Reingehört: BLACK STONE CHERRY, JAMES ARTHUR, THE KELLY FAMILY, LOUKA, RICK ASTLEY, SANTIANO

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Immer wieder erreicht uns eine Vielzahl von Neuveröffentlichungen und getreu des Mottos „So many records – so little time“ wĂŒrden die meisten davon untergehen. In unserer Rubrik >Reingehört< stellen wir Euch daher einige Releases im „Schnelldurchlauf“ vor:

Lass Dir den Beitrag vorlesen:
BLACK STONE CHERRY – Black To Blues, Volume 2:

Wenn einen ein Alice Cooper mit auf seine Tour nimmt, sollte das wohl ein untrĂŒgliches Zeichen dafĂŒr sein, dass man es geschafft hat. Wie im Falle von Black Stone Cherry. Diese sind zwar schon einige Jahre gut im GeschĂ€ft, aber spĂ€testens jetzt wurde ihnen der Ritterschlag zuteil. Mit auf Tour war natĂŒrlich auch die neue EP Black To Blues, Volume 2. Hierauf vertonen sie insgesamt sechs Bluesklassiker aus der Feder gestandener Blues-Veranen wie Freddie King, Otis Rush oder auch Son House und schaffen es dabei, auf der einen Seite den Originalen nichts Böses anzutun, auf der anderen Seite aber auch ihre ganz eigene Note an die StĂŒcke zu bringen. Das bluest und rockt, hat eine gewisse HĂ€rte und erfreut sich an rauen Ecken und Kanten. Wer eine Vorliebe fĂŒr Blues, Rock oder gar beides hat, der sollte hier nicht lange ĂŒberlegen. Man könnte sich allerdings hinterher Ă€rgern. Aber worĂŒber denn, wo das doch bisher alles so positiv klang? DarĂŒber, dass nach sechs StĂŒcken schon wieder Schluss ist… (Homepage: www.blackstonecherry.com, Facebook: www.facebook.com/blackstonecherry , Twitter: www.twitter.com/BlkStoneCherry) – Marius Meyer

Black Stone Cherry – All Your Love (Official Music Video)

Erst mit einem Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube eingebunden. Klicke nur, wenn du der DatenschutzerklÀrung zustimmst.
JAMES ARTHUR – You:

So oft liest man Geschichten von KĂŒnstlern, die viel erreicht haben und tief gestĂŒrzt sind. Und immer wieder wundert man sich im Sinne von: „Der hatte doch alles…“ usw. Mit Erfolg kann man sich eben auch nicht alles kaufen, wie auch James Arthur beweist. Nach dem Sieg von The X Factor im Jahr 2012 gab es viele Tiefen zu durchkĂ€mpfen – Alkoholmissbrauch, Plattenvertrag weg und mehr. Doch seitdem ist viel Zeit vergangen und James Arthur hat seinen Stil gefunden, der auf der einen Seite viele poppige Momente beinhaltet, wie man unter anderem im Titelsong des Albums merkt, aber auf der anderen Seite auch andere Genres beinhaltet. Car’s Outside beispielsweise ist eine richtig gute Singer-Songwriter-Nummer, gefolgt von Quite Miss Home als Piano-Ballade, wĂ€hrend Empty Space mit mehr Groove arbeitet. Immer wieder begegnet eine recht nachdenkliche Komponente, die dem Album gut steht. Nicht alle StĂŒcke sind Volltreffer, aber im Großen und Ganzen ist es ein gelungenes Album geworden, das man dem KĂŒnstler abnimmt. (Homepage: www.jamesarthurofficial.com, Facebook: www.facebook.com/JamesArthur, Twitter: www.twitter.com/jamesarthur23) – Marius Meyer

Erst mit einem Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube eingebunden. Klicke nur, wenn du der DatenschutzerklÀrung zustimmst.
THE KELLY FAMILY – 25 Years Later

Dass Helden von Kindheit oder PubertĂ€t wiederkommen und mit einem gewissen „weißte noch, damals?“ direkt wieder gut gefunden werden, ist nicht selten. Gerade bei der Kelly Family werden sich viele noch erinnern, wie sie frĂŒher StĂŒcke wie An Angel oder auch Fell In Love With An Alien gerĂŒhrt mitgesungen haben. Eine ordentliche Portion Pop, Folk mit dabei und das romantisierte Familiending entfalteten genug Wirkung. Ohne Maite und Paddy hat man sich nun wieder zusammengerauft und mit 25 Years Later ein neues Album aufgenommen. Und was soll man sagen? Die Musiker sind gealtert, die Musik atmet auch jetzt noch denselben Geist. Einige StĂŒcke sind wĂ€hrend der Proben zur JubilĂ€umstour entstanden und das hört man ihnen auch an. Abwechslungsreich ist man zugange, hat immer noch das GespĂŒr fĂŒr Hymnen und GefĂŒhl und liefert eben solide ab. Ob man hiermit viele neue Hörer anspricht, mag fraglich sein: Wer die Band frĂŒher mochte, wird es auch jetzt tun. Mit denen, die sie damals nicht mochten, wird es allerdings ebenfalls so bleiben. (Homepage: www.kellyfamily.de, Facebook: www.facebook.com/KellyFamilyOfficial) – Marius Meyer

The Kelly Family – Over The Hump

Erst mit einem Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube eingebunden. Klicke nur, wenn du der DatenschutzerklÀrung zustimmst.
LOUKA – Feine Gesellschaft EP:

