: AVATAR Facebook
Instagram: AVATAR Instagram


Autor


Entdecke mehr von Monkeypress.de

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Translate »