VIEUX FARKA TOURÉ – Les Racines

MAZ'N - On My Mind (EP)
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8 Gesamtnote

Gesamtnote

8

Der Teller mag noch so groß sein, es schadet eigentlich nie, dennoch auch mal über dessen Rand zu blicken. Das klingt ausgelatscht, ist es auch, aber gerade im Bereich der Musik eben doch immer mal zu empfehlen. Wenn man bspw. von sich behauptet, gerne Gitarrenmusik zu hören, so ist es doch etwas ganz anderes, wenn man sich im weltmusikalischen Bereich umsieht, bzw. -hört. Da wäre ein Vieux Farka Touré, der gerne mal als der „Jimi Hendrix der Sahara“ bezeichnet wird und zudem auch als Sohn des von 2006 verstorbenen Ali Farka Touré unter besonderer musikalischer Beobachtung steht. Auf seinem inzwischen achten Album widmet er sich nun den Wurzeln, denn genau diese bezeichnet der Titel Les Racines übersetzt.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Diese Wurzeln sind in dem Fall grob mit „Desert Blues“ zu übertiteln, was man sich allerdings anders vorstellen sollte als den Riff-getriebenen Klang, den man sich sonst so unter Blues vorstellt. Gabou Ni Tie eröffnet mit einem schnellen Fingerpicking, exotisch anmutendem Instrumentarium und auch einem Gesang, der ungewohnt erscheint, was an der Verbundenheit mit der Songhai-Musik Nord-Malis liegen könnte. Tatsächlich sind es Klänge, auf die man sich erst einmal ein wenig einlassen muss, bei denen man aber auch schnell eine Menge Können erkennt, wie auch an zweiter Stelle in Ngala Kaourene, wenn man auf die Instrumente, gerade auf die Flöte achtet, die hier mit Solo-Passagen glänzen kann.

Sprach man bei Vater Ali Farka Touré von Virtuosität – er galt schließlich nicht umsonst als der beste Gitarrist Afrikas –, so ist diese auch bei Sohn Vieux klar zu hören. Wie schnell und gekonnt er Melodien spielt, mit Fingerpicking arbeitet und dann dazu auch noch singt, ist beachtlich, was auch ein Stück wie Be Together zeigt. Wobei dafür nicht immer gesungen werden muss. L’Âme, also „Seele“, als Instrumental zeigt auch sehr gut den Geist, in dem hier gearbeitet wird und man ist im Stück tatsächlich so gefangen, dass es wieder einer dieser Fälle ist, wo einen erst einmal jemand drauf aufmerksam machen muss, dass man gerade ein Instrumental hört.

Im Gesamteindruck ist es ein gutes Album, natürlich gerade für Freunde von Gitarrensounds, auf das man sich – wie bereits erwähnt – zunächst einmal einlassen muss. Gelingt dies, so hat man mit Les Racines ein spannendes Album weltmusikalischer Prägung, auf dem es vieles zu entdecken gibt.

Tracklist VIEUX FARKA TOURÉ – Les Racines:

01. Gabou Ni Tie
02. Ngala Kaourene
03. Les Racines
04. Be Together
05. Tinnondirene
06. Adou
07. L’Âme
08. Flany Konar
09. Lahidou
10. Ndjehene Direne

Weblinks VIEUX FARKA TOURÉ:

Homepage: www.vieuxfarkatoure.com
Facebook: www.facebook.com/vieuxfarkatoure
Twitter: www.twitter.com/Vieuxfarkatoure

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