Zeit ist ein kostbares Gut. Man braucht sie manchmal eben, man muss sie aufbringen. Deswegen braucht es Geduld. Nicht jeder hat diese, wie Louka bereits erfahren mussten. Nach einem ersten Album und Touren mit Andreas Bourani, Lena und anderen ging es dem Label dennoch nicht schnell genug. Die Folge: Louka haben einfach mal das bestehende Material ĂŒber Bord geworfen und eine neue Selbstfindung begonnen. Erste Ergebnisse gibt es nun in Form der EP Feine Gesellschaft, die dem Hörer ansprechende deutschsprachige Popmusik offenbart. Schon der titelgebende Opener tapst munter voran mit poppigen Beats von Johann Seifert und dem sĂŒĂŸlichem Gesang von Lisa Marie Neumann. Was anfangs noch verhalten wirkt, klingt in Dir und den andern trotz einer leicht loungigen Anleihe bereits sehr zielstrebig. Insgesamt sind es fĂŒnf StĂŒcke, die auf der EP zu finden sind und diese geben einen guten Einblick in die vielseitige Musik des Duos. FĂŒnf StĂŒcke, die sich angenehm abheben und hoffen lassen, dass dieser „zweite Anlauf“ erfolgreicher lĂ€uft. Das Potenzial ist definitiv schon einmal da! (Homepage: www.loukamusik.de, Facebook: www.facebook.com/loukamusik) – Marius Meyer

Louka – Dir und den andern (Offizielles Video)

Erst mit einem Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube eingebunden. Klicke nur, wenn du der DatenschutzerklÀrung zustimmst.
RICK ASTLEY – The Best Of Me:

WĂ€re Musik eine Bahnstrecke, so wĂŒrde man hier „Einmal 80er und zurĂŒck, bitte” bestellen und als Fahrschein The Best Of Me von Rick Astley erhalten. Eine Doppel-CD, die nicht nur das zu Erwartende bietet, sondern gerade auf der zweiten CD mehr enthĂ€lt. Gut, die Reihenfolge ist jetzt nicht ganz 80er und zurĂŒck, da das Album mit dem bisher nicht veröffentlichten Every One Of Us eröffnet und damit mit einer groovenden Nummer, die zeigt, dass der Sound von Rick Astley im Hier und Jetzt funktionieren kann, bevor mit Never Gonna Give You Up auch schon der wohl grĂ¶ĂŸte Hit folgt. Ob es hiervon anno 2019 eine Wiederveröffentlichung braucht, ist sicher eine gute Frage, aber es ist löblich, dass hier ein KĂŒnstler zu seinem Gesamtwerk steht und sie in einer Reihe mit dem Beweis stellt, dass er eben nicht stehengeblieben ist, was vor allem die zweite CD zeigt, auf der sich elf StĂŒcke als Reimagined-Versionen befinden, die zeigen, dass Pop nicht alles ist. Denn die Versionen holen einen ganz ohne Druck ins Jetzt zurĂŒck. Ein guter Song funktioniert eben auch auf das Wesentliche reduziert. Und genau das beweist Rick Astley am Piano sehr gekonnt! Eine vielleicht etwas ambivalente, aber insgesamt durchaus berechtigte Doppel-CD. (Homepage: www.rickastley.co.uk, Facebook: www.facebook.com/RickAstley, Twitter: www.twitter.com/rickastley) – Marius Meyer

Rick Astley – Every One Of Us (Official Audio)

Erst mit einem Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube eingebunden. Klicke nur, wenn du der DatenschutzerklÀrung zustimmst.
SANTIANO – MTV Unplugged:

Man mag sich heutzutage fragen, wie hoch der Stellenwert einer MTV Unplugged Show noch ist. Ohne auch nur einen der KĂŒnstler der letzten Jahre damit geistig vierteilen zu wollen, so war es doch frĂŒher so, dass man einen gewissen Legendenstatus brĂ€uchte. Diesen haben Santiano noch nicht erreicht und ob dies einmal der Fall sein wird, darĂŒber mag man sich straiten können, Fakt aber ist: Auch sie haben jetzt ihr MTV Unplugged. Hier bekommt man natĂŒrlich vor allem das, was man erwartet: eine ordentliche Portion Seemansgarn, Arrangements von Folk bis Shanty und viele hymnische Momente. Nur eben dieses Mal mit gezogenem Stecker, schließlich ist man unplugged unterwegs. Dass der Band das Spaß macht, merkt man ihr an und das geht auch auf das Publikum ĂŒber. Zudem hat man sich mit KĂŒnstlern wie Wincent Weiss, Jennifer Haben (Beyond The Black), Alligatoah und vielen mehr illustre GĂ€ste zusammengeschart, die dem Auftritt weitere Farbkleckse geben. Wer Santiano mag, wird auch diese Veröffentlichung mögen. Wer der Band eher skeptisch gegenĂŒber steht, hat weiterhin alles Recht dazu, muss aber anerkennen, dass sie hier objektiv echt gut abgeliefert hat. (Homepage: www.santiano.de, Facebook: www.facebook.com/SantianoMusik) – Marius Meyer

Santiano – Santiano (MTV Unplugged / Live in LĂŒbeck, 2019)

Erst mit einem Klick auf das Vorschaubild wird das Video von YouTube eingebunden. Klicke nur, wenn du der DatenschutzerklÀrung zustimmst.
Geschrieben von
Mehr von Marius Meyer

Interview: COCK SPARRER (DARYL SMITH)

Zehn Jahre Pause zwischen zwei Alben? Bei Cock Sparrer nicht ungewöhnlich. Wenn...
Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.