Interview: ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO (Tomas Pettersson)

Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Ich traf Tomas Pettersson von Ordo Rosarius Equilibrio nach ihren Auftritt auf dem Amphi Festival zu einem sehr konstruktiven Interview. Dort offenbarte er einige tiefergehende Details. Nicht nur ĂŒber Ordo, ihr nĂ€chstes Album und ihre Zukunft, sondern auch wirklich persönliche Dinge.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

I met Tomas Pettersson from Ordo Rosarius Equilibrio after their gig at the Amphi festival for a very constructive interview. During our talk he revealed some in-depth details – not only about Ordo, their next album and their future, but also really personal things.

Interview auf Deutsch
Tomas: Ich wĂŒrde gerne ĂŒber all die Dinge reden, ĂŒber die ich nicht glĂŒcklich bin. Ich denke, dass wir uns momentan rĂŒckwĂ€rts bewegen. Vielleicht sehen Du oder andere Leute dies anders. Ich denke, dass die Anzahl an Leuten, die zu unseren Shows kommen zeigt, dass wir bekannt sind. Gleichzeitig aber bekommen wir nicht viele Konzert-Anfragen. Wir sind nicht in einer Situation, wo…

 

Du von Deiner Musik leben kannst?
Nein, ich war noch nie in der Lage, von Musik zu leben. Musik ist fĂŒr mich ein großes Hobby. Es ist mehr als ein Hobby, aber es ist nicht die Art, wie ich mich selbst unterstĂŒtze, weil die Musik nicht genug abwirft, um meine Familie und mich zu unterstĂŒtzen. Wenn ich keine Familie hĂ€tte – sicher, dann könnte ich von meiner Musik leben. Aber ich habe eine Familie mit zwei Kindern und einer Partnerin. Also ist fĂŒr mich im Moment nicht möglich, ein Leben zu fĂŒhren, das vollstĂ€ndig auf den Einnahmen aus meiner Musik baut. Also brauche ich einen Job, was bedeutet, dass ich 60 Prozent meiner Zeit im Beruf verbringe. Meine Familie fĂŒllt etwa 35 Prozent aus. Am Ende habe ich nur etwa 5 Prozent meiner Zeit ĂŒbrig, die ich in Musik investieren kann. Ich mag Fortschritt. Ich bin ein konstruktiver Mensch. Ich möchte, dass die Dinge voran gehen. Und wenn es nicht damit vorwĂ€rts geht, beende ich sie. Und gerade jetzt, so denke ich, ist Ordo in einer Situation, dass wenn ich hier keine Fortschritte sehe, in dem was ich mache, es beende werde.

 

Ich habe gehört, dass in diesem Jahr noch etwas kommen wird…
Ich habe ein neues Album jetzt fertig. Der Schaffensprozess fĂŒr das neue Album dauerte eine gute Weile. FĂŒr mich ist es wie ein Kind. Ich habe dieses Kind eine ganze Zeit lang aufgezogen. Über mehrere Jahre lang. Und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Aus diesem Grund habe ich dessen Veröffentlichung bisher zurĂŒckgehalten. Wir denken, dass es Zeit brauchte, sich zu entwickeln. Und auch, weil das nĂ€chste Album vor Vision: Libertine – The Hangman’s Triad veröffentlicht werden sollte. Aber ich wartete eine ganze Weile, weil ich keinen Grund sah, ein Album vorzeitig herauszubringen, bei dem ich denke, dass es sehr viel Potenzial hat. Wir konnten auf Tour gehen, und so hatten wir es ebenfalls nicht geschafft, Bilder dafĂŒr zu machen. Wir konnten keine Videos dazu drehen. Es war einfach nur ein Album, welches im Nichts verschwunden wĂ€re. Konsequenterweise habe ich deshalb beschlossen, Vision: Libertine vor diesem Album zu veröffentlichen. Und das ist, wo wir gerade stehen. Ich veröffentlichte Vision: Libertine – ein Album, was fĂŒr mich einen sehr großen Schritt vorwĂ€rts bedeutete. Wir erhielten wunderbare Bewertungen und viele gute Kritik von den Medien. Von einer Label-Perspektive aus gesehen war Vision: Libertine ein Misserfolg. Sie denken, dass es ein „Fehler-Album“ sei.

