ATLANTEAN KODEX – The Course Of Empire

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung:


10

Gesamtnote

10

The Holy Grail of epicness

Kalt ist es an der Spitze, einsam und hart ist der Kampf gegen sich selbst. Hat man erst einmal etwas Herausragendes erschaffen, spĂŒrt man die wachsamen Ohren. Das Spannungsfeld der Erwartungen knistert vor statischer Aufladung. The White Goddess (2013) hĂ€tte zum Damoklesschwert der Epic-Metaller aus der Oberpfalz werden können. Zum einflussreichsten Metal-Album Deutschlands, gar zum perfekten Metal-Album, kĂŒrten die weisesten KuttentrĂ€ger die Veröffentlichung. Gemeint damit ist die um alle Zweifel erhabene Redaktion des Deaf Forever. Aber auch von beinahe allen andere Seiten erhob sich ein vielstimmiger Chor der Lobpreisung. Und wie sicher jeder weiß: Hat man das Ambrosia aus derartig luftigen Höhen erst einmal gekostet, schmeckt der Schlick in tiefer Grube nach schmerzhaftem Sturz umso bitterer. Denn allzu leicht verliert sich die Gunst der Kenner.

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Atlantean Kodex taten also gut daran, erst einmal durchzuschnaufen, hielten sich ob neuen Materials lange bedeckt und gaben sich ganz dem Motto „Gut‘ Ding will Weile haben“ hin. Innerhalb dieser sechs Jahre gab es dann doch ein Novum in Gestalt eines KollegInnenwechsels an der Leadsaite. Coralie Baier (zupft auch bei Antipeewee) drĂŒckt dem Sound auf der neuen Scheibe nun spĂŒrbar ihren Stempel auf. Und wir fragen uns: Wird The Course Of Empire, Album Nummer drei, den Diskografie-GesetzmĂ€ĂŸigkeiten folgend, dem störrischen Konservatismus, den sich die PfĂ€lzer selbst auferlegen, Rechnung tragend, das Überwerk im Nacken lauernd zu einem Schicksalsalbum?

Nö, kann man kurz und knapp sagen, denn man bleibt mit ruhiger Hand bei dem, was sich so großartig bewĂ€hrt und setzt auf beharrlich auf jenes, was man dazulernt. Was bedeutet das? Man besingt in epischer Weise lĂ€ngst vergangene Zeiten und lĂ€dt ein zu manch fulminanter mediĂ€vistischer oder althistorischer Schnitzeljagd mit akademischem doppeltem Boden. Musikalisch fĂŒhlen sich Atlantean Kodex wie eh und je frĂŒhen Manowar (Ja, das geht. Und ja, das hört man, ohne dass man sich dabei schamviolett fĂ€rben muss.), mittleren Bathory und straighten Manilla Road verpflichtet.

Bei Atlantean Kodex wird die Pantina mit ner klassischen Goldkante veredelt. Die Stimme von Markus Becker scheint irgendwo fĂŒr diese Art von Musik geschmiedet worden zu sein. Die ganze Scheibe steht wie ein True-Monolith, in dessen Facetten sich die Hymnen purer epischer Erhabenheit brechen. Nein, nicht brechen 
 spiegeln ist hier das richtige Wort. Denn auf The Course Of Empire ist nichts gebrochen. Hier dĂŒrfen Helden noch Helden sein, Höhepunkte vom nĂ€chsten Klimax ĂŒberflĂŒgelt und TrĂ€nen der Ergriffenheit vergossen werden. Hier ist Bombast noch nicht Kitsch, mystische Chöre noch keine billige AtmosphĂ€rencollage, explodierende Riffings nicht nur Technik-Gewichse (Excuse my french.). Hört nur einmal in Songs wie Chariots, The Innermost Light oder A Secret Byzantium  rein und ihr wisst nicht nur, was ich meine, sondern werdet bis oben hin voll sein mit diesem heroischem GefĂŒhl beseelter (mannbargemachter) Metalligkeit. Danach seid ihr eines He Who Walks Behind The Years wĂŒrdig. Mit The Course Of Empire haben es Atlantean Kodex wieder geschafft. Das Album erlaubt sich von der ersten bis zur letzten Minute keine SchwĂ€che, birgt traumhafte, glorreiche Melodien und heroische Geschichten.

Anspieltipps: Ach kommt 


The Course Of Empire ist am 13. September in verschiedenen Formaten bei VĂĄn-Records erschienen.

The Course of Empire

Preis: EUR 16,99

4.6 von 5 Sternen (11 Kundenbewertungen)

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Tracklist ATLANTEAN KODEX – The Course Of Empire:

01. The Alpha And The Occident (Rising From Atlantean Tombs)
02. People Of The Moon (Dawn Of Creation)
03. Lion Of Chaldea (The Heroes’ Journey)
04. Chariots (Descending From Zagros)
05. The Innermost Light (Sensus Fidei)
06. A Secret Byzantium (Numbered As Sand And The Stars)
07. He Who Walks Behind The Years (The Place Of Sounding Drums)
08. Spell Of The Western Sea (Among Wolves And Thieves)
09. The Course Of Empire (All Thrones In Earth And Heaven)
10. Die Welt Von Gestern (Abendland)

Atlantean Kodex – People Of The Moon (Dawn Of Creation)

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Weblinks THE ATLANTEAN KODEX:

Official: http://www.atlanteankodex.de
Facebook: https://www.facebook.com/Atlantean-Kodex-187524197964771
Bandcamp: https://atlanteankodex-vanrecords.bandcamp.com
Label: https://www.van-records.de/atlantean-kodex.html

Geschrieben von
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