ROYAL BLOOD РKöln, Palladium (06.11.2017)

Royal Blood, © Markus Hillgärtner
Royal Blood, © Markus Hillgärtner
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Immer wieder geistert das Ger√ľcht herum, dass Rockmusik so gut wie tot sei. Solche Phrasen sind nat√ľrlich Irrsinn und auch gut zu widerlegen. Mike Kerr und Ben Thatcher erlangten mit ihrer Mischung aus Garage und Blues, mehr als ein Achtungserfolg. Mit nur zwei Alben sorgen sie international f√ľr Furore. Nach dem Erstling Royal Blood aus dem Jahr 2014, legte das Duo aus Brighton mit How Did We Get So Dark im Juni 2017 nach und will an diesem Abend die Songs daraus live in der Domstadt vorstellen. Doch bevor es soweit ist, begl√ľckt die Band Black Honey zun√§chst die Leute im Palladium. Auch dieses Quartett stammt aus UK und bietet Rock mit d√ľsterem Sound. Wohl auch wegen der S√§ngerin Izzy B. Phillips erinnert die Musik an die der Band Hole mit Courtney Love als Frontfrau. √Ąhnlichkeiten haben die insgesamt sieben St√ľcke durchaus auch mit Liedern von The Cure. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Black Hole f√ľr ihr Set mehr als H√∂flichkeitsapplaus erhalten. Eine Mischung aus d√ľsterem Rock mit verwaschenem weiblichen Gesang gibt es auch gar nicht so h√§ufig.

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Setlist BLACK HONEY @ Köln, Palladium (06.11.2017):

01. All My Pride
02. Madonna
03. Somebody Better
04. RIP
05. Hello Today
06. Spinning Wheel
07. Corrine

Nach der √ľblichen Umbaupause ist es dann endlich soweit. Der Innenraum ist gut gef√ľllt, die leeren Balkone des Palladiums sind f√ľr die Stimmung gl√ľcklicherweise nicht so wichtig, als Kerr und Thatcher die B√ľhne entern. Royal Blood stellen zun√§chst ihren K√∂lner Fans die Fragen How Did We Get So Dark? sowie Where Are You Now? Der Sound ist nicht die St√§rke der Location Palladium, f√ľr die Verh√§ltnisse ist er an diesem Abend gl√ľcklicherweise sehr gut. Da sich das Duo eher wortkarg gibt und zun√§chst nur die Songs f√ľr sich sprechen l√§sst, f√§llt die monstr√∂se Lichterwand noch mehr ins Gewicht. Den gesamten Hintergrund der B√ľhne bis hin zur Decke zieren Strahler, welche nur wei√ües Licht abgeben. Die Rollstuhlfahrer, die erh√∂ht auf einer Trib√ľne sitzen, werden permanent geblendet, doch der Stimmung tut dies keinen Abbruch. Musikalisch werden Royal Blood von zwei Background-S√§ngerinnen unterst√ľtzt, die dem Gesang mehr F√ľlle verleihen.

Je l√§nger das Konzert andauert, umso mehr tauen Mike Kerr und Ben Thatcher auf. Der Drummer verl√§sst ab und an sein Instrument und sucht Kontakt zum Publikum und Kerr teilt es in zwei H√§lften und es soll abwechselnd geklatscht werden. Nat√ľrlich soll jede H√§lfte dann die andere √ľberbieten. Das ist zwar nicht besonders einfallsreich, funktioniert aber.

How Did We Get So Dark?

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Wird von den Mängeln im Bereich des Entertainments abgesehen, so ist es ein Konzert, das ganz auf die Wucht des Klangs und des Lichtes setzt und die beiden geben jederzeit Gas und powern sich auch körperlich so aus, dass es völlig in Ordnung ist, dass das Konzert bereits nach 80 Minuten und nur zwei Zugaben endet. Gerockt hat es trotzdem und Werbung und Lust auf Album Nr. 3 sollte jeder Fan weiterhin haben.

Setlist ROYAL BLOOD @ Köln, Palladium (06.11.2017):

01. How Did We Get So Dark?
02. Where Are You Now?
03. Lights Out
04. Come on Over
05. You Can Be So Cruel
06. I Only Lie When I Love You
07. She’s Creeping
08. Little Monster
09. Hook, Line & Sinker
10. Blood Hands
11. Don’t Tell
12. Sleep
13. Hole in Your Heart
14. Loose Change
15. Figure It Out
16. Ten Tonne Skeleton (Z)
17. Out of the Black (Z)

Fotos: Markus Hillgärtner

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