ROGER WATERS – Köln, Lanxessarena (10.06.2018)

Roger Waters, © Markus Hillgärtner
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Roger Waters wurde als Mastermind von Pink Floyd weltberühmt und das völlig zu Recht. Was er und seine Mitstreiter schufen, prägt die Musikwelt bis heute und setzt immer noch Maßstäbe. Pink Floyd bereitete den Nährboden für den Prog-Rock der heutigen Zeit, wie ihn Steven Wilson zelebriert. Die Shows von Roger Waters sind sound- und bildgewaltig, beinhalten Bühnenbauten wie sonst nur im Theater.

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Da ist es nicht verwunderlich, dass die Ticketpreise recht hoch sind und je nach Kategorie mehrere hundert Euro betragen. Das wird auch der Grund sein, warum die Kölner Lanxessarena zwar durchaus gut gefüllt aber eben nicht ausverkauft ist. Zunächst brennt noch das Saallicht, als auf einer riesigen Leinwand, Meer und Strand erscheinen. Mit dem Rücken zum Publikum sitzt eine Frau im Sand – mehrere Minuten lang. Um circa 20 Minuten nach acht erlischt das Licht, Roger Waters betritt mit Band die Bühne und auf der Leinwand werden Frau, Sand und Meer verschluckt und unser Blick wird auf den Weltraum gelenkt. Als Opener hat Waters Speak to Me von Pink Floyd erwählt. Aber Lieder von dieser Band sind die Regel, von den Solo-Platten schaffen es nur vier Songs ins Set. Der Sound ist beeindruckend erstklassig und klingt sehr räumlich. Dafür sind zusätzliche Lautsprechergruppen installiert worden und somit werden keine Töne mehr verschluckt und es klingt überall wuchtig und zugleich klar. Ein absoluter Segen, gerade in der Lanxessarena ist beim Klang anderer Veranstaltungen meist noch sehr viel Luft nach oben. Visuell ist es bildgewaltig und bunt, jedoch nie überladen, sondern stets angenehm und somit nicht anstrengend und überfordernd. Darin wahren Roger Waters und seine achtköpfige Band stets das Maß. Akustisch und visuell ist es ein Konzert der Superlative und stellt so ziemlich alles in den Schatten was der Autor bisher hörte und sah.

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Die beiden wohl bekanntesten Nummern Wish You Were Here sowie Another Brick in the Wall (Part 2) kommen recht früh. Zum letzteren Stück kommt eine Menge Kinder auf die Bühne, zunächst in orangener Gefängniskleidung aus der sie sich jedoch befreien und dann schwarze T-Shirts mit rotem Resits-Aufdruck zu tragen. Ab hier kommt ein weiterer Aspekt hinzu, nämlich der politische. In der Pause werden die Leinwände mit Aussagen versehen, die sehr provozieren. Julian Assange wird als „gut“ dargestellt, der CIA ist böse. Politische Meinungen und Aussagen sind das Eine aber fast noch wichtiger ist der Stil und der sogenannte Ton. Und dabei verliert Waters leider jegliches Maß und bedient sich Mittel, die er bei anderen kritisiert. Er provoziert und beleidigt dadurch. Auch wenn nach der Pause zunächst wieder das Visuelle auftrumpft, indem etwa Gebäude über den Köpfen der Zuschauer schweben oder eine Drohne als Schwein verkleidet durch die Halle schwebt, bleibt es von nun an stark politisch. Trump wird als Schwein beschimpft, mit allerlei Grafiken entstellt und damit auch verhöhnt. Vor der Zugabe erklärt Waters, dass er kein Antisemit sei und dass er die Menschenrechte achte. Ob und wie ernsthaft diese Worte gemeint sind, das zu beurteilen, obliegt jedem Konzertbesucher selbst. Was jedoch zweifelsfrei gesasgt werden kann:

Konzerte geben, das kann Waters exzellent. Besonnen, reflektiert und respektvoll sich politisch äußern, das macht er nicht. Und auch Waters erklärte Gegner haben Menschenwürde verdient.

Setlist ROGER WATERS @ Lanxessarena (10.06.2018):

Set 1:
01. Speak to Me (Pink Floyd)
02. Breathe (Pink Floyd)
03. One of These Days (Pink Floyd)
04. Time (Pink Floyd)
05. Breathe (Reprise) (Pink Floyd)
06. The Great Gig in the Sky (Pink Floyd)
07. Welcome to the Machine (Pink Floyd)
08. Déjà Vu
09. The Last Refugee
10. Picture That
11. Wish You Were Here (Pink Floyd)
12. The Happiest Days of Our Lives (Pink Floyd)
13. Another Brick in the Wall Part 2 (Pink Floyd)
14. Another Brick in the Wall Part 3 (Pink Floyd)

Set 2:
15. Dogs (Pink Floyd)
16. Pigs (Three Different Ones) (Pink Floyd)
17. Money (Pink Floyd)
18. Us and Them (Pink Floyd)
19. Smell the Roses
20.  Brain Damage (Pink Floyd)
21. Eclipse (Pink Floyd)
22. Comfortably Numb (Pink Floyd) (Z)

Geschrieben von
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