BOY & SMALL FIRES – Dortmund, FZW (18.11.2015)

(c) André Techert
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

FĂŒr ein angenehmes Bergfest sorgte am Mittwoch das deutsch-schweizerische Duo Boy sowie ihre Vorband Small Fires aus