FAELEND – Ninielle

FAELEND - Ninielle
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

9 Musik

10 Eigenständigkeit

9.5

Fast rituell beginnt das langerwartete Faelend Debütalbum Ninielle beim Titelsong, bevor Gitarrensounds aus dem elektrifizierten Instrument Ben Crabáns den Chorgesang durchbrechen. Schon dieser Track zeigt, wie vielseitig die Musik der wohl ersten ernstzunehmenden Tolkien-Band ist, die auf ihrem Debüt 13 starke Songs in englischer, aber auch in der elbischen Sprache Sindarin präsentiert und den Hörer dabei in die fantastische Welt Mittelerdes entführt. Angelehnt an die Geschichten von J.R.R. Tolkien lassen Faelend uns ganz tief in ihr Universum eintauchen und obwohl sie solch unterschiedliche Musikstile wie Weltmusik, Folk sowie Mittelalter- und Synthiepop verbinden und dabei die vielfältigsten Instrumente von Gitarre und Synthesizer über Geige bis hin zur japanischen Koto und der chinesischen Pipa aufbieten, klingt hier alles wie aus einem Guss. Gerade die beeindruckende Stimme von Sängerin Anóriel zieht uns immer wieder in ihren Bann, ein Eindruck der durch mehrstimmige Passagen sogar noch weiter verstärkt wird.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Während gerade noch zu I Esgal (Gollum’s Woe), das auf dem von Faelends Ádalon in Persona seines Alter Egos Asmodi Caligari geschriebenen EGOamp-Song The Veil basiert, getanzt wurde, halten wir beim nachfolgenden Faelend (Revised) zunächst ganz tief inne und lauschen gebannt den beschwörenden Worten Anóriels, die uns wenig später in einen Tanzreigen einstimmen lassen. Lind em-môr (Lúthien and Beren) ist eine gefühlvolle Folkballade und mündet in das orientalisch angehauchte, beschwingte Gúren bêd enni (My heart tells me). Es folgt Children of Ilúvatar I (Eldar) und damit der erste Teil einer Songtrilogie, die es mir ganz besonders angetan hat. Kurz unterbrochen vom leicht jazzig-bluesigen After The Rain (Eiliant) geht es schon mit Teil II (Edain) weiter, welches die einmalige Atmosphäre der Faelend-Songs noch deutlicher zum Vorschein bringt. Gedanklich schwingt man nun wie in Trance mit dem ganzen Körper und Geist mit und lässt sich fallen, bevor Falling Stars (Gil-Estel) mit fröhlicheren Klängen für Bewegung sorgt. Die drei experimentellen Teile der Avari-Trilogie unterstreichen noch einmal die großartigen musikalischen Fähigkeiten der Band und läuten leider auch schon das Ende des Debüts ein, das seine Vollendung im instrumentalen Ninielle: Epilogue findet.

Das Debüt von Faelend ist genau so geworden, wie man es sich nach der ersten EP Children of Ilúvatar – Music from Middle Earth erhoffen durfte. Eigenständige, abwechslungsreiche Musik mit Anspruch, die zwar vordergründig vor allem Fans der Tolkien-Werke anspricht, aber auch unabhängig davon bestens funktioniert. Wer folkig-mittelalterlichen Klängen nicht vollkommen abgeneigt ist, sollte unbedingt nicht nur eins, sondern gleich beide Ohren riskieren, er wird es nicht bereuen!

Tracklist FAELEND – Ninielle:

01. Ninielle (Niénor and Túrin)
02. I Esgal (Gollum´s Woe)
03. Faelend (Revised)
04. Lind em-môr (Lúthien and Beren)
05. Gúren bêd enni (My heart tells me)
06. Children of Ilúvatar I (Eldar)
07. After the rain (Eiliant)
08. Children of Ilúvatar II (Edain)
09. Falling stars (Gil-Estel)
10. Avari Lullaby: Ainulindalë
11. Avari Dance: Echui
12. Avari Night: Fuin
13. Ninielle: Epilogue

Das Album kann auf der Bandhomepage https://www.faelend.de/ auf CD bestellt werden. Digital gibt es Ninielle zudem auf BANDCAMP

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