 

Weil Du nicht ausreichend Exemplare davon verkauft hattest?
Wahrscheinlich.

 

Also jeder sagt: Es ist eine wunderbares und großartiges Album, aber niemand kauft es?
Ja, das ist die Situation. Ich denke, dass das Label denkt, dass nicht genĂŒgend Exemplare verkauft wurden und es folglich ein Misserfolg sei. Aus meiner Sicht: Was ist meine Motivation, mein nĂ€chstes Album herauszubringen, was fĂŒr mich mein Kind ist, dem Label hingegen egal ist? Das sie nicht verstehen? Ich denke, dass Ordo eine glĂ€nzende Zukunft mit dem nĂ€chsten Album hat, aber ich muss das richtige Format und auch die richtigen Leute finden, welche hinter mir stehen um uns weiter vorwĂ€rts zu bringen. Denn gerade jetzt, so glaube ich, sind wir nicht einmal mehr in der gleichen Position wie im Jahr 2011, als wir Songs 4 Hate & Devotion veröffentlichten. Als wir Songs 4 Hate & Devotion veröffentlichten, waren wir bekannter denn je. Aber die Frage ist: Sind wir IMMER NOCH genauso populĂ€r wie in 2011? Ich weiß nicht. Vielleicht weißt Du es besser…

 

Nein, ich weiß es ebenfalls nicht, weil dies sehr schwer zu messen ist. Seitdem Social Media derart dominant wurde, sind die Downloadzahlen, auch die illegalen, stark angestiegen und so ist es schwer zu sagen, ob du jetzt bekannter bist als noch vor sechs Jahren. Allerdings reden die Leute jetzt viel mehr ĂŒber Dich und Deine Musik, weil sie sich aufgrund Deiner Social Media-PrĂ€senz stĂ€rker bewusst sind, dass es Dich gibt.
Dies ist eine Möglichkeit. Vielleicht hast Du Recht, vielleicht irre ich mich. Aber fĂŒr mich fĂŒhlt es sich so an, wenn ich meinen heutigen Stand mit dem von vor sechs Jahren vergleiche, und wir nun weniger Konzert-Anfragen und weniger Interviews haben und wir im Grunde weniger in Bewegung sind als vor noch sechs Jahren. So sieht mein Vergleich aus. Auf der anderen Seite aber gibt es mehr Menschen auf Facebook, die uns kontaktieren und denken, dass wir die beste Band der Welt seien. Aber ist Facebook wirklich eine Messlatte fĂŒr Erfolg?

 

Nun, das ist schwer zu sagen. Aber vielleicht ĂŒberprĂŒfen die Jungs auch YouTube…
Ich weiß nicht. Es ist im Moment eine wirklich merkwĂŒrdige Situation.

 

Du bist momentan auf einem wirklich großen Label vertreten. Wie wĂ€re es, wieder zu dem kleineren Label zu wechseln, mit dem Du schon mal zusammengearbeitet hattest?
Das Label existiert nicht mehr. Cold Meat Industry ist tot.

 

Dennoch wird es Ende des Jahres ein Cold Meat Industry Festival geben…
Ja, es wird ein totes Label gefeiert. Das 30jĂ€hrige JubilĂ€um eines toten Labels. Alle Bands kommen einfach nochmal zurĂŒck, um die Vergangenheit zu feiern – und das dreißigjĂ€hrige JubilĂ€um eines Labels, das 30 Jahre alt geworden wĂ€re, wenn es nicht zuvor bankrott gegangen wĂ€r.

 

Hast Du schon mal daran gedacht zu einem kleineren Label zurĂŒckzugehen?
Ja, ich wĂŒrde das in Betracht ziehen. Zu einem Label, das sich wirklich um Ordo und nicht so viel um Blutengel kĂŒmmert. Ich brauche keine Sonderbehandlung. Ich sehe Ordo nicht als eine riesige Band oder als eine riesige Sache an. Darum geht es nicht. Ich will kein Label, das mir den Hintern kĂŒsst oder mich anders als andere behandelt. Ich möchte einfach nur jemanden haben, der sich kĂŒmmert, der versteht, was wir tun, der denkt, dass was wir tun gut ist und der denkt, dass was wir tun zĂ€hlt. Es ist mir egal, ob es ein riesiges Label ist. Ich möchte einfach nur jemanden, der sich sagt: „Wow, das ist eine großartiger Release. Ich verstehe den Release.“

 

Hattest Du mal erwogen, es selbst zu veröffentlichen?
Ja, ich hatte bereits darĂŒber nachgedacht – schon vor einigen Jahren. Wir haben eine Idee. Ich möchte nicht ĂŒber diese Idee sprechen, aber es gibt da eine Idee.

