HURRICANE 2022 TAG 2 – Eichenring, Scheeßel (18.06.2022)

Fotos: HURRICANE FESTIVAL 2022 - Tag 2 - Green Stage
Deichkind, © Cynthia Theisinger
Geschätzte Lesezeit: 10 Minute(n)

Gestern paniert – heute frittiert. das ist entweder der Slogan eines nicht vertrauenserweckenden Fast Food Lokals aus dem Nachbarort bei dem nie ein Kunde gesehen wird, oder das  Motto des zweiten Tages des Hurricane Festivals. Viele Anwesende des Infields ziert eine Staubschicht – ob man die wohl als Ersatz für Sonnencreme nehmen kann? Alternativ benutzt man noch welche – heute knallt die Sonne unerbittlich vom Himmel – und bietet nur noch besseren Haftgrund für die Panade. Trotz der Hitze ist heute viel los, auch wenn es auf dem Infield gefühlt kein einziges schattiges Plätzchen gibt. Die Wetterfrösche quaken es bereits von den Dächern – heute wird der heißeste Tag des Junis. Na klar – es stehen auch unzähliche Hochkaräter auf dem Plan. Nun, dann mal auf in den Kampf.

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Es ist schon ein bisschen unglücklich geplant, dass das Infield pünktlich zu Beginn der ersten Band erst öffnet, so starten Schrottgrenze ihre Show vor einer handvoll Fotografen, bevor man dann während des ersten Songs an der Staubwolke am Horizont erkennen kann, dass die Schleusen geöffnet wurden und die Meute auf dem Weg ist, um ihre Lieblinge zu sehen. Etwas ist heute anders: normal sind Schrottgrenze zu viert – heute aber hat Sängerin Saskia zusätzlich hinter den Drums Platz genommen, da der eigentliche Drummer leider mit Corona das Haus hüten muss. Dennoch hat Saskia den Bogen raus und schafft es spielend, die Menge auch von den Drums aus in den Bann zu ziehen. Viele Schrottgrenze Songs handeln vom Anders sein – vom nicht die Norm erfüllen. So ist es kein Wunder, dass es auch heute – im pride month – viel darum geht, dass queere, non binäre Personen Unterstützung brauchen, weil sie leider immer noch viel zu sehr am Rand der Gesellschaft stehen. Zusätzlich machen sich die Hamburger für Hanseatic help, einer Organisation zur Hilfe von Obdachlosen, stark und bitten um Spenden. Schrottgrenze ist eine Band, bei der man sich einfach wohlfühlen kann. Egal ob man anders ist – hier fühlt man sich sicher, verstanden und kann zu den ehrlichen, aus dem Leben erzählenden Texten mitsingen, tanzen oder wonach auch immer einem der Sinn steht. Die 30 Minuten Spielzeit sind leider viel zu schnell vorbei bevor sich Saskia mit Lieb doch einfach wen du willst von der Menge verabschiedet.

Das gleiche Schicksal ereilt auch Pano. Die Graben Security entschuldigt sich erst, dass niemand da ist, Pano selbst meint aber, dass sie uns auch gerne ein Privatkonzert spielt. Mit den ersten Minuten des Konzert ändert sich das aber auch hier. “Es ist ein bisschen wie bei the Walking Dead, mit Musik lockt man die Leute an” sagt sie lachend, während immer mehr Menschen zur Bühne laufen. Leider ist der Weg vom Eingang bis zur Mountain Stage der Längste den man auf dem Infield zurücklegen kann.

Die River Stage wird derweil heute von Helgen eingeweiht. Mit dem Indie-Sound der Band wird sich hier warm getanzt, auch wenn einem der Schweiß eh schon im Nacken steht. Kalt wird einem heute definitiv nicht.

Eine Sängerin an den Drums? Hatten wir das nicht heute schon? Ja, allerdings ist es bei Brutus die Regel und keine Ausfallbedingte Besonderheit. Kennt man diese Band nicht, erwartet man auf den ersten Blick nicht unbedingt, was für eine Power Sängerin Stefanie hat. So kann einen der harte Sound der Belgier schon mal aus den Latschen hauen. Gab es bei Schrottgrenze noch nur kleine Ansätze eines Pits, sieht man hier nun die ersten ordentlichen Pits des Tages.

