MORTIFERO – The Death Ballads

MORTIFERO - The Death Ballads
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

9

Gesamtnote

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Ganz frisch aus Groningen in den Niederlanden erreicht uns in diesem doch noch etwas frostigen Hochfrühling ein neues Dark Folk Projekt. Und allein die Tatsache, dass Mortifero uns vom kreativ verschrobenen, immer etwas mystisch obskuren Independent-Label Ván Records präsentiert wird, lässt aufhorchen. Das versorgt den Newcomer mit soviel Vorschusslorbeeren, dass man sich die EP The Death Ballads gern mal bar jeder Vorkenntnisse auf den Plattenteller legt. Immerhin zeichnen sich Ván Records für Genre-Größen wie TJ Cowgill aka King Dude verantwortlich, aus dessen Dunstkreis das ebenfalls bemerkenswerte Dark Americana Projekt The Dark Red Seed um Tosten Larson hervorgegangen ist.

Mortifero steht dabei hauptsächlich für eine Künstlerin. Sie hat das Projekt gegründet, schreibt vornehmlich die Songs und auch die Lyrics. Unterstützt wird sie dabei von zwei Herren, Nortfalke (Bass und Schlagwerk) und Neer (Gitarre), die mit zur Live-Besetzung gehören und zum ersten Langspieler auch ins Songwriting voll einsteigen werden.

Tatsächlich hält The Death Ballads exakt das, was es verspricht. Wir bekommen über die recht kurze Distanz von circa 18 Minuten immerhin sieben atmosphärische Dark Americana Songs geboten. Den Stil allein mit eurer Dudeheit zu vergleichen, wäre sehr kurz gefasst. Man stelle sich viel eher mal Lana del Rey und Chelsea Wolfe vor, die gemeinsam die dunkelsten Etappen amerikanischer Folklore durch die Brille von Aleister Crowley durchschreiten. Mystische, mörderische und okkulte Themen bestimmen also die Songs, die musikalisch wiederum von den starken, den amerikanischen Folk bestimmenden Säulen getragen werden: Blues (z. B. Grief), Country, Gospel (Jane Doe), aber auch folkloristische Tribal Elemente (Battle Cry).

Immer im Zentrum: die volle, warme, kraftvolle und spirituell inspirierende Stimme der Sängerin, die bisweilen sich überlagernd, bisweilen dialoghaft oder beschwörend eingesetzt wird. So entstehen herausragende Songs, wie Jane Doe, das Klagelied DER unbekannten Toten, die hier jedoch auf Rache sinnt oder Bundy, eine echte Murder-Ballade, die Nick Cave alle Ehre machen würde. Die EP schließ mit Return, einem bedrohlich anschwellenden Dark Ambient Folk Stück, dass viel Sehnsucht macht, auf das (hoffentlich bald) bevorstehende Album.

The Death Ballads ist am 30. April bei Ván Records erschienen.

Mortifero - Battle Cry

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Tracklist MORTIFERO – The Death Ballads:

01. Necromancer
02. Jane Doe
03. Battle Cry
04. Bundy
05. Grief
06. The Death Call
07. The Return

Weblinks MORTIFERO:

Facebook: https://www.facebook.com/Mortifero-100999548700562
Label: https://van-records.com/Mortifero-The-Death-Ballads-10MLP

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