 

Du bist aus der Region von Stockholm…
Ich komme aus Linköping. Ich wurde dort geboren und bin dort aufgewachsen. Ich lebte dort bis zu meinem 20. Lebensjahr. Zwei Tage nach meinem 20. Geburtstag zog ich nach Stockholm um, wo ich 21 Jahre lang lebte. Dann zogen wir in den Norden – an das Ende der Welt, hinter die Mauer. Ich hatte Jon Snow zur Bewachung meiner Veranda. Es ist wirklich weit weg, aber Rose ist von dort oben. Also zogen wir dorthin, um eine engere Beziehung zu ihren Eltern haben zu können und die Möglichkeit der sozialen Interaktion und des Babysitting zu haben. Wir sind nicht aus Stockholm weggezogen, weil wir nicht mehr dort leben wollten. Wir wollen noch immer dort leben, aber wir sind dazu aus sozialer Sicht aktuell nicht in der Lage. Wenn Du Kinder bekommst, wird Dein Leben ein ganz anderes. Dann Ă€ndert sich vieles und all die großen Dinge, von denen Du dachtest, sie seien wirklich groß, werden plötzlich sehr klein. Auf einmal ist das, was zĂ€hlt, eine funktionierende Familie, ein gut funktionierendes Familienleben und ein funktionierendes Leben fĂŒr Deine Kinder. Das ist die oberste PrioritĂ€t.

 

Du sagtest einmal, dass Songs 4 Hate & Devotion Dein hellstes Album war. Aber Du könntest immer wieder auf die dunkle Seite zurĂŒckkehren.
Ich denke, das haben wir getan. Du hast Recht damit, dass Vision: Libertine im Vergleich zu Songs 4 Hate & Devotion der lebende Beweis dafĂŒr ist, dass Ordo auf die dunkle Seite zurĂŒckkehrte. Vision: Libertine ist in jedem einzelnen Aspekt viel dunkler. Aber ich bin immer noch sehr zufrieden mit dem Ergebnis von Songs 4 Hate & Devotion und ich bin ebenfalls sehr zufrieden mit dem Ergebnis von Vision: Libertine. Aber ich denke, dass das nĂ€chste Album diese beiden Alben zusammenbringen wird, sodass die Leute am Ende verstehen, dass Ordo nicht nur Pop und nicht nur Dark ist, sondern es irgendwo dazwischen sein kann.

 

Ich sehe da keine Pop-Sache.
Oh, vielleicht bist Du schon angekommen. Denn wir haben viele schlechte Bewertungen und viele hassten die Songs 4 Hate & Devotion und sagten, dass sich Ordo an Out Of Line verkauft hĂ€tten. „Sie haben bei Out Of Line unterschrieben, weil sie zum Pop abdriften.“ Die Sache ist, dass Songs 4 Hate & Devotion bereits lange fertig war, bevor wir bei Out Of Line unterschrieben. Songs 4 Hate & Devotion war also eine Schöpfung, die ebenso auf Cold Meat Industry hĂ€tte erscheinen können – wurde es aber nicht, weil wir beschlossen hatten, in eine andere Richtung zu gehen.