Poppiger geht es indes auf der Zeltbühne zu. Die britische Songwriterin Holly Humberstone, die noch ganz neu im Geschäft ist, stellt klar, das Popmusik nicht langweiliger 08/15 Radio Sound sein muss, sondern richtig Spass machen kann. Dem Füllstand des Zeltes nach zu urteilen werden wir von dieser Künstlerin noch einiges hören. 

Ein Marathon steht bei Half Moon Run nicht an, anders als der Name vermuten lässt. In einem ständigen Wechsel zwischen ruhigen und schnellen Folk-Rock Songs lässt die kanadische Band die Herzen ihrer Fans höher springen, wobei ihr neues Album Inwards & Onwards nicht zu kurz kommt.

Eine Mischung aus Indie und Blues-Rock gibt es derweil bei Reignwolf auf der Mountain Stage. “Thank you for being here so early”, begrüßt uns Sänger und Gitarrist Jordan Cook fast allein auf der Bühne. Neben seinem Schlagzeuger fehlt die dritte Person auf der Bühne, wodurch es dem Auftritt etwas an Spannung fehlt. Den Fans ist das egal. Getanzt wird dennoch.

Mit ihrem Alternative Rock sind Nothing But Thieves genau das Richtige für diejenigen, die nun, nachdem die Hitze langsam ihren Höhepunkt erreicht hat, auf das Festivalgelände stolpern. Trotz der prallen Sonne, die ohne Gnade jeden vor (und zum Teil auch auf) der Bühne einmal gut durch brät wird hier gefeiert was das Zeug hält. Was solls auch – durchgeschwitzt ist man ja eh, da macht es keinen Unterschied, ob man dazu noch abrockt.

Untätig waren Provinz in den letzten Jahren definitiv nicht. Nach dem Durchbruch 2020 mit dem Album Wir bauten uns Amerika folgte zwar kein Nachfolger, dafür jede Menge Singles. Allein in diesem Jahr bereits fünf an der Zahl. Der Erfolg spiegelt sich auch vor der Bühne wieder. Das Publikum ist bereits jetzt voll besetzt und singt die Texte der Indie-Pop-Band lautstark mit.

Wenn eine härtere Musikrichtung auf der Mountain Stage, wie bei Turbostaat, eingeschlagen wird heißt das nur eins: Die Rückkehr des Staubs. Schnell färben sich hier wieder Masken um, während die Augen reflexartig schließen möchten. Bei vielen ist an Mitsingen nicht mehr zu denken, zu hoch wäre die Belastung durch den Staub, die ersten Reihen schlagen sich jedoch tapfer und geben alles was sie können.

Zur Speerspitze der Urväter des Punks kann man Bad Religion mittlerweile auf alle Fälle zählen. 42 Jahre Bandgeschichte, unzählige verkaufte und ausgezeichnete Platten und vermutlich tausende Auftritte. Wer jetzt eine Show erwartet, die so routiniert ist, dass sie schon wieder langweilig ist, der hat seine Rechnung ohne die “Jungs” aus LA gemacht. Ja, die Songs sitzen und man ist aufeinander eingespielt – dennoch hat Sänger Greg immer wieder neue Anekdoten auf Lager und damit den ein oder anderen Lacher auf seiner Seite. Ob Bad Religion auch wie die Beatsteaks auf dem Rock am Ring eine Strichliste führen, wie oft sie bisher da waren? Wenn dann stehen sie bestimmt sehr hoch im Ranking. Praktisch am Rande: Da Bad Religion Songs – ganz klassisch Punk – recht kurz sind, verträgt sich das heute perfekt mit der Hitze – die Verschnaufpausen sind zwar kurz, aber dafür sind es die Belastungsphasen auch.

Zurück zum Hip-Hop geht es auf der River Stage bei Juju. Die als Teil von SXTN bekannt gewordene Rapperin zeigt hier eindeutig, dass Frauen sich im Hip-Hop nicht verstecken müssen. Neben den vielen eigenen Songs schafft es aber auch ein kleines Medley aus SXTN-Songs auf die Setlist, was die Fans sichtlich freut. Besonders glücklich sind aber zwei Fans, die bei Intro mit auf der Bühne feiern dürfen. Dem Wunsch von Juju, dass alle ihre Show laut Mitrappen sollen, kommt das Publikum natürlich nach.

