AGNES OBEL – Myopia

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8 Gesamtnote

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8

Da sitzt man so am Rechner, guckt durch den Kalender, dĂŒnnt ihn aus den bekannten GrĂŒnden aus, da an Konzerte aktuell schließlich nicht zu denken ist und stĂ¶ĂŸt am aktuellen Datum auf das Konzert von Agnes Obel, das in der St. MatthĂ€uskirche in MĂŒnchen am heutigen Tag hĂ€tte stattfinden sollen. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt, aber ein neuer Termin existiert bereits. Was man am heutigen Tag aber mal machen kann: das Album der in Berlin lebenden DĂ€nin mal wieder hören. Gedacht, getan und mit Camera’s Rolling direkt die ersten Töne erklingen lassen. Piano-LĂ€ufe, ruhige AtmosphĂ€re und fragil wirkender Gesang leiten ein, dazu Perkussion. Man weiß noch nicht so genau, wo die Reise hingeht, aber man weiß, dass man dabei sein möchte.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Melancholisch ist sie, die Reise. Das merkt man immer wieder. Hier ist die KĂŒnstlerin in ihrem Metier. Island of Doom ist auch so ein StĂŒck, das es prima zeigt. Mit hintergrĂŒndigen Piano-KlĂ€ngen, die auch schon mal in Dur erklingen und choralen GesĂ€ngen ist es doch ganz eindeutig die Gesangslinie, die deutlich im Vordergrund steht und das GefĂŒhl vermittelt. In aller Zerbrechlichkeit liegt auch die Spannung des Albums. Immer wieder gibt es Momente, in denen man denkt, das Album wĂŒrde greifbar, so richtig zu fassen bekommt man es aber dann doch nicht. Man merkt es auch im Titelsong, der – fĂŒr die VerhĂ€ltnisse dieses Albums – ein bisschen mehr Vehemenz an den Tag legt, indem Trommeln erklingen, die fĂŒr Spannung sorgen, wĂ€hrend das Piano dennoch fĂŒr Ruhe sorgt.

Das GrundgefĂŒhl des Albums schimmert immer wieder durch die zehn Kompositionen, dennoch ist es Agnes Obel gelungen, das Album abwechslungsreich zu gestalten. Es mag insgesamt ruhig sein und doch spielt sie mit den Dynamiken. Es ist melancholisch, aber es hat Hoffnung. Und dabei wird es an keiner Stelle langweilig. Ein wirklich gelungenes Album, auf das sich der Hörer einlassen muss. Nicht die KlĂ€nge, die man mal so locker nebenher laufen lĂ€sst, sondern solche, die BeschĂ€ftigung vom Hörer verlangen. Eine BeschĂ€ftigung, die sich lohnt!

Und wo wir es oben schon erwĂ€hnt haben, dass die noch offenen Tourdaten verschoben wurden, sei hier noch erwĂ€hnt, dass die Shows im Berliner Admiralspalast am 02. Juli und in der MĂŒnchner St. MatthĂ€uskirche am 28. Juli nachgeholt werden sollen.

Tracklist AGNES OBEL – Myopia:

01. Camera’s Rolling
02. Broken Sleep
03. Island of Doom
04. Roscian
05. Myopia
06. Drosera
07. Can’t Be
08. Parliament Of Owls
09. Promise Keeper
10. Won’t You Call Me

Weblinks AGNES OBEL:

Homepage: www.agnesobel.com
Facebook: www.facebook.com/agnesobelofficial
Twitter: www.twitter.com/agnesobel

Geschrieben von
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