 

Ich habe das GefĂŒhl, dass Deine Arbeit wirklich vollstĂ€ndig ist. Du singst ĂŒber wirklich persönliche Dinge. So frage ich mich, was nach der nĂ€chsten CD noch kommen könnte.
Es ist schwer zu sagen. Jedes einzelnes Album, das wir machen, ist ein Spiegelbild eines mentalen Zustandes innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Aus diesem Grund ist jedes einzelne Album ein Zeugnis dessen, was ich ertrug, erlebte, oder wer ich bin – wĂ€hrend dieses speziellen Zeitabschnitts. Jedes Album ist ein Zeugnis ĂŒber mich, Rose, die Familie und alles, und den Lifestyle. Ich denke, dass die Leute einfach verstehen mĂŒssen, dass egal, in welche Richtung wir gehen, es sich Ă€ndert. Es wird ein Spiegelbild dessen sein, wer wird sind und was wir tun, wĂ€hrend wir am Album arbeiten. Es ist sehr schwer zu sagen, worĂŒber das nĂ€chste Album sein wird. Das einzige, was ich weiß, ist, dass das nĂ€chste Album, soweit ich das sagen kann, wirklich ein Spiegelbild von mir und Rose ĂŒber einen sehr langen Zeitraum hinweg sein wird. Ich denke, es wird sich lohnen, da es wohl ein sehr kompetentes Album sein wird, in dem wir einander viel ĂŒber uns nachdenken.

 

WĂ€hrend Eures letzten Konzerts in der Skeppsholmskirche (Eric Ericsonhalle) in Stockholm wurde ein professionelles Video von Eurem Auftritt gedreht. Was planst Du mit diesen Aufnahmen?
Vor etwa sechs Monaten veröffentlichten wir unser allererstes Video, welches wir komplett selbst gemacht hatten – nur wir beide: ich und Rose. Es gab nur uns, sowohl hinter als auch vor der Kamera. Ich bin recht glĂŒcklich ĂŒber das Ergebnis, aber ich wĂŒnschte, dass ich mehr hĂ€tte machen können. Aber trotzdem: Es war ein Ordo-Video – komplett von Anfang bis Ende. Es heißt 4 All my scissor Sisters and brothers in arms. Wir spielten das Lied wĂ€hrend der FrĂŒhlingskonzerte. Ich habe schon seit lĂ€ngerem ĂŒber ein Ordo-Video gesprochen, das ausschließlich von uns gemacht wird – und es wird geschehen. Das ist nicht der Punkt. Die Frage ist: Wann wird es geschehen? Wie aber nur werden wir die Zeit finden zwischen Familienleben, Arbeit und all dem, was das Leben noch zu bieten hat? Ich denke, dass ich und Rose derzeit damit zu kĂ€mpfen haben, diese Zeit zu finden. Wir haben bereits alle Konzepte von einem sehr lieben Freund aus den USA fĂŒr uns geschrieben bekommen. Er hat das Video im Grunde bereits fĂŒr uns produziert. Es gibt eine schriftliche Zusammenfassung. Vor einigen Jahren aber starb er. Ich denke, dass dieses Video eine Hommage an ihn und all die Dinge, die er war, werden wird. Wir werden also dieses Video machen und es wahrscheinlich auf YouTube veröffentlichen – als eine Fortsetzungsgeschichte, wobei jede Woche oder jeden Monat ein Video veröffentlicht werden wird. Wir sind uns da noch nicht ganz sicher. Aber es wird eine Fortsetzungsgeschichte sein, in der Videos ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum hinweg regelmĂ€ĂŸig erscheinen werden. Am Ende werden alle Videos zusammen mit einem Soundtrack veröffentlicht werden. Es passiert also eine ganze Menge.

 

Du bist aus Schweden. Du singst alle Lieder auf Englisch…
Außer einem.

 

Wie stehst Du dazu, ein Lied auf Schwedisch zu singen?
Das haben wir.

 

…oder, wie andere SĂ€nger, auf Deutsch?
(lacht laut auf) Ich hatte einen Song. Es ist unveröffentlicht und heißt Lebensfeuer. Das ist der Song, den wir in deutscher Sprache aufgenommen hatten. Er ist seit zehn Jahren unveröffentlicht. Vielleicht gibt es einen Grund dafĂŒr.