Auch Jimmy Eat World gibt es bereits länger, als einige Besucher vor der Bühne alt sind. Umso interessanter ist es zu sehen, dass viele dieser jungen Fans selbst die alten Songs textsicher mitsingen können. Aus dem Pit, der spätestens ab Bleed American allgegenwärtig war, stiegen direkt wieder Staubschwaden in den Himmel. Ob eine Staubschicht wohl die Sonnencreme ersetzt? Morgen werden wir es sehen.

Ruhiger ist es währenddessen bei JC Stewart. nur mit einer Gitarre, einem Keyboard und einer Loop-Station steht er alleine auf der Bühne und zeigt eindrucksvoll, dass es nicht mehr braucht um eine gute Performance abzuliefern.

Ohne einen kleinen Regenschauer sollte der Tag aber auch nicht stattfinden. Wer jedoch den Weg ins Zelt zu Aurora gefunden hatte, bekam davon nicht viel mit. In einem feenhaften Kleid performed die Künstlerin ihre Songs, während sie ebenso feenhaft über die Bühne tanzt. Wer nach dem Konzert aus dem Zelt tritt und sich fragt, wo warum alles so nass ist, hat alles richtig gemacht. 

Gestern ein neues Album veröffentlicht – heute schon die Möglichkeit, es vor zigtausenden Fans zu präsentieren – dieses Glück haben die Foals, die am 17.6. ihr neues Album Live is Yours veröffentlichten und es am heutigen 18.6. direkt auf dem Hurricane spielen. So startet man direkt mit dem Opener der neuen Scheibe Wake Me Up und so manch einer beschloss, vor der River Stage stehenzubleiben und sich dem mal ruhigen, mal fordernden Indie Rock hin zu geben. Sänger Yannis Philippaki ließ es sich nicht nehmen, seine Fans per Handshake zu begrüßen und spazierte so einmal quer durch den Bühnengraben. Seinem Grinsen zu urteilen gefiel ihm, was er hörte: die Anwesenden sangen selbst die neuen Songs schon recht textsicher mit.

Mando Diao beginnen zunächst mit einer kleinen Zaubershow. Wir zaubern uns unseren Sänger herbei. Erst wird eine leerer Wagen auf die Bühne geschoben, ein paar Drehungen an der Kurbel später springt Sänger Björn Dixgård aus selbigen hervor und ab geht die Post. “Hallo Hurricane, wie geht’s? We are Mando Diao the Rock’n’Roll Kings from Sweden” sagt er uns. Was sollen wir sagen? Der erste Song Stop the Train kann den Zug der Stimmung jedoch nicht mehr stoppen. Teilweise gerät dieser vor Überhitzung schon fast außer Kontrolle, die Security kann ihn aber immer wieder mit Wasserbomben abkühlen und zurück auf die Strecke bringen. Die langsam milder werdende Sonne kommt diesem entsprechend entgegen. “So you wanna hear a banger? do you really?”, immer wieder spornt Björn das Publikum weiter an, zeigt sich aber auch von seiner Humorvollen Seite. “Where is my beer? Am I not allowed to drink because I am the singer?” fragt er, nur um kurz darauf ein kühles Blondes gereicht zu bekommen.

Hatten wir es nicht gestern erst mit Bands, die während der Pandemie richtig fleißig waren? Hier ist noch so eine: Die Engländer von Idles haben die Zwangspause ebenfalls sehr gut genutzt und neben Streaming Konzerten gleich zwei neue Alben produziert, die sie heute – energiegeladen wie eh und je, auf das Hurricane Publikum loslassen konnten. Immer voll auf die zwölf – immer einen Pit voraus. Der energiegeladene Post Punk eignet sich nunmal perfekt, um so richtig die Sau rauszulassen und Sänger Joe Talbot muss nicht wirklich um eine Wall of Death bitten – das schafft das Publikum, dass nun lange genug auf sowas verzichten musste, schon fast von allein. Natürlich wird es durch die in die Menge geschrienen Wünsche noch weiter angestachelt vollen Körpereinsatz zu zeigen. Den gibt es natürlich auch von der Bühne – während der Fronter wild gestikulierend über die Bühne rennt, nimmt der Saitenhexer erstmal ein Bad in der ausgelassenen Menge. Wer weniger auf Pits steht, schaut sich das Ganze Spektakel von der Seite an und lässt dabei die Haare fliegen. Hier ist für jeden was dabei.

