KONSTANTIN WECKER – Poesie in stürmischen Zeiten

JACOB BRASS - Circletown
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8 Gesamtnote

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Corona und Kultur, das passt nicht gut zusammen. Seit dem Lockdown ist es zu sehen und spüren, dass die Kultur stark unter den Maßnahmen leidet und schwer zu kämpfen hat. Das weiß auch ein Konstantin Wecker, der bereits früh in der Krise ein Konzert streamte. Es blieb nicht beim Stream, sondern wurde auch aufgezeichnet, sodass man den Auftritt in Trio-Besetzung mit Fany Kammerlander und Jo Barnikel jetzt auch auf CD hören kann. Eine CD, bei der von jedem Verkauf fünf Euro an die Musiker und Musikerinnen seiner Plattenfirma sowie an das Produktionsteam gehen, die schließlich allesamt mit der Corona-Krise zu kämpfen haben.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Früh im Konzert sagt Wecker, er wolle lieber die Poesie zu Wort kommen lassen und über Corona schweigen. Ergänzt von einem „naja, vielleicht ganz“, denn der Willy 2020 folgt, in dem er die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus hinterfragt, die freie Meinungsäußerung thematisiert, dies aber eher hinterfragend tut, ohne damit irgendwem in die Karten zu spielen. Sicher muss man Wecker nicht in allen Punkten zustimmen, aber er zeigt, wie man den Diskurs auch sachlich führen kann. Hier mit mehr gesprochenem Wort als Gesang, wie man es auch aus dem originalen Willy kennt. Ein weiteres Mal kommt das Thema Corona in Der Virus, wenn Wecker sagt, er würde sich ja eher ein politisch kluges Virus wünschen…

Aber auch ohne Corona: Die politische Dimension ist stets unmittelbar mit dem Schaffen von Konstantin Wecker verbunden. Das schimmert immer wieder durch, vor allem natürlich in Stücken wie Sage Nein, aber auch in anderen Stücken wie auch in den Ansagen zu den Stücken. Eine sehr gute Entscheidung ist es gewesen, die Ansagen zu den Stücken auf der CD zu lassen und ihnen eigene Titelnummern zukommen zu lassen, denn diese passen bestens ins Gesamtkonzept. Das gesprochene Wort ist bei Wecker stets wichtig, auch in den Stücken ist – wie bereits erwähnt – hin und wieder der Gesang eher gesprochen, gerne geht aber auch ins Dramatische. Dramatik und Poesie gehen hier Hand in Hand, das kann sich hören lassen.

Auch, wenn man nicht immer einer Meinung mit Konstantin Wecker sein mag, so merkt man auf dieser Veröffentlichung, wie wichtig es ist, dass es Leute wie Wecker gibt, die über das Geschehen reflektieren, dahin gehen, wo es weh tut und ihre Meinung auch fundiert wiedergeben. Das alles verpackt in guter Musik, die unter Umständen schon mal anstrengend werden kann auf Dauer, aber so soll es auch sein, denn das Ziel hier war nicht, ein seichtes Unterhaltungsprogramm auf die Beine zu stellen. Nichts, was man mal eben so nebenbei hört, aber dafür etwas, mit dem man sich gerne beschäftigt.

Tracklist KONSTANTIN WECKER – Poesie in stürmischen Zeiten:

01. Ich singe, weil ich ein Lied hab’
02. Gedichte sind Küsse
03. Willy 2020
04. Stürmische Zeiten mein Schatz
05. Die Erziehung reformieren
06. Für meine Kinder
07. Liebesdank
08. Liebeslied
09. Vier Gedichte
10. Lieber ein politisch kluger Virus
11. Der Virus
12. Ich habe Angst
13. Heiliger Tanz
14. Vorstellung Sarah Straub
15. Niemand kann die Liebe binden
16. Den Parolen keine Chance
17. Was immer mir der Wind erzählt
18. Poesie ist Widerstand
19. Wut und Zärtlichkeit
20. Für Mikis Theodorakis
21. Lied der Lieder
22. Sage Nein
23. Was keiner wagt
24. Verabschiedung
25. Gracias a la Vida

Weblinks KONSTANTIN WECKER:

Homepage: www.wecker.de
Facebook: www.facebook.com/Konstantin-Wecker-111564412194266
Twitter: www.facebook.com/Weckerswelt

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