DEREK SMALLS – Smalls Change (Meditations Upon Ageing)

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8.5 Gesamtnote

Gesamtnote

8.5

Das ist so auch ungewöhnlich. Der Bassist einer Band, die es eigentlich nie wirklich gab (obgleich es nach der Mockumentary This Is Spinal Tap tatsĂ€chlich spĂ€ter einige Konzerte gab) veröffentlicht nach 34 Jahren auf einmal ein Solo-Album. WĂ€hrend bei jĂŒngeren Leuten im Heranwachsen oft die so genannten „Coming of age“-Alben gibt, veröffentlicht Derek Smalls hier sozusagen ein „Coming of old age“-Album. Dieses Jahr wird er 75 Jahre alt, da kann man schon einmal ĂŒber das Älterwerden sinnieren, vor allem im Kontext des großen Rock’n’Roll-Zirkus. Also die VerstĂ€rker noch einmal auf elf gedreht und rein ins VergnĂŒgen, das natĂŒrlich auch eine gehörige Portion Augenzwinkern mit sich bringt.

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Mit der Festellung „age is just a number“ geht es los und schon in Rock And Roll Transplant zeigt Smalls, dass er auch im hohen Alter das Rocken nicht verlernt hat, auch wenn es eben die Transplantation brĂ€uchte. Sie war offenbar erfolgreich, denn er kommt gut in Fahrt auf der Veröffentlichung. Auch wenn die Ironie Programm ist, ist das Können offensichtlich. Schon ein frĂŒhes StĂŒck wie Butt Call zeigt das gut, wenn das in der GesĂ€ĂŸtasche klingelnde Handy vibriert und man sich als Hörer direkt nach seinem eigenen Handy umschaut. Lustig umgesetzt, aber auch zielstrebig gerockt mit Gitarrenlinien und druckvollen Momenten. Der Titeltrack Smalls Change hingegen ist balladesk mit Streichern, wobei die raue und mitunter gekonnt disharmonische Stimme von Derek Smalls einen guten Konterpart zum ĂŒberkandidelten Frauen-Choralgesang darstellt.

Überhaupt, diese Stimme… Man muss sie mögen. Wie bereits erwĂ€hnt, ist sie rau und oft mal disharmonisch und es entsteht ihre gewollt komische Wirkung eben durch die Diskrepanz zwischen ihr und dem Arrangement. Hin und wieder muss man sogar beinah an Animal von den Muppets denken. WĂ€hrend dies wohl eine eher ungewollte Anspielung ist, sind gewollte Anspielungen mit an der Tagesordnung. Schon ein Songtitel wie Faith No More zeigt das gut. Dieser ist auch dann teilweise verschwurbelt, wie man es von einigen StĂŒcken besagter Band auch kennt. Dazu sorgt das Hungarian Studio Orchestra gerne fĂŒr harmonische Momente. Kurzum: Es prallen viele Dinge aufeinander, die nicht zwingend zusammenpassen und es wohl auch gar nicht immer wollen.

Bei aller Ironie: Kritische Momente sind auch zu finden. Ein StĂŒck wie Gimme Some (More) Money verdeutlicht das gut: „Get up off your ass // get down from your perch // T-Shirts are for sale // load up on some merch“ heißt es hier. Ob kritisch oder nicht: Was Smalls hier angeht, hat Hand und Fuß, bis man mit dem langen When Men Did Rock am Ende der Veröffentlichung angelangt ist. Was dabei bisher an dieser Stelle noch gar nicht erwĂ€hnt wurde, ist dazu die ĂŒppige GĂ€steliste des Albums. So sind unter anderem Steve Vai, Phil X von Bon Jovi, Taylor Hawking von den Foo Fighters, Steve Lukather von Toto und Joe Satriani mit dabei. In diesem Gesamtpaket entstand ein humoriges und zugleich sehr gelungenes Rock-Album der hĂ€rteren Sorte, fĂŒr dessen SchrĂ€gheit man allerdings auch eine Ader haben muss. Hat man diese, so hat man hier eine Menge Spaß.

Tracklist DEREK SMALLS – Smalls Change (Meditations Upon Ageing):

01. Openture
02. Rock And Roll Transplant
03. Butt Call
04. Smalls Change
05. Memo To Willie
06. It Don’t Get Old
07. Complete Faith
08. Faith No More
09. Gimme Some (More) Money
10. MRI
11. Hell Toupee
12. Gummin’ The Gash
13. She Puts The Bitch In Obituary
14. When Men Did Rock

Weblinks DEREK SMALLS:

Homepage: www.dereksmallsmusic.com
Facebook: www.facebook.com/DerekSmallsMusic
Twitter: www.twitter.com/smallslife

Smalls Change (Meditations Upon Ageing)

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