MOTHER TONGUE – Streetlight/Ghost Note

MOTHER TONGUE - Streetlight/Ghost Note
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8

Gesamtnote

8

Prominente Fürsprecher können immer eine gute Hilfe sein. Das durften in den 90ern auch Mother Tongue erfahren, denn The Cult-Sänger Ian Astbury schaute damals zwei Jahre nach der Bandgründung auf einer Show von Mother Tongue vorbei. Ergebnis war zweierlei: Mother Tongue durften im Vorprogramm von The Cult auftreten, außerdem war der Weg zum Plattendeal bereitet. Das selbstbetitelte Debüt-Album erschien, fand auch einiges an Kritikerlob, nur eines blieb aus: der große Erfolg. Das änderte sich auch mit Broken nicht, sodass die Band sich 1996 zunächst einmal wieder auflöste. Man wusste jedoch, was man aneinander hatte, schloss sich wieder zusammen, es folgten 2002 Streetlight und 2003 Ghost Note. Auch wenn eine erneute Auflösung folgte: Inzwischen tourt man wieder zusammen. Parallel dazu entschied man sich, die besagten beiden Alben zusammen als Streetlight/Ghost Note Fan Edition als Doppel-CD neu zu veröffentlichen.

Zunächst einmal ist da Streetlight, das mit dem selbstbetitelten Intro eröffnet und die Atmosphäre aufbaut, um dann in CRMBL Riff-gewaltig eine Klangmauer aufzubauen und rockenderweise direkt zu zeigen, wo der Hammer hängt. Es rockt, es hat funkt, es ist facettenreich, es überrascht. Das zeigt sich auf Streetlight immer wieder. Wenn man beispielsweise Future hört, das erst einmal mit leiseren Klängen anfängt und sich plötzlich wie aus dem Nichts in einer drückenden Salve funkiger Klänge mit Bass-Riffs und beinah gerappten Vocals entlädt. Atmosphärische Zwischenparts begegnen auch, wie beispielsweise Nightbirds, das eine nächtliche Stadt vor dem geistigen Auge erwecken lässt mit Polizeisirenen und bedrückender Hintergrundmusik. Auch das abgedeckte Gefühlsspektrum ist dabei groß. Klingt es mal optimistisch, mal nachdenklich, kommt manchmal auch die geballte Aggression raus, wie beispielsweise in F.T.W. All das zeigt, wie berechtigt dieser Re-Release ist.

Ghost Note macht direkt da weiter, wo Streetlight aufgehört hat und führt den Sound gut weiter. Zudem kommen teilweise noch weitere Einflüsse dazu. Beispielsweise in Coming Home, das zu seinem funkenden Rock noch Jazz-Passagen mit Saxophonen, die hier eher für Verwirrung als für Wohlklang sorgen, ergänzt. Auch das plötzliche Wechselspiel wird gerne weiter zelebriert, was man unter anderem in The Void merken kann. Beginnt es nachdenklich, wird es später zu einem verdichteten Rockstück, wobei sich die Wechsel kaum ankündigen. An anderer Stelle wiederum klingt man dann fast schon punkig, wie man in Helicopter Moon gut merkt. Hohes Tempo, sägende Gitarren und ein Stück, das zum Finale hin mehr und mehr an „Wildheit“ zunimmt. Wie schon bei Streetlight kann man auch bei Ghost Note folglich konstatieren: Ein sehr berechtigter Re-Release!

Neben den bekannten Stücken sind auf der Doppel-CD zudem vier Bonustracks zu finden. Sie erscheint als achtseitiges DigiPak mit 20-seitigem Booklet inklusive der Texte. Eine lohnenswerte Investition!

Tracklist MOTHER TONGUE – Streetlight:

01. Streetlight
02. CRMBL
03. He’s the Man
04. Future
05. Nightbirds
06. Trouble Came
07. Tides
08. Modern Man
09. Casper
10. Greed
11. F.T.W.
12. Nightmare
13. Stars
14. I’m Leaving
15. Lines Drawn

Tracklist MOTHER TONGUE – Ghost Note:

01. Dark Side Baby
02. Coming Home
03. Alien
04. The Void
05. That Man
06. The Storm
07. Missing
08. Helicopter Moon
09. Sad Song
10. In The Night Time
11. May day
12. Silhouette

Weblinks MOTHER TONGUE:

Homepage: www.mothertonguelives.de
Facebook: www.facebook.com/Mother-Tongue-112275062135074/

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