IRFAN – M├╝nchen, Milla (13.10.2019)

Irfan, (c) Marius Meyer
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Eine Menge fragender Gesichter begegneten einem an diesem Sonntag, wenn man von seiner Abendplanung erz├Ąhlte ÔÇô also davon, dass man sich am Abend die Show von Irfan in der Milla ansehen wird. Nanu, so der Gedanke, ist diese Band denn in M├╝nchen jemandem bekannt? Skeptische Blicke auch noch, als man dann die Kellertreppe runterging und gegen 19:30 Uhr im angenehmen und an diesem Veranstaltungsort ungewohnten Duft von R├Ąucherst├Ąbchen feststellte, dass noch nicht viele Besucher den Weg zum Club gefunden hatten. Aber: Alle Bef├╝rchtungen waren unn├Âtig, denn nach und nach f├╝llte sich der Club und als das Konzert dann unmittelbar mit der bulgarischen Band und ohne Support-Act begann, waren es dichte Reihen, die and├Ąchtig-erwartungsvoll vor der B├╝hne standen.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

In F├╝nfer-Besetzung mit sehr vielseitigem Instrumentarium merkte man schnell erneut, dass es gar nicht mal so leicht ist, diese Band einzuordnen, was aber daf├╝r auch ein Teil der Faszination der Kl├Ąnge der Band ist. Folkige Musik ist es, Ethereal spielt mit rein, ein mittelalterlicher Touch ist nicht zu verleugnen, aber auch der fern├Âstliche Charakter spielt deutlich mit rein. Nahezu beschw├Ârerisch ist es, was die Band hier erschafft. Mystische Klanglandschaften bauen sich auf, Spannung entwickelt sich, wird gehalten, dazu der eing├Ąngige bis hypnotische Gesang von Darina Zlatkova… Hier greift eins ins andere und das Gef├╝hl griff schnell auf das anwesende Publikum ├╝ber. Eines ├╝brigens, das sich genauso wenig einordnen lie├č wie die Musik der Bulgaren.

Im Mittelpunkt stand, zumindest quantitativ betrachtet, an diesem Abend das 2015er-Album The Eternal Return, das sowohl mit ruhigen Passagen wie bei In the Gardens of Armida als auch mit pomp├Âseren Momenten wie bei Salamander bedacht. Aber auch die fr├╝heren Werke wurden bedacht, schlie├člich haben Irfan k├╝rzlich das selbstbetitelte Deb├╝t aus dem Jahr 2003 sowie das Album Seraphim von 2007 wiederver├Âffentlicht. Von letzterem konnte unter anderem Hagia Sophia begeistern. Die zw├Âlf Jahre seit der ersten Ver├Âffentlichung konnten der Musik nichts anhaben. ├ťberhaupt klang hier alles wie aus einem Guss und man f├╝hlte sich ├╝ber die gesamte Dauer der Show komplett aus dem Alltag entf├╝hrt.

Irfan pr├Ąsentierten sich an diesem Abend in M├╝nchen als eine Band, die das, was sie macht, mit Herzblut tut, die voll und ganz hinter ihrer Musik steht. Das merkte man auch daran, dass sie eben nicht nur ihr Set spielten, sondern auch Geschichten zu den Titeln erz├Ąhlten. Und was man nicht vergessen darf: Sie pr├Ąsentierten sich zudem als eine sehr dankbare Band! Die Begeisterung im M├╝nchner Publikum nahmen sie nicht nur zur Kenntnis, sondern man sah, dass es Balsam f├╝r die Musikerseelen war. Ein gelungener Konzertabend f├╝r alle Beteiligten!

Setlist IRFAN – M├╝nchen, Milla (13.10.2019):

01. Rusa
02. The Cave of Swimmers
03. In the Gardens of Armida
04. The Golden Horn
05. Lyube le
06. Burana
07. Return to Outremer
08. More, ta nali
09. Eternal Return
10. Salamander
11. Hagia Sophia
12. Emeriga

Weblinks IRFAN:

Facebook: www.facebook.com/irfantheband
Bandcamp: www.irfantheband.bandcamp.com

Geschrieben von
Mehr von Marius Meyer

LOTTE – Querfeldein

Ein guter Freund fragte mich k├╝rzlich: ÔÇ×Kennst Du eigentlich Lotte?ÔÇť Mein erster...
Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.