Die Antilopen Gang läutet derweil des Abend des Hip-Hops ein. “Lange habt ihr gewartet die Kings sind back” hallt es von der Bühne vor dem passenden Song Die Kyngz sind Back!!!. Mit einem Haufen Selbstironie geht es hier durch das Set, aber auch einem Haufen Staub. Immerhin sind wir an der Mountain Stage, das ist da an der Tagesordnung. “Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber das hier ist die größte Menge die wir je vor einer Festival Bühne hatten”, sagt uns Danger Dan, während der Staub sich die imaginären Hände reibt. Es ist einer der wenige Moment in dem die “braune Luft” positiv zu deuten ist und nur für eine ausgelassene Party steht. Neben den vielen Songs der Antilopen performed Danger Dan jedoch auch zwei seiner Solo-Songs. Immerhin musste die Band während der Zeit in der sie keine Konzerte spielen konnte umschulen. Sie sind jetzt ausgebildete Ladendiebe, wie sie selber sagen, und stimmen dazu passend den Song Army Parka an.

Selten hat man eine Band gesehen, die echter, ja ehrlicher wirkt als so viele andere. Mit Von Wegen Lisbeth steht nun genau so eine Band auf der Forest Stage. Sänger und Gitarrist Matthias Rode sieht fast ein bisschen ängstlich aus, als er nach dem Auftakt Westkreuz die zahlreich versammelte Menge erstmal richtig wahrnimmt. “Da sind ja ein paar Leute vor der Bühne” – ja, sogar ein paar mehr, denn zur Prime Time und auch weil es sich langsam etwas abgekühlt ist das Infield gut gefüllt. “Wir spielen jetzt ein paar Songs für euch – wenn wir dürfen” – Oh bitte! Das lautstarke, textsichere Publikum macht deutlich, dass es gerade voll Bock auf den handgemachten, ehrlichen Indie Rock hat bevor es gleich bei Deichkind die letzten Energien in Krawall und Remmidemmi verwandeln kann. Man kann hier eindeutig Sagen: Hurricane Premiere geglückt – bitte auf jeden Fall wiederkommen!

Das ein gutes Konzert keinen großen Bühnenaufbau braucht stellen K.I.Z. unter Beweis. Nur ein DJ Pult und die drei Rapper, Tarek, Maxim und Nico in weißen Anzügen gekleidet. Dazu noch ein Banner, das ist alles. Aber auch alles was es braucht. das Publikum ist extrem laut, rappt jeden Song textsicher mit und hat fast schon eine zu gute Zeit. Die Security muss aber aus den ersten Reihen massenhaft Leute rausziehen, die den Druck, der von hinten entsteht, nicht aushalten können. Einige Songs später beruhigt sich die Stimmung jedoch leicht, sodass wieder alle auf ihre Kosten kommen. Auf der Bühne gibt es derweil Stilecht Champagner, man gönnt sich ja sonst nichts, während in den Songs die Gesellschaft mit viel schwarzen Humor aufs Korn genommen wird. Provokation wird hier groß geschrieben. Wäre es das nicht, wäre es aber auch nicht K.I.Z. Gut, dass es keine Show gibt ist etwas gelogen. Ab und zu gibt es dann doch nochmal etwas Pyro, wie zu Boom Boom Boom, viel ist es jedoch wirklich nicht.

