BIRDY – Beautiful Lies

BIRDY - Beautiful Lies
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8 Gesamtnote

8

Wer hätte das damals gedacht… Als Jasmine van den Bogaerde, besser bekannt als Birdy, 2011 mit bloß 15 Jahren ihr selbstbetiteltes Debüt-Album herausbrachte, das von Cover-Versionen bekannter und weniger bekannter Stücke vornehmlich britischer Bands lebte, war sie noch ein junges Mädchen, selbstverständlich außerordentlich talentiert, aber eben mit dem entsprechenden Bonus gesegnet. Ob das Konzept der Cover-Versionen am Klavier längerfristig Erfolg versprach, war dann jedoch ein anderes Thema. Eins, dem Birdy sich wohl auch selbst annahm, denn das Folgewerk Fire Within bestand aus Eigenmaterial und konnte sich ebenfalls gut behaupten, was vor allem Platz 5 in Deutschland und die Pole Position in der Schweiz zeigten (in ihrer britischen Heimat war es nur Platz 8).

Jetzt, mit fast 20 Jahren, erscheint der Drittling Beautiful Lies und der Küken-Bonus gilt längst nicht mehr. Es gilt, sich zu beweisen – und das tut Birdy auch. Das neue Album zeigt sie als eine erwachsene Musikerin mit einem Gespür für musikalische Schönheit, geformt in Piano-Pop der vor allem melancholisch geprägten Sorte. Dass die großen Euphorie-Hymnen hier nicht gerade zu erwarten sind, zeigt schon ein Blick auf Songtitel wie Lost It All, Deep End oder auch das eröffnende Growing Pains. Dieses zeigt schon, dass sich immer wieder so etwas wie Größe im Songwriting bemerkbar macht. Auch wenn es nicht unbedingt breitwandig angelegt ist im Arrangement, so wirkt der Sound doch so – und trotz aller Melancholie ist in dieser Pop-Perle so etwas wie Optimismus spürbar.

Die große Stärke Birdys auf Album Nummer 3 ist es, Pop-Songs mit Tiefgang zu erschaffen, die Erfolg haben, obgleich sie zu keiner Zeit anbiedernd wirken. Hört man beispielsweise Deep End, so hat man ein ruhiges Piano-Stück mit Gefühl, das im Ruhigen eine einnehmende Stimmung erzeugt und schlichtweg echt klingt. Die Echtheit ist eine der großen Stärken der Britin, denn man nimmt es ihr eben einfach ab, was sie hier spielt. Es steckt Herz drin, wie man immer wieder merkt – unter anderem auch in Silhouette, bei dem man auch wiederum merkt, was für eine starke Stimme Birdy entwickelt hat. Auch wenn der Gros des Albums dabei im ruhigen Bereich bleibt, so ist das Spiel mit den Dynamiken gut bemerkbar. Stücke wie Keep Your Head Up geben dann darin die wenigen Ausreißer, denn so positiv hört man die Künstlerin selten. So optimistisch wie der Songtitel klingt dann auch das Stück selbst. Auch diese Seite steht der Britin.

Im Endeffekt muss man der jungen Dame attestieren, dass sie auf dem dritten Album alles richtig gemacht hat, um ein großes Pop-Album zu erschaffen. Wer es gerne auch mal etwas ruhiger hat, ist bei Birdy an der richtigen Adresse. Denn auch, wenn es ruhig ist und die Produktion mitunter sehr geschliffen wirkt, so ist es doch ein Album, das einen mitzunehmen weiß und sich angenehm von vielen anderen gegenwärtigen Pop-Produktionen abhebt.

Tracklist BIRDY – Beautiful Lies:

01. Growing Pains
02. Shadow
03. Keeping Your Head Up
04. Deep End
05. Wild Horses
06. Lost It All
07. Silhouette
08. Lifted
09. Take My Heart
10. Hear You Calling
11. Words
12. Save Yourself
13. Unbroken
14. Beautiful Lies

Weblinks BIRDY:

Homepage: www.officialbirdy.com
Facebook: www.facebook.com/BirdyMusic
Twitter: www.twitter.com/officialbirdy

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