 

Lebensfeuer ist positive Energie.
Ja, bei Ordo dreht sich alles um positive Energie. Ich denke, ich werde mich weit weg von der deutschen Sache halten. Aber vielleicht wird es eines Tages einige Texte in schwedischer Sprache geben. Kennst Du Kent? Dies ist die am meisten unterschĂ€tzte Band der Welt. Was immer die Leute denken, wie gut Kent sind – sie sind besser. Die Texte sind absolut Schwedisch. Ich möchte, dass die Texte werden gut – wirklich gut. Also kann ich nicht wirklich einen Song machen, der weniger gut ist als von Kent. Mein Englisch ist recht gut und ich denke, dass meine Englischkenntnisse ĂŒberdurchschnittlich sind. Es ist eine praktischere Sprache, in der man kommunizieren kann, weil die Worte an sich ausdrucksvoller sind. Schwedisch ist eine fantastische Sprache, weil Du interessante Wortspiele machen kannst. Zum Beispiel gibt es ein perfektes gegensĂ€tzliches Wortpaar: „Ensamhet“, was fĂŒr „Einsamkeit“ steht, und das Gegenteil davon: „TvĂ„samhet“, was „Zweisamkeit“ bedeutet. Aber es ist viel lustiger auf Schwedisch. In der Übersetzung ergibt das keinen Sinn. Schwedisch ist eine gute Sprache, aber man muss mit ihr in besonderer Art und Weise arbeiten, damit es lyrisch passt. Du musst recht viel MĂŒhe dort hineinstecken. Ich denke, sich so viel MĂŒhe mit dem Schwedischen zu machen, ist nicht sinnvoll, weil Du die Nuancen nicht verstehen wĂŒrdest. Um dies zu können, benötigst Du ein besseres VerstĂ€ndnis fĂŒr die schwedische Sprache und ihre Vielfalt. Es ist das gleiche wie mit dem Deutschen: Wenn ich einen Text in deutscher Sprache schreiben wĂŒrde, brĂ€uchte ein besseres VerstĂ€ndnis dieser Sprache, um wirklich intellektuell ĂŒberzeugend zu sein. Sonst wĂ€re es einfach nur ein durchschnittlicher Song in deutscher Sprache. Und worin liegt der Sinn, einen durchschnittlichen Text in deutscher Sprache zu schreiben, wenn Du es sehr gut in Englisch machen kannst?

 

Das ist ein gutes Argument. Ich sah auf Eurer Facebook-Seite, dass es dort Beschreibungen von Dir und Deiner Bandmitglieder gibt: „Tyrannei“, „Ausschweifung“, „Zauberei“, „Ehebruch“ und „Freiheit“…
Dies sind persönliche Reflexionen und ist ein grĂ¶ĂŸeres VerstĂ€ndnis fĂŒr die Band. Du musst diese nicht verstehen – es soll nur widerspiegeln, wer wir sind. Es ist im Grunde nur fĂŒr alle in der Band, weil es Spaß macht. Es ist eine lustige Beschreibung dessen, wer wir selbst sind, fĂŒr uns selbst.

 

Nun habe ich einige sehr kurze Fragen – eine Art „Maschinengewehr-Fragen“. Tee oder Kaffee?
Tee. Jedes Mal, jeden Tag. Vielleicht fĂŒnf Gallonen. Ich trinke viel Tee – viel Tee.

 

Bevorzugst Du schwarzen oder grĂŒnen?
Schwarz – immer schwarz. GrĂŒn ist nicht Tee. Es ist schrecklich. Rot ist noch schlimmer.

 

Das coolste Konzert das Du mit einem anderen KĂŒnstler oder Band zusammen gespielt hast?
Combichrist. Nein, nein – warte – Gothic Festival 2010/2011 in Belgien/Waregem. Ansonsten Skinny Puppy – dasselbe Konzert, dasselbe Datum.

 

Deine All-time-Lieblingsplatte?
Alphaville – Forever young.

 

Dein Lieblings-Regisseur?
David Lynch.

 

Gibt es einen Musiker/eine Band, welche Du bewunderst?
Kent.

 

Vinyl oder CD?
Vinyl. Weil Vinyl das eine grĂ¶ĂŸere Grafikformat hat, was einem viel mehr Möglichkeiten gibt, um wirklich schöne Grafiken zu machen. CD ist ein minderwertiges Format mit besserer KlangqualitĂ€t. Da gibt es eine lustige Geschichte: Wir veröffentlichten vor kurzem die Ashes ov Angels. Ist der Ton in Ordnung?

