DIE 80ER LIVE – Gelsenkirchen, Veltins Arena (23.03.2024)

DIE 80ER LIVE – Gelsenkirchen, Veltins Arena (23.03.2024)
(c) 2024 Monkeypress Frank Stienen
Geschätzte Lesezeit: 5 Minute(n)

Das mega 80er Event begann mit einem atemberaubenden Spektakel aus Feuer und Konfetti in der Veltins Arena, die mit einer enthusiastischen Menge von fast 45.000 Personen gefüllt war. Als “Größte 80er Liveparty der Welt” versprach das Happening ein Familienspaß für Musikfans jenseits der 50 und darunter zu sein. Einige Zuschauer kamen in neonfarbenen Outfits und Stulpen, oder mit “Vokuhilaoliba”-Verkleidung, um ihr Lieblingsjahrzehnt zu zelebrieren. Der Moderator des Abends war wie im Vorjahr Peter Illmann, der gekonnt durch den Tag führte.

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Als erster Act des Events betrat Cutting Crew, die britisch-kanadische Band die Bühne und Sänger Nick van Eede begrüßte das Publikum, bevor sie mit Hits wie I Waited So Long for You oder Mokingbird die Menge zu begeistern. Besonders schön hier das spannende Intro und der Mittelteil ihres größten Hits (I Just) Died In Your Eyes, der vom Berlin Show Orchestra kongenial umgesetzt wurde.

Tony Hadley, der ehemalige Frontmann von „Spandau Ballet“ ist wirklich ein großartiger Performer und seine Live-Darbietung war sehr überzeugend. Tony präsentierte mit Wiskyglas in der Hand u.a. Lifelines (mit Zitat aus dem James Bond Klassiker Live And Let Die), Through The Barricades (Sein Lieblingssong), True (bei dem das Publikum lauthals den „Aaahaahaahaahaa“-Part mitsang) und natürlich Gold, also die größten Hits der britischen Band.

Unter der charismatischen Leitung von Martin Fry erstrahlte ABC in voller Pracht auf der Bühne und sein Gesang war nichts weniger als mitreißend, denn bevor Martin überhaupt einen Ton angeschlagen hatte, war klar, dass sein Auftritt zu einem unvergesslichen Erlebnis werden würde. Mit einer fesselnden Performance brachte er Klassiker wie When Smokey Sings, Poison Arrow und The Look Of Love zum Leben. Fry kam sehr dynamisch herüber, lächelte viel und sprach mit dem Publikum “Ihr seid zu Jung, um die 80er erlebt zu haben“. Als Abschluss gab es Konfettikanone und Pyro zu bestaunen und das machte die Show zu einer runden Sache.

Sandra betrat die Bühne mit einer Aura voller Erwartung und Vorfreude, doch trotz der Ankündigung eines Live-Gesangs entpuppte sich ihre Performance erneut als Playback. Dennoch überraschten die Neuinterpretationen ihrer Songs positiv. Es war jedoch bedauerlich, dass sie die Einzige war, die nicht live sang, was die Authentizität des Auftritts leicht schmälerte. Mit ihren unvergesslichen Hits wie Maria Magdalena, Secret Land und Everlasting Love entführte sie das Publikum in eine Welt voller Melodie und Rhythmus. Besonders herausragend war ihre Darbietung von Johnny, das mit Leidenschaft und Energie zum Leben erweckt wurde und die Herzen der Zuschauer berührte.

Es war eine unerwartete Überraschung, als Nik Kershaw die Bühne betrat, um für Boy George einzuspringen und er brachte sein gewohntes Repertoire mit. Zuerst schien es, als ob die Klänge seiner Gitarre nicht deutlich genug herauskamen, aber diese anfängliche Unstimmigkeit wurde schnell behoben und machte Platz für eine klangvolle Darbietung. Mit einer beeindruckenden Auswahl seiner Hits, darunter Wide Boy, The Riddle, Wouldn’t It Be Good und I Won’t Let The Sun Go Down On Me (mit extralangen Gitarrenintro), fesselte Nik Kershaw das Publikum mit seiner unverkennbaren Stimme und seinem virtuosen Gitarrenspiel. Wie immer lieferte er eine erstklassige Show, die das Publikum mitreißen und begeistern konnte.

Gazebo betrat die Bühne ohne Begleitung einer Band oder des Berlin Show Orchestra, aber trotzdem schaffte er es, eine mitreißende Atmosphäre zu kreieren. Mit seinem charismatischen Auftreten und seinen Hits, die er gekonnt mit Halbplayback darbot, brachte er das Publikum zum Tanzen und Mitsingen. Sein Repertoire war eine Freude für die Ohren, als er Hits wie Masterpiece, Lunatic, Dolce Vita und I Like Chopin zum Besten gab. Besonders hörenswert war sein Cover von Tarzan Boy, das in der Halle auf begeisterte Zustimmung stieß und die Energie auf ein höheres Niveau hob. Trotz des Fehlens einer Live-Begleitung gelang es Gazebo, die Menge zu begeistern und einen unterhaltsamen Auftritt hinzulegen.

