ERIK COHEN – Weisses Rauschen

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Unsere Bewertung:


8 Gesamtnote

8

 „Komm wir tauchen ins Grau, und du weißt ganz genau, der Regen schreibt neue Lieder“, so singt es Erik Cohen in Regen, einem der melancholischeren Titel seines neuen Albums Weisses Rauschen. Auch wenn Erik Cohen kein hoffnungsloser Melancholiker ist und weitab von depressiven KlĂ€ngen, so merkt man dem zweiten Album deutlich an, dass die Zeiten von Smoke Blow im gegenwĂ€rtigen Schaffen des SĂ€ngers unweigerlich vorbei sind und er sich lieber mit dem beschĂ€ftigt, was einen jeden beschĂ€ftigt: dem Leben an sich. Trotz der ĂŒberwiegenden Rock-KlĂ€nge des Albums merkt man den Texten an, dass der Kieler Musiker sich gerne in Reflektion ĂŒbt.

Das beginnt bereits beim Opener, dem druckvollen Hier ist nicht Hollywood, das mit leicht goth-gefĂ€rbten Riffs nach vorne geht und die schlichte Wahrheit besingt, eben nicht in Hollywood zu sein. Oder auch bei StĂŒcken wie Nur ein Herzschlag, das mit Alternative Country-Touch, aber höherem Tempo die Schnelllebigkeit der Dinge betrachtet („nur ein Herzschlag, der Sommer fliegt vorbei“). Auch wenn Cohen in den Texten in einigen FĂ€llen mal ĂŒber das Ziel hinausschießt – man lese Songnamen wie Neues Blut oder Der Heilige Gral – so kann man ihm insgesamt einen sehr gekonnten Umgang mit der deutschen Sprache attestieren, denn in der ĂŒberwiegenden Zahl der FĂ€lle geht er gut an den Kitsch- und Pathos-FettnĂ€pfchen vorbei.

Insgesamt ist auf dem Album so etwas vorzufinden wie eine positive DĂŒsternis, denn immer wieder merkt man die Nachdenklichkeit und Reflektion den KlĂ€ngen an, nie aber wirkt es so, dass es einen runterziehen wĂŒrde. Eher sind Inspirationen aus Gothic-KlĂ€ngen alter Schule zu hören, aber ohne dabei selbst wirklich nach Gothic zu klingen. Beschreibungen wie diese zeigen bereits, dass es gar nicht so leicht ist, fĂŒr Erik Cohen eine Schublade zu finden – etwas, das fĂŒr ihn spricht, beweist es doch, dass er es auf Album Nummer zwei geschafft hat, nach Nostalgie fĂŒr die Zukunft weiter an seinem eigenen Stil zu feilen. Ein prototypisches StĂŒck hierfĂŒr wĂ€re beispielsweise Schattenland.

Somit hat Erik Cohen mit Weisses Rauschen am Ende ein Album geschaffen, das fĂŒr verschiedene Zielgruppen geeignet sein kann. Freunde der dĂŒster angehauchten Rock-KlĂ€nge können hier genauso Gefallen finden wie Indie-Freunde. Über kleinere Schwachstellen kann man da hinwegsehen, denn das Gesamtpaket stimmt.

Tracklist ERIK COHEN – Weisses Rauschen:

01. Hier ist nicht Hollywood
02. Deine DÀmonen
03. Nur ein Herzschlag
04. Schattenland
05. Regen
06. Totenspinnengeist
07. Neues Blut
08. Der Heilige Gral
09. Tapete
10. Das gute GefĂŒhl

Weblinks ERIK COHEN:

Facebook: www.facebook.com/erikcohenofficial
Twitter: www.twitter.com/blauerseegott

Weisses Rauschen

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Geschrieben von
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