JULIETTE AND THE LICKS – Köln, Bürgerhaus Stollwerck (26.04.2016)

Juliette And The Licks, © Michael Gamon
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Getreu dem Motto „April, April, der macht was er will“ lag am Dienstag neben eklig kaltem Regen auch eine warme aber nicht wirklich sanfte Brise Rock’n’Roll in der Luft, die rund 500 Leute ins ausverkaufte Bürgerhaus Stollwerck lockte.

Die ersten hektischen Gitarrensalven feuerten vier Londoner in Hawaiihemden unter dem Namen WACO ab. Wenn man die Jungs mit drei Worten beschreiben sollte, kämen mir spontan „laut“, „schnell“ und „belanglos“ in den Kopf, wobei sie mir letzteres vermutlich nichtmal übel nehmen würden, sortieren sie sich doch selbst dem Genre „London Party Punk“ zu. Party sei hierbei nochmal dick unterstrichen, das Publikum feierte das britische Quartett ekstatisch. Könnte allerdings auch von der Bestechung mit Dosenbier herrühren, welches der Drummer in die Menge reichte.

Nach diesem Ausflug in 3/4-Takt-Gefilde mit Schülerbandcharme in Highspeed-Gefilde gab es eine kurze Verschnaufpause, ehe Juliette and the Licks nach 7 Jahren Bühnenabstinenz den Hexenkessel weiter zum Brodeln brachten. Die Scientologin und hauptberufliche Rampensau Lewis war sofort in ihrem Element und jagte mit ihrem Astralkörper in einem hautengen Evel-Knievel-Overall wie von Sinnen über die Bühne. Dabei sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Gute die magische 40 bereits vor ein paar Jahren überschritten hat aber dafür verdammt gut in Schuss ist. Puh…
Dass Lewis eine bekannte Schauspielerin ist, ist nicht das einzig Nennenswerte bezüglich der Band. Und zwar standen neben der Schauspielerin noch zwei andere Hochkaräter mit auf der Bühne; zum einen Todd Morse von der Hardcore-Punk Band H2O an der Gitarre und zum anderen Brad Wilk an den Drums, der sich bei Rage Against The Machine und Audioslave bereits einen Namen ertrommelt hat. Smash and Grab eröffnete mit seinem charakteristischen Riff die Odyssee durch einen Mix aus 4 Alben, zwei gut gewählten Coversongs und sogar zwei neuen Songs von dem noch namenlosen, unveröffentlichten Longplayer. Jeder einzelne der 12 Lieder und 3 Zugaben wurde vom Publikum dankbar angenommen und es fegten auch vereinzelt Pogotänzer durch die Menge. Leider war die Akustik sehr durchwachsen. Die Instrumente klangen oben auf dem „Balkon“ etwas vermatscht und Juliettes Stimme übersteuerte hier und da, wodurch manche Lieder nicht gleich auf Anhieb zu erkennen waren. Unten vor der Bühne wurde sie von weiteren Ohrenzeugen jedoch als angenehmer beschrieben und man sollte vielleicht nicht vergessen, dass es sich hier um ein Rock’n’Roll-Konzert handelte. Da darf es ja in Sachen Performance und Abmischen schonmal gerne etwas dreckiger zugehen. Selbstverständlich gab die Band nicht nur Vollgas, zum Beispiel bei dem Creedence Clearwater Revival Cover Proud Mary ging es etwas gemäßigter zu. Da jedoch der Refrain sehr eingängig ist, konnte sich die Band zahlreicher unterstützender Stimmen erfreuen. Perfekt abgerundet wurde der Auftritt mit den Zugaben, vorallem mit dem gelungenen Cover von Purple Rain in Gedenken an den kürzlich überraschend verstorbenen Prince und You’re Speaking My Language als Abschied mit Knall. Zudem ließen die aktuelle Single Hello Hero sowie I Know Trouble schon die Vorfreude auf das kommende Album in den Besuchern wachsen.

Setlist JULIETTE AND THE LICKS @ Köln, Bürgerhaus Stollwerck (26.04.2016)

01. Smash and Grab
02. Mind Full of Daggers
03. Sticky Honey
04. Any Way You Want
05. Purgatory Blues
06. Killer
07. This I Know
08. Hello Hero
09. Got Love to Kill
10. Proud Mary (Creedence Clearwater Revival Cover)
11. I Know Trouble
12. Get Up
13. Purple Rain (Prince Cover) (Z)
14. Hot Kiss (Z)
15. You’re Speaking My Language (Z)

Fotos: Michael Gamon

Geschrieben von
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