Hohe Erwartungen lagen auf den 80er Megastar Paul Young, dennoch wurde man leider etwas enttäuscht. Leider kam seine Stimme nicht mehr so klar und schön zur Geltung wie in früheren Jahren und es schien, als ob selbst eine lautere Darbietung nicht viel daran ändern konnte. Dennoch gelang es der Band, die Performance halbwegs zu retten, indem sie eine solide Grundlage boten. Mit Hits wie Sensa Una Donna, Love of the Common People und Come Back and Stay begeisterte Paul dennoch.

Samantha Fox, das Pin-up der 80er Jahre, eroberte die Bühne und trotz kleiner Pannen (bei Nothings Gonna Stop Me Now stolperte sie fast) war es unbestreitbar der beste Show-Auftritt, den die Engländerin bisher hingelegt hatte. Sie strahlte eine unverkennbare Sympathie aus, die das Publikum mühelos in ihren Bann zog. Ihre Live-Versionen ihrer Hits überzeugten, und es war klar, dass sie ihr Herz und ihre Seele in jeden Song legte. „Do you still wanna touch me after 38 years?“ fragte sie die Fans und der tosende Applaus (der meist männlichen Zuschauer) stimmten ihr zu. Sam hatte bewiesen, dass sie immer noch das Zeug zu einer erstklassigen Entertainerin hat.

Der Abend neigte sich langsam dem Ende zu, doch die Energie der Musikfans schien unerschöpflich zu sein. Die Vorfreude war förmlich greifbar, denn eine ganz besondere Band stand in den Startlöchern: Alphaville. Die Band legte sofort in einem atemberaubenden Tempo los und Marian Gold sang mit einer Leidenschaft, die das Publikum in ihren Bann zog, besonders bei Big In Japan, einer modernisierten Neuinterpretation ihres Megahits. Alphaville brannte förmlich ein Feuerwerk ab, und mit Sounds Like a Melody bewiesen sie erneut ihr Talent für geniale Songkompositionen. Marian Gold und die Bassistin Alexandra Merl zogen das Publikum immer wieder mit ihren energiegeladenen Performances auf den Steg, wobei Marian mit den Worten “Gimme that bass now!” die Stimmung weiter anheizte. Es war ein wahrer Genuss, dem Geschehen auf der Bühne zuzuschauen, während die Band ihre Klassiker zum Besten gab. Schließlich war es an der Zeit für Forever Young, die Hymne der 80er Jahre. Die gesamte Halle wurde von einem Meer aus Funken und Gänsehaut überflutet, als jeder einzelne Mund mitsang und die Atmosphäre zum Kochen brachte. Obwohl die Rufe nach Zugaben laut waren, musste die Band schließlich Platz machen für den angekündigten Special Guest der 80er Show.

Bevor dies aber passierte, kamen der Veranstalter Markus Krampe, Moderator Peter Illmann und Rekordrichterin Ricarda Pastuszek auf die Bühne, um den angestrebten Weltrekord zu bestätigen, denn mit knapp 45.000 Zuschauern war das Megavent in der Tat die größte 80er Jahre Party des Erdballs. Herzlichen Glückwunsch!

Hauptact Holly Johnson präsentierte erneut den absolut besten Auftritt des Abends. Seine Stimme war einfach makellos, und seine Ausstrahlung so sympathisch, dass er den Abend mit einem großartigen Abschluss krönte. Es war schlichtweg fantastisch, als sein charakteristisches “Ma-ha-hay-ya” plötzlich aus dem Mikrofon erklang und die Menge in Ekstase versetzte. „Why is it so arschkalt here auf Schalke“ fragte Mr. Johnson die Menge, die bibbernd vor der Bühne standen oder auf der Tribüne saßen. Holly entfachte die Bühne mit einer Auswahl seiner größten Hits, darunter Relax, Two Tribes, Americanos und natürlich The Power Of Love, das er zum krönenden Abschluss präsentierte. Die Energie, die Holly Johnson auf die Bühne brachte, war ansteckend und seine Performance hinterließ einen unvergesslichen Eindruck bei jedem, der sie erlebte. Es war ein wahrhaftiger Höhepunkt des Abends, der das Publikum in Begeisterung versetzte und den Konzertsaal in einem Feuerwerk aus Musik und Emotionen erstrahlen ließ.

Fazit: Trotz teilweise mittelmäßiger Ton- und Videoqualität war die Show insgesamt sehr abwechslungsreich und bot großartige Entertainer. Das nächste Event in der Veltins Arena in Gelsenkirchen am 22.03.2025 verspricht mit Künstlern wie Taylor Dayne, Peter Schilling, Human League, Billy Ocean, Boy George, Level 42, UB40, Johnny Logan, C.C. Catch und Dieter Bohlen erneut ein Highlight zu werden.

Weblinks die 80er live auf Schalke – die größte 80er Party der Welt:

Homepage: 80er-live.de
Facebook: www.facebook.com/die80erlive

 

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