 

Ja, ist er.
Die erste Version klang richtig scheiße. Es klang scheiße, weil das Presswerk irgendwo in der Ost-Republik es scheiße hat klingen lassen. Ronny und ich hatten einen ausgedehnten und tiefergehenden Dialog darĂŒber, wie VU (Volumeneinheit) in Dezibel umzuwandeln sei, da die erste Pressung, die wir sahen, absolut schrecklich war. Vinyl ist so viel interessanter als eine CD; in jedem einzelnen Aspekt. CD ist einfach – Vinyl ist Herz.

 

Wenn Dein Leben ein GetrÀnk wÀre, was wÀre das?
Wodka Preiselbeere, denn es verfĂŒgt ĂŒber zwei gute Stoffe: Wodka ist gut und Preiselbeere ist gut. Und Preiselbeeren sind ebenfalls gut fĂŒr den Magen. Red Bull und Wodka ist die zweite Option: Wodka ist gut und Red Bull macht Dich geil.

 

Vielen Dank fĂŒr dieses GesprĂ€ch!
Danke Dir.

Interview auf Englisch
Tomas: I would like to talk about all the things I am not happy with. I think, right now we are moving backwards. Maybe you or other people disagree. I think the number of people who come to the shows basically prove the point that we are popular, but at the same time we are not getting many concert requests. We are not in a situation where…

 

You cannot live off your music?
No, I have never been able to live off music ever. Music for me is a big hobby. It’s more than a hobby, but it’s not how I support myself, because music does not give enough to support me and my family. If I didn’t have a family – sure, I could live off my music. But I have a family with two children and I have a partner. So for me, right now, it’s not possible to maintain a living which is based entirely on my earnings from music. So I need to have a job, which means that 60 percent of my time is spent on work and the family consumes about 35 percent. At the end, I only have about 5 percent of my time which can be spent on music. I like progress. I am a constructive person. I want things to move forward. And if things don’t move forward I end them. And right now, I think, Ordo is in a position that if I don’t see that there is progress in what I’m doing I am going to end it.

 

I have heard that this year, there is something coming.
I have a new album in my possession right now. The new album has been in the making for quite a while. For me, it’s like a child. I was raising this child for quite a long time. For several years. And I am very happy with the outcome of this new album. Because of that I have held back its release. Because we think that it needed time to develop and because the next album was supposed to be released before Vision: Libertine – The Hangman’s Triad. But I waited for quite a while because I didn’t see the reason to release an album prematurely as I believe it has very high potential. We couldn’t tour, therefore we couldn’t make pictures for it either. We couldn’t do any videos for it. It was just an album which would have disappeared into nothing. So, consequently, I decided to release Vision: Libertine before that album. And that’s where we are right now. I released Vision: Libertine, which for me was a very big step forward. We received marvelous reviews and a lot of good criticism from media. But from a label-perspective, Vision: Libertine is a failure. They think that it’s a failure album.

 

Because you did not sell enough copies of it?
Probably.

 

So everybody says: It’s a marvelous and great album, but nobody buys it?
Yeah, that’s the situation. I think that the label thinks it didn’t sell enough copies and consequently it’s a failure. So from my perspective: What’s my motivation releasing my next album, which for me is my child, to a label that doesn’t care? That doesn’t understand? I think that Ordo has a bright future with the next album, but I need to find the right format and the right people behind me to make us move forward. Because right now, I think we are not even in the same position as we were in 2011 when we released Songs 4 Hate & Devotion. When we released Songs 4 Hate & Devotion we were more popular than ever. But the question is: Are we STILL as popular as we were in 2011? I don’t know. Maybe you know better…

 

No, I don’t know either, because it’s tough to measure. Since social media has become rather dominant, digital downloads, also illegal ones, have increased a lot and it’s hard to say if you are more popular now than six years ago. But the people now, they talk much more about you and your music, because they are more aware that you exist because of the social media stuff.
That’s a possibility. Maybe you are right, maybe I am wrong. But for me, I just feel that, if I compare to where I am right now with six years ago, we are getting less concert requests, less interviews and we are basically just less in motion than we were six years ago. That’s my comparison. But on the other hand there are more people on Facebook that contact us and think we are the best band in the world. But, is Facebook really a measurement of success?

 

Well, this is hard to tell. But maybe those guys also check YouTube – and then, that’s it.
I don’t know. It’s a really strange situation right now.