So neigt sich dieser echt schon ziemlich fies heiße Tag dem Ende zu und es ist Headliner Zeit. Heute steht die Hamburger Formation Deichkind auf der Bühne und verspricht einen Totalabriss. Ja, der Vergleich hinkt vielleicht etwas, aber wer schonmal DJ Bobo gesehen hat wird ihn verstehen: Heute wird mehr ein Musical wie bei dem kleinen Schweizer geboten, als ein einfaches Konzert. Durch bewegliche Säulen (natürlich in dreiecksform) ist das Bühnenbild extrem wandelbar und da es einige “Lückenfüller” Songs a la Bude voll People gibt, kann immer wieder die nächste Aktion vorbereitet werden. So gibt es bei Richtig gutes Zeug einen “Bergsteiger” mit einem übergroßen Rucksack und natürlich gibts bei So’ne Musik die obligatorischen Dreieckshüte und Handy Westen. Im weiteren Verlauf hätten wir dann noch den Bürostuhlcorso mit einer subtilen Botschaft an den größenwahnsinnigen Idioten aus dem Osten “Fuck PTN” – beim zweiten Mal leider mit Buchstabendreher – moment – zweites Mal? Ja, denn leider musste das Konzert beim ersten mal Bück dich hoch unterbrochen werden. Zwischen dem VIP Zelt und dem Bühnen Vorplatz hatte sich eine gefährliche Engstelle gebildet, wo Menschen beinahe erdrückt wurden. So wurde das Konzert unterbrochen, bis sich die Situation aufgelöst hatte. Deichkind sah’s mit nordischer Gelassenheit und stand voll uns ganz hinter der Entscheidung erst dann wieder mit voller Fahrt weiterzumachen, wenn niemand mehr gefährdet ist. Ein paar Minuten später hatte sich die Situation zum Glück entspannt und niemand war ernsthaft zu Schaden gekommen sodass man einfach da weitermachte, wo man aufgehört hatte – und spielte Bück dich hoch einfach ein zweites Mal. Weiter ging es mit vielen Hits, Outfitwechseln und einem Ausflug ins Publikum bei Roll das Fass rein. Noch am nächsten Morgen sollte der komplette erste Wellenbrecher voll mit Federn sein, die im obligatorischem Schlauchboot bei Remmidemmi durch die Menge getragen wurden und – wie könnte es anders sein – nicht da drin blieben. Wer Deichkind noch nie live gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Dem wilden Mix aus Musical, Charthits, verrückter Choreographie und einfach nur einer einzigen Party kann man sich einfach nicht entziehen. 

Wer tatsächlich mit volle Pulle Party nichts anfangen kann lässt sich nebenan bei Kitschkrieg mit Songs aus der Konserve beschallen – gibt es so jemanden denn überhaupt? Der Füllstand vor der Red Stage sagt: Nein. Die Bude voll People war eindeutig bei Deichkind oder hatte sich bereits vor der Blue Stage versammelt, um Twenty One Pilots aus nächster Nähe sehen zu können.

Denn als der letzte Ton von Deichkind fällt, ertönt der Erste bei Twenty One Pilots – auch wenn durch die Unterbrechung das Programm etwas weiter nach hinten geschoben wurde. Zunächst beginnt es ruhig zu Heathens, bevor die Show immer weiter an Fahrt aufnimmt. Zunächst sind die beiden Künstler maskiert. Josh Dun hinter seinem Schlagzeug, Tyler Joseph am Mikrofon. Dies sollte sich jedoch, teilweise schon beim zweiten Song, ändern. Plötzlich finden sich beide auf einem Klavier wieder. Josh zieht zunächst seine Maske dramatisch ab, bevor er stilvoll mit einem Rückwärtssalto vom Klavier springt und zurück zum Schlagzeug hastet. Tyler wirkt dabei schon fast etwas erstaunt, was sich durch die Maske aber nur schwer beurteilen lässt. Folgend wird der Rest der Liveband nach und nach mit kleinen Solos vorgestellt. Tyler huscht derweil von der Bühne und kommt ganz unspektakulär ohne Maske zurück. Da hätte auch mehr drin sein können. Die Fans feiern dazu ausgelassen, wenn auch entspannter als zuvor bei K.I.Z auf der Bühne. “Its not so hot anymore, if you wanna dance do so now”, sagt Tyler und hat damit recht. Die kühle Luft ist angekommen, Pullover sind bei vielen schon zur Pflicht geworden, da hilft das Tanzen gleich wieder um etwas wärmer zu werden. ”It feels like home here in germany” sagt uns Tyler später, etwas was wir immer wieder gerne hören, sagen dies doch immer mehr internationale Künstler. Ein Grund dafür könnte auch das Ständchen für Josh sein, der genau an diesem Tag Geburtstag hat. Angestimmt werden musste dieses natürlich nicht. Dafür sorgen die Fans schon selbst und tanzen noch lange, bis die Tore des Hurricanes schließlich auch an diesem Tag sich schließen müssen. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag, wenn auch leider der letzte.

Text von Mirco Wenzel & Cynthia Theisinger

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