AL DI MEOLA – Opus

AL DI MEOLA - Opus
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9 Gesamtnote

Gesamtnote

9

Man sagt gerne mal, dass der erste Satz in einem Text der schwerste sei. Hört man ein Album wie Opus von Al Di Meola, so möchte man direkt zustimmen. Ein Musiker, der schon länger an der Gitarre aktiv ist als der Autor dieser Zeilen auf dem Planeten weilt, der dazu noch die Gitarre bedient, die besagter Autor auch lange Zeit selbst spielte. Als einer, der mit dem Instrument vertraut ist, zieht man da direkt mal den Hut. Aber lange Zeit hin, Instrument her: Bei all dem ist Opus auch ein Anfang. Nämlich der Anfang der Zusammenarbeit mit earMUSIC – und vor allem ein Album, auf dem der Künstler glücklich agiert, wie er selbst sagt: „Dieses Album [markiert] eine neue Ära meines Lebens. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Musik geschrieben, während ich glücklich war. Ich habe eine wundervolle Beziehung, ich habe eine kleine Tochter und eine wunderbare Familie, die mich jeden Tag inspiriert. Ich glaube das hört man in der Musik.“

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Tatsächlich: Das hört man. Und zwar bereits im Opener, auch wenn dieser ein nachdenkliches Bild abgibt. Gitarrenharmonien mit Tiefgang, der keine Texte braucht, um ebendiesen herzustellen, begegnen hier. Moll, aber mit Hoffnung, eingängige Läufe und die begleitende jazzige Perkussion (und der mehrfach begegnende kubanische Pianist Kemuel Reig) machen das Stück zu einem wirklich gelungenen Start dieses Albums, das man wohl auch nicht zufällig Opus genannt hat. Dass hier einer offenbar eins mit sich geworden ist (Stichwort „glücklich“), schimmert dann im Laufe des Albums immer wieder gerne durch. Man nehme beispielsweise Frozen in Time, das positive Gemütslagen in eingängige Gitarrenläufe transponiert und eine wohlige Harmonie mit sich bringt.

Immer wieder angenehm auffällig ist auch, wie ein Album völlig ohne Gesangsspuren niemals langweilig wird. Die Vielseitigkeit des Instrumentalismus sorgt für genug Abwechslung. Viele Einflüsse begegnen und doch bleibt der rote Faden immer erhalten. Tango-Rhythmik in Escapado beispielsweise erfreut einen da genauso wie die etwas lauteren und treibenderen Klänge in Notorious. Es hat Hand und Fuß, was der neuerdings glückliche Künstler hier auf einer knappen Stunde präsentiert und das merkt man auch als Hörer. Und auch als positiv gestimmter Künstler schafft es Al Di Meola, ansprechende und mitreißende Klänge zu veröffentlichen.

Natürlich lässt auch das Al Di Meola nicht zu einem Künstler für die breite Masse werden, aber schon allein die Erfolge in den Jazz-Charts sprechen bei Opus für sich. Wer gerne mal über seinen musikalischen Tellerrand blickt, sowieso gerne mal jazzige Klänge hört oder ein großer Freund der sechs Saiten ist, wird an diesem Album definitiv große Freude haben.

Tracklist AL DI MEOLA – Opus:

01. Milonga Noctiva (feat. Kemuel Roig)
02. Broken Heart
03. Ava’s Dream Sequence Lullaby
04. Cerreto Sannita (feat. Kemual Roig)
05. Notorious
06. Frozen in Time
07. Escapado
08. Pomp
09. Left Unsaid
10. Insieme
11. Rebels (feat. Kemuel Roig)

Weblinks AL DI MEOLA:

Homepage: www.aldimeola.com
Facebook: www.facebook.com/AlDiMeolaMusic
Twitter: www.twitter.com/aldimeolamusic

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