 

You are actually represented by a really big label. What about changing and going back to the label you used to work together with?
They don’t exist anymore. Cold Meat Industry is dead.

 

But there will be a Cold Meat Industry Festival at the end of this year…
Yes, it will celebrate a dead label. The 30 year anniversary of a dead label. All the bands are just coming back to celebrate the past and the 30 year anniversary of that label which would have turned 30 years if it didn’t go bankrupt.

 

Have you thought of going to a smaller label again?
Yes, I would consider that. A label that actually cares about Ordo and not so much about Blutengel. I don’t require a specific treatment. I don’t see Ordo as a huge band or as a huge thing. That is not the point. I don’t want the label to kiss my ass or treat me differently. I just want somebody who cares, who understands what we are doing, who thinks that what we are doing is good and who thinks what we are doing matters. I don’t care if it’s a huge label. I just want somebody who thinks that “wow, this is a great release. I understand the release.”

 

Haven’t you considered releasing it by yourself?
Yes, I already considered that. I have been considering that for quite a few years. And we have an idea. I don’t want to talk about that idea, but there is an idea.

 

You are from the region of Stockholm…
I am from Linköping. I was born and raised there and I lived there until I turned 20. Two days after I turned 20 I moved to Stockholm where I lived for 21 years. Then we moved North – to the end of the world – behind the wall. I had Jon Snow guarding my front porch. It’s really far, but that’s where Rose is from. She is from up there. So we moved to her original habitat to have a closer relationship with her parents and the possibility of social interaction and babysitting. We didn’t move from Stockholm because we didn’t want to live in Stockholm. We still want to live there, but we are not able to make Stockholm work from a social perspective. If you ever get children it’s different then. Then things change and all the big things, of which you thought that they are real big before, become very small. All of a sudden: What matters to you is to have a functional family, a functioning family life and a functioning life for your children. That is priority number one.

 

You once said that Songs 4 Hate & Devotion was your brightest album. But you can always return to the dark side.
I think we did. You are right about Vision: Libertine being the living proof of Ordo returning to the dark side in comparison to Songs 4 Hate & Devotion. Vision: Libertine is much darker in every single aspect. But I am still very pleased with the outcome of Songs 4 Hate & Devotion and I’m also very pleased with the outcome of Vision: Libertine. But I believe that the next album will bring these two albums together, so people will finally understand that Ordo is not only pop and not only dark but it can be somewhere in-between.

 

I don’t see any pop-thing.
Oh, maybe you are already there. Because we got a lot of bad reviews and a lot of people who hated Songs 4 Hate & Devotion, saying that it Ordo were selling out to Out Of Line. “You’re signing to Out Of Line because they are turning pop”. The thing is that Songs 4 Hate & Devotion was already finished a long time before we signed to Out Of Line. So Songs 4 Hate & Devotion was a creation which could have been released on Cold Meat Industry, but it wasn’t because we decided to go another direction.

 

I have a feeling, that your work is really complete. You sing about really personal things. I wonder what could come after the next CD.
It’s hard to say. Every single album we create is a reflection of a mental state during a specific period of time. And because of that, every single album is an evidence in itself of what I endured or what I experienced or who I am – during that specific period of time. Every album is an evidence of me and Rose and the family and everything, and the lifestyle. So I think that people just have to understand that regardless which direction we go, it changes. It’s going to be a reflection of who we are and what we are doing at the time in which the album is created. It’s very hard to tell what the next album will be about. I only know that the next album, as far as I’m concerned, is really a reflection of me and Rose over a very long period of time. I think it will be worth it, because I think it’s a very competent album in which we reflect each other a lot.

 

During your recent concert at the Skeppsholmskyrkan in Stockholm, there was professional video footage taken. What do you plan with the video footage of this concert?
Let’s say that about six months ago we released our first-ever video that we made ourselves: me and Rose. It was just us: It was us behind the camera and it was us behind the video. I am quite happy about the result, but I wish I could have made more. But still: it was a video – an Ordo-video already from the beginning to the end. It’s called 4 All my scissor Sisters and brothers in arms. We played the song during the spring concerts. And I’ve been talking for a long time about an Ordo video which is exclusively made by us and it’s going to happen. That’s not the point. The question is: When is it going to happen? Because in-between family life and in-between work and everything life has to offer, how are we going to find the time? And I think that me and Rose are currently struggling with finding the time. We already have all the concepts written for us by a very dear friend from the US. He has already basically produced the video for us. There is a written synopsis. But a few years ago he died. I think this video is going to be a tribute to him and all the things that he was. So we are going to make this video and it’s probably going to be released on YouTube as a sequel where one video is released once a week, or once a month – we don’t know yet. But there is going to be a sequel where videos are released continuously over a long period of time – and finally, all those videos will come together and will be released with a soundtrack. So there is a lot of things happening.

