PROJECT PITCHFORK – München, Backstage (23.06.2022)

Fotos: PROJECT PITCHFORK
PROJECT PITCHFORK, © Marius Meyer
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Die Freude dieser Tage ist ungebrochen groß, dass endlich wieder „normale Konzerte“ erlebt werden können. Allerdings: Trotz des normalen Rahmens in dem Sinne, dass man einfach hingeht, Ticket kontrollieren lässt und ohne Abstandsgebote u.ä. den Abend genießt, ist es relativ ungewohnt, dass im Hochsommer eine ganze Menge Club-Konzerte stattfinden. So beispielsweise mit Project Pitchfork, deren Tour aktuell läuft und durch die Clubs der Republik zieht. Ein vermeintlicher Vorteil der Clubshows im Sommer ist, dass keine Notwendigkeit der Nutzung der Garderobe besteht, man also hier schon einmal nicht ansteht. Und so ein dunkler Raum heizt sich nicht so durch die Sonneneinstrahlung auf… Hört sich gut an, aber irgendwie hat die Sache doch sicher einen Haken?!

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Gedanken, die man sich um 20 Uhr zum Beginn von Chemical Sweet Kid zunächst einmal nicht machte. Das französische Trio betrat pünktlich die Bühne und zog bereits viele neugierige Zuschauer vor die Bühne, als sie mit Lost Paradise ihr Set eröffneten. Elektronische Klänge kombiniert mit Industrial-lastigen Gitarrensounds, dazu Gesang zwischen aggressiv und melodisch begegneten dem Hörer genauso wie eine Band, die es sichtlich genoss, hier live spielen zu können. Gerade Sänger Julien Kidam suchte dabei aktiv den Kontakt zum Publikum, das angetan schien von dem, was es von der Bühne aus hörte. Stücke wie Pass Auf und Dance With The Shadows sorgten bereits für Bewegung in den Reihen und brachte die Zuschauer gut in Stimmung für den Headliner. Auch, wer die Band bisher nicht kannte, sollte zum Schluss mit We’re Not Gonna Take It noch ein Stück hören, das er kannte. Dieses gelungene Cover rundete einen guten Opener des Abends ab!

Setlist CHEMICAL SWEET KID – München, Backstage (23.06.2022):

01. Lost Paradise
02. Playing With Knives
03. Pass Auf
04. A New Day
05. Under The Spell
06. Never Again
07. Dance With The Shadows
08. Forgiven
09. Lights Out
10. We’re Not Gonna Take It (Twisted Sister Cover)

Man merkte bereits: Nein, die Sonneneinstrahlung heizt den Raum vielleicht nicht so auf, aber die Hitze kommt bei einigen hundert Zuschauern auch so in den Raum. Obgleich Chemical Sweet Kid ein gutes Aufwärmprogramm waren, auch im Wortsinne hatte es sich bereits gut aufgewärmt, als Project Pitchfork mit einer Reise zurück ins Jahr 1992 in Form von Lam-‘bras ihr Set eröffneten. Wer in den Lockdown-Zeiten das Fitness-Studio gekündigt hat: Schweißtreibend war es auch im Backstage – man musste sich nicht unbedingt dazu bewegen, konnte es aber beim folgenden, druckvoll-tanzbaren Elektro auch nicht wirklich lassen, denn Klassiker der Marke Alpha Omega und Conjure konnten genauso begeistern wie jüngere Nummern im Stile von And The Sun Was Blue.

Das lag natürlich zum einen am unverkennbaren Project Pitchfork-Stil, zum anderen aber natürlich auch an der gut eingespielten Band samt zweier starker Schlagzeuger in Form von Leo und Achim Färber, deren Drumming auch Sänger Peter Spilles so begeisterte, dass es ihm in Mine die Sprache verschlug. „Ihr seid aber auch gut“, entfuhr es ihm sinngemäß, bevor das Stück noch einmal gestartet wurde. All das bei ausgelassener Stimmung, in der auch ein Cover seinen Platz fand, das bereits hin und wieder live gespielt wurde: Gemeinsam mit Sue wurde Hinter dem Horizont von L‘Âme Immortelle interpretiert, wobei „interpretieren“ auch wirklich so gesagt werden kann, denn die eigene Pitchfork-Note war zu hören.

Man könnte weiter die Wortspielkasse bedienen und sagen, es ging heiß her, aber in der Tat hätte man zumindest temperaturtechnisch die Garderobe durchaus doch noch nutzen können, hätte aber anschließend wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt werden können. Der Stimmung und der Feierlaune aber sollte es keinen Abbruch tun, weshalb auch nach dem Finale mit Stücken wie Timekiller, Carnival und Beholder noch nicht Schluss war. Zweimal kam die Band, der Hitze zum Trotz, zurück, bevor Souls diesen schönen Konzertabend beendete und man zum Trocknen an die frische Luft konnte. Eine gelungene Show für alle Beteiligten!

Setlist PROJECT PITCHFORK – München, Backstage (23.06.2022):

01. Lam-‘bras
02. Alpha Omega
03. Titânes
04. Conjure
05. An End
06. Volcano
07. And The Sun Was Blue
08. Rain
09. Mine
10. Volcano
11. Hinter dem Horizont (L’Âme Immortelle Cover)
12. Queen Of Time And Space
13. The Longing
14. Timekiller
15. Carnival
16. K.N.K.A.
17. Beholder
18. I Am (Z)
19. IO (Z)
20. Acid Ocean (Z)
21. Pitch-Black (ZZ)
22. Souls (ZZ)

Weblinks PROJECT PITCHFORK:

Homepage: www.project-pitchfork.eu
Facebook: www.facebook.com/ProjectPitchfork
Twitter: www.twitter.com/PPFofficial

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