SIMON GOFF & KATIE MELUA – Aerial Objects

SIMON GOFF & KATIE MELUA - Aerial Objects
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

9 Gesamtnote

Gesamtnote

9

Ein Violinist und Komponist, der als Tontechniker einen Grammy erhielt und eine Sängerin, die mit Fug und Recht als Star angesehen werden kann, tun sich zusammen und erstellen ein Album. Wo fängt man da an, wo hört man auf? Eigentlich hört man schon am Anfang auf. Man hört auf damit, auf den bekannten Pfaden zu wandeln und nutzt die mit den Jahren erworbene „Narrenfreiheit“, denn Aerial Objects ist sicherlich nicht das Album, das den schnellen Erfolg sucht. Dafür ist es zu komplex und sperrig. Das Duo ist eher landschaftsarchitektonisch unterwegs, indem es Landschaften musikalisch erkundet. Sechs verschiedene Landschaften sind es, die mit Soundscapes und Klangwelten nah am Ambient – und manchmal auch mittendrin – erforscht werden.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Dass das Album dann mit Tbilisi Airport beginnt, kann beinah schon als ein kleiner Querverweis gesehen werden, denn der Gedanke an die Music for Airports von Brian Eno drängt sich förmlich auf. Ob nun bewusst oder unbewusst mag da sicherlich eine Inspiration vorhanden sein, während die Interpretation des Raummotivs indes gänzlich von Goff und Melua geprägt ist. Mit flirrender Hintergrundelektronik aus analogen Synthesizern ist die Basis für eingängig-flächiges Violinenspiel gegeben, während Katie Melua die Schönheit ihrer Stimme spielen lässt und damit den explorierenden Charakter untermauert. Schon in Tbilisi Airport liegt dabei eine Spannung in der Luft, die einen gespannt sein lässt, wo die Reise hingeht.

Wo sie auf jeden Fall hingeht: Über die Grenzen der sonstigen Arbeiten, eben weg von den erwähnten bekannten Pfaden. Und mit unterschiedlicher Dynamik. In It Happened bspw. zieht das Tempo an, das Violinenspiel gerät ins Stakkato und Katie Melua gibt sich der Lautmalerei hin, während Textures Of Memories erneut stark in den Ambient geht und dabei durch das Violinenspiel auch der klassischen Musik eine Aufwartung macht. Immer wieder vermag das Duo es, auf der einen Seite die Spannung hochzuhalten, auf der anderen Seite aber auch Arrangements anzubieten, in denen man sich fallen lassen möchte. Klar, anfangs ist es die Spannung, was folgen mag, aber auch nach mehreren Durchgängen stellt sich keine Abnutzung ein, weil es eben nicht nur spannend ist, sondern auch schön.

Auch, wenn es nun alles andere als ein Katie Melua-Album ist, so ist sicherlich durch den prominenten Namen auf dem Album eine größere Reichweite gegeben, was wünschen lässt, dass dieses Album eine breitere Aufmerksamkeit erhält. Denn das, was Simon Goff und Katie Melua hier selbst tun, indem sie bekannte Pfade verlassen, ist gleichermaßen auch eine Einladung an den Hörer, einmal andere Klanglandschaften als die gewohnten zu erkunden. Zum Beispiel diese hier!

Aerial Objects ist bereits digital und auf CD erschienen, auf LP wird das Album am 02. September erscheinen.

Tracklist SIMON GOFF & KATIE MELUA – Aerial Objects:

01. Tbilisi Airport
02. It Happened
03. Hotel Stamba
04. Textures Of Memories
05. Aerial Objects
06. Millions Of Things

Weblinks SIMON GOFF:

Homepage: www.simongoff.com
Facebook: www.facebook.com/simongoffmusic

Weblinks KATIE MELUA:

Homepage: www.katiemelua.com
Facebook: www.facebook.com/katiemeluamusic
Twitter: www.twitter.com/katiemelua

Written By
More from Marius Meyer

GREGOR MCEWAN: die neue Single “Fwd: Spring”

Verrückte Zeiten sind es, in denen wir gerade leben. Das ist Fakt,...
Read More