 

You are from Sweden. You sing all songs in English…
Besides one.

 

So how about singing a song in Swedish?
We did.

 

Or, like other singers, in German?
(laughs out loud) I had one song. It’s unreleased and it is called Lebensfeuer. That’s the song we did in German. It’s been unreleased for ten years. Maybe there’s a reason.

 

Lebensfeuer is positive energy.
Yes, Ordo is all about positive energy. I think I will stay far away from the German thing. But maybe someday there will be some lyrics in Swedish again. Do you know Kent? This is the most underestimated band in the world. Think about how people think how good Kent are – they are actually better. The lyrics are absolutely Swedish. I want the lyrics to be good – really good. So I can’t really make a song less good than Kent. I’m a pretty decent English speaker. I think my English capability is beyond average and a more practical language in which to communicate, because the words themselves are more expressive. Swedish is a fantastic language on its own because you can use contradictions which are interesting. For example: There is a perfect contradiction which is “ensamhet” which is “loneliness” which is the opposite of “tvĂ„samhet”, which is “togetherness”. But it’s much funnier in Swedish, it makes no sense in the translation. Swedish is a good language, but it is meant to be worked with in a special way to make it work lyrically. You actually need to put in a lot of effort. I think, me putting a lot of effort into Swedish will not make any sense to you, because you will not understand the diversity anyway. For that, you need to have a higher understanding of the Swedish language and its diversity. It’s the same with German: If I wrote a lyric in German I think I would need a greater understanding of that language to make it intellectually compelling. Otherwise it would just be an average song in German. And what’s the point in writing average lyrics in German when you can do it very well in English?

 

That’s a good point. On your facebook page I saw that there are descriptions of you and your band members which say: “Tyranny”, “Debauchery”, “Sorcery”, “Adultery” and “Liberty”…
These are personal reflections and is a greater understanding of the band. You are not supposed to understand it – just supposed to reflect who we are. It’s basically just for everybody in the band to think it’s fun. It’s a funny description of who we are for ourselves.

 

Now I have some very short questions – kind of “machine gun-questions”: Tea or coffee?
Tea. Every time, every day. Maybe five gallons. I drink a lot of tea – a lot of tea.

 

Do you prefer black or green one?
Black – always black. Green is not tea. It’s terrible. Red is even worse.

 

The coolest concert you have played together with another artist or band?
Combichrist. No no – wait – Gothic Festival 2010/2011 in Belgium/Waregem. Skinny Puppy otherwise – same concert, same date.

 

Your favorite record of all time?
Alphaville – Forever young.

 

Your favorite director?
David Lynch.

 

Is there any musician/band you admire?
Kent.

 

Vinyl or CD?
Vinyl. Because vinyl has a bigger graphical format which gives you a lot more opportunities to make really nice graphics. CD is an inferior format with a better sound quality. There is a funny story: We recently released the Ashes ov Angels. Is the sound okay?

 

Yes, it is.
The first version sounded shit. It sounded like shit because the pressing plant somewhere in the east republic made it sound like shit. So me and Ronny, we had a huge, deep dialogue about how to transform VU (Volume Unit) into Decibel. Because the first pressing we saw was absolutely terrible. So vinyl is much more interesting in every single aspect than CD. CD is simple – vinyl is heart.

 

If your life would be a drink, what would it be?
Vodka cranberry, because it has two good substances: Vodka is good and cranberry is good. And cranberry is also good for your stomach. Red Bull and vodka is the second option: Vodka is good and Red Bull makes you horny.

 

Thank you very much for this interview!
Thank you.

Weblinks ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO:

Homepage: ordo-rosarius-equilibrio.net
Facebook: www.facebook.com/ordorosariusequilibrio

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