Interview: JEREMIAS

Interview: JEREMIAS
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Vor wenigen Tagen spielten Jeremias die Release-Show zu ihrer zweiten EP alma. Wie so einige andere Künstler dieser Tage nutzten Jeremias die Gelegenheit, die EP im Autokino zu präsentieren, nachdem sie zuvor noch das Privileg hatten, eine komplette Tour zu Ende zu spielen, bevor die Veröffentlichung der EP nahte. Wir haben der Band einen Schwung Fragen gestellt, um bei all dem mal zu erfahren, wie sie es denn selbst erlebt hat und natürlich auch, um Hintergründe zur neuen Veröffentlichung und der Band an sich zu erfahren. Hier sind die Antworten.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Mit alma habt Ihr jüngst Eure zweite EP veröffentlicht. Wie fühlt es sich an, diese veröffentlicht zu haben?
Die Songs sind gefühlt nochmal ein bisschen konsequenter. sowohl musikalisch als auch textlich. Daher sind sie uns ziemlich nah. Die gesamte EP zu releasen war dementsprechend ziemlich aufregend. Man macht sich bei jedem Release angreifbar und dieses Gefühl ist gleichermaßen befriedigend als auch unheimlich.

War es für Euch selbstverständlich, die EP jetzt zu veröffentlichen oder habt Ihr mit der Veröffentlichung gehadert? Viele Musiker haben ihre Platten ja auch verschoben.
Dadurch, dass wir in Etappen im Studio waren und diese kurz vor dem Lockdown beendet hatten, stand dem Release eigentlich nichts im Weg. Die Produktion der Musikvideos hat sich ein bisschen gezogen und war recht zäh… Ansonsten gab es für uns keinen triftigen Grund, auf „normale“ Zeiten zu warten.

Überhaupt: Wie fühlt es sich für Euch gerade an? Ihr hattet das Privileg, im Februar noch eine Tour beenden zu können. Wie habt Ihr die Zeit seitdem erlebt?
Der Februar war auf jeden Fall ein recht deutlicher Peak für uns. Sowieso der Fakt, dass wir durch Deutschland reisen konnten und es logistisch möglich und geplant war, 18 Konzerte in 18 Städten zu spielen. Dass dann 95% Prozent der Tour restlos ausverkauft war, geht bis heute nicht in unsere Köpfe. Danach direkt zwei Wochen ins Studio – und dann war Lockdown. Erstmal haben wir die Zeit dankend angenommen, da wir viel am Ackern waren. Mit jedem Tag wurde es nach zwei Wochen Erholung eigentlich nur schmerzhaft. Die Festivals sterben vor unseren Augen weg, was es für uns sehr schwer macht, unserer Leidenschaft nachzugehen.

Gerade habt Ihr selbst wieder auf der Bühne gestanden und Euer Release im Autokino zelebriert. Wie war das für Euch?
Das war super witzig, wir waren recht unsicher vor der Show und hätten den Gig wahrscheinlich auch nicht angenommen, wenn das nicht auch unser EP-Release-Datum gewesen wäre. Die Kombination aus beiden Events war dann super günstig. Bestes Wetter, wir waren mit der gesamten Crew wieder unterwegs und wenn man sich darauf einstellt, dass ein Moshpit recht unwahrscheinlich ist, dann kriegt man die Auto-Atmosphäre eigentlich gut gehandelt.

Würdet Ihr das Konzept Autokino generell als gute Möglichkeit ansehen oder ist es doch eher eine Übergangslösung?
Übergangslösung.

Interview: JEREMIASKommen wir jetzt mal direkt zu der Musik auf Eurer EP. Für Einsteiger gefragt: Wie würdet Ihr denn eigentlich selbst beschreiben, was man da hört?
Eine Mischung aus Schmerz und Melancholie und tiefster Freude am Leben. Musikalisch ist es Disco Vibe mit deutschen Texten

Die Frage weitergesponnen für Fortgeschrittene: Wie würdet Ihr Unterschiede zur Vorgänger-EP Du musst an den Frühling glauben beschreiben? Was ist neu, was ist anders?
Wir toben uns auf alma auf jeden Fall deutlich mehr aus. Na klar ist dennoch alles noch sehr runtergebrochen und minimalistisch. Trotzdem war es bei Du musst an den Frühling glauben noch extremer. Textlich sind wir sehr viel konkreter geworden. Man kann ein Thema beim Namen nennen und Alltagssituationen nachempfinden. Das war bei der ersten EP noch nicht so griffig.

Die EP thematisiert sehr stark die Liebe. Ein Thema, das gerade bei deutschsprachigen Songs „lyrische Fettnäpfchen“ bereithält. Wie habt Ihr diese Eurer Meinung nach „umschifft“?
Das muss jeder für sich checken, ob wir das tatsächlich geschafft haben. Wir haben uns lange davor geweigert, eine komplette Liebes-Story auf eine EP zu packen. Da es aber zu der Zeit einfach das dringendste und tiefste Gefühl war, wäre es da falsch gewesen sich davor zu verbiegen.

Hört man die Stücke durch, so hat man ja schon gewissermaßen eine Erzählung. War das intendiert oder hat sich das einfach so ergeben?
Das hat sich ergeben.

Hand aufs Herz: Wie viel von dem, was auf alma thematisiert wird, ist autobiographischer Natur?
Alles.

Wovon würdet Ihr generell sagen, sind Eure Stücke inspiriert? Was fließt in die Stücke ein, wie entsteht ein Jeremias-Song?
Was bis jetzt immer funktioniert hat ist drauf los jammen. Wir treffen uns im Raum und fangen an. Mit einer Memo setz ich mich dann an den Text.. so oder so ähnlich funktioniert das.

Nun ist die EP ja bereits draußen. Wie habt Ihr bisher die Reaktionen darauf empfunden? Wie habt Ihr das bisherige Feedback empfunden?
Durchweg sehr positiv. Wir sind sehr dankbar wie gut das aufgenommen wird. Auch das Intro am Anfang, welches für uns durchaus gewagt war, feiern viele Menschen. das freut uns sehr!

Zum Schluss gefragt: Die EP ist veröffentlicht, das Release-Konzert gespielt… Wie geht es bei Jeremias weiter? Habt Ihr schon ein Album in Planung? Gibt es schon weitere Pläne?
Wir sind durchgehend am Schreiben. 🙂 In welchem Format die Songs letztendlich erscheinen, ist nochmal eine andere Frage. Gefühlt fangen wir aber gerade erst an.

Weblinks JEREMIAS:

Homepage: www.jeremiasmusik.de
Facebook: www.facebook.com/jeremiasmusik

Bilder: Isabel Hayn

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