MADNESS – D√ľsseldorf, Stahlwerk (01.11.2017)

Madness, © Angela Trabert
Madness, © Angela Trabert
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Es ist ein ungem√ľtlicher, typischer Novembertag. Trotzdem ist die Schlange vor den Toren des Stahlwerks bereits beeindruckend lang, als wir dort ankommen. Mit seinem industriellen Charme und der flexiblen Raumaufteilung bietet das Stahlwerk eine ideale Location f√ľr vielseitige Events. Heute Abend wird sich eine der bekanntesten britischen Ska-Bands die Ehre geben: Madness besuchen das Stahlwerk auf ihrer ‚ÄěHouse of Fun‚Äú Tour. Schon jetzt f√§llt auf, das heutige Konzert zieht eine bunte Mischung an Menschen verschiedener Generationen, Kleidungsstilen und Couleur an. Drinnen werden wir von viel zu warmer Heizungsluft begr√ľ√üt. Trotz der urspr√ľnglich langen Schlange, f√ľllt sich die Halle nur langsam. ‚ÄěGut so, mehr Platz zum Tanzen‚Äú, denke ich noch. Besonders positiv ist mir √ľbrigens aufgefallen, dass die Rollstuhl fahrenden G√§ste direkt eine abgesicherte Pole Position am rechten B√ľhnenrand erhalten haben. So konnten diese das Konzert ganz in Ruhe genie√üen und ihre Band ohne Probleme feiern.

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Apropos feiern. Ausgesprochen p√ľnktlich und √ľberaus rhythmisch betrat um 20:00 Uhr die N√ľrnberger Band Eskalation die B√ľhne um mit ihrem bunt gemischten Repertoire aus Ska, Alternative und seltsam stimmigen House-Kl√§ngen das Publikum auf den Abend einzustimmen. Als ob es nicht schon hei√ü genug gewesen w√§re, legten die Jungs und M√§dels eine Show auf die B√ľhne, bei der man einfach tanzen musste. Bestes Beispiel daf√ľr war √ľbrigens, dass nicht einmal ihr eigener Drummer dauerhaft sitzen bleiben konnte. Ja, die Jungs und M√§dels da oben hatten wirklich Spa√ü, das zeigte nicht zuletzt die mit vollem Eifer pr√§sentierte Choreografie. Erstaunlich, dass ihnen da noch genug Luft f√ľr ihre Blasinstrumente blieb. Das Publikum feierte mit und sp√§testens bei dem Titel G√∂rlitz (√ľbrigens aus der Feder des tanzenden Drummers) wurde wie mit einer Stimme der einpr√§gsame Refrain ‚ÄěDu bist zwar ganz nett, aber das wird nichts. W√§r‚Äė ich Saint-Tropez dann w√§rst du G√∂rlitz‚Äú gesungen. Irgendwie hat mir der Song einen bleibenden Ohrwurm beschert. Nach einer guten halben Stunde r√§umten Eskalation dann das Feld und √ľberlie√üen die B√ľhne den Roadies und Technikern um die letzten Handgriffe f√ľr die Show von Madness vorzubereiten.

Setlist¬†ESKALATION @ D√ľsseldorf, Stahlwerk (01.11.2017)

  1. Im Rausch
  2. Bau dir deine Wahrheit
  3. Lemon Tree
  4. Görlitz
  5. Degenration
  6. Kleinstadt

Zwar nicht mit Schirm, daf√ľr aber mit Charme und Melone betraten um 21:00 Uhr dann die Briten Madness die B√ľhne und wurden von ihren Fans mit frenetischem Applaus begr√ľ√üt. War zuvor noch das Keyboard von Mike Barson mit seinem Schachbrettmuster der absolute Hingucker auf der B√ľhne, sorgten Madness nach One Step Beyond, einem mitrei√üenden Prince Buster Cover mit einem tollen Lichtvorhang, f√ľr eine gro√üartige Stimmung w√§hrend der Show. Sowieso waren die Lichter den ganzen Abend √ľber ausgesprochen gut eingesetzt und haben uns in einiges Staunen versetzt. Mittlerweile war es vor der B√ľhne richtig voll geworden, ohne dass es zu Platzmangel kam. Das Publikum sang gemeinsam, tanzte gemeinsam und war sp√§testens mit dem Song Tomorrow‚Äôs Dream vollkommen aus dem H√§uschen. Die Stimmung war atemberaubend. Besonders laut wurde es noch einmal w√§hrend eines Tributes an Joe Higgs, dem wir ‚Äď sofern wir den Worten des S√§ngers Graham McPhearson Glauben schenken d√ľrfen ‚Äď einiges zu verdanken haben. Der gesunde Mix aus altbekannten Klassikern, ganz eigen interpretierten Cover Songs und St√ľcken aus dem im letzten Jahr erschienenen Album Can‚Äôt Touch Us Now schien wie absichtlich auf das gemischte Publikum abgestimmt zu sein.

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Die Herren auf der B√ľhne haben derweil trotz ihres fortgeschrittenen Alters mit uns mitgehalten und ordentlich gerockt. Quer √ľber die B√ľhne und mit dem Publikum interagierend sprangen und tanzten Graham McPhearson und Lee Thompson und genossen ihren Auftritt sichtlich. Ein besonderes Highlight war f√ľr mich auf jeden Fall der Song Mumbo Jumbo, bei dem McPhearson das Mikrofon an seinen Kollegen Thompson √ľbergab, der mit einer passend rauchigen Stimmung ein bisschen Voodoo-Feeling heraufbeschwor. ¬†Es muss wohl nicht erw√§hnt werden, dass viele der Anwesenden jedoch auf einen ganz bestimmten Song gewartet haben. Denn, selbst wer mit dem Namen der Band nichts anfangen kann, kennt vermutlich doch den 1982 erschienenen und noch immer ohrwurmverd√§chtigen Hit Our House, mit dem die Briten es in vielen L√§ndern in die Top 10 geschafft haben. Klar, dass wir da noch einmal zu H√∂chstformen aufgelaufen sind. Um kurz vor 22:00 Uhr war der Zauber dann jedoch vorerst vorbei und Madness verabschiedeten sich von der B√ľhne. Nat√ľrlich lie√ü der Schlussapplaus keinen Zweifel daran, dass das Publikum nach einer Zugabe verlangte. Und nat√ľrlich kamen die Herren dieser Bitte mehr als gerne nach. Zwei Songs gab es als Nachschlag, sodass wir um kurz nach 22:00 Uhr zusammen mit den anderen Besuchern endg√ľltig aus der gro√üen Halle des Stahlwerkes gesp√ľlt wurden. Zur√ľck in die ungem√ľtliche Novembernacht, aber voller guter Eindr√ľcke und mit dem einen oder anderen Lied auf den Lippen.

Setlist MADNESS @ D√ľsseldorf, Stahlwerk (01.11.2017)

  1. One Step Beyond
  2. Embarrassment
  3. The Prince
  4. NW5
  5. My Girl
  6. Apples
  7. Herbert
  8. The Sun and the Rain
  9. Tomorrow’s Dream
  10. Blackbird
  11. Wings of a Dove
  12. World Upside Down
  13. (Don’t Let Them) Catch You Crying
  14. Bed and Breakfast Man
  15. Shut Up
  16. Mumbo Jumbo
  17. House of Fun
  18. Baggy Trousers
  19. Our House
  20. It Must Be Love
  21. Madness
  22. Night Boat to Cairo

Fotos: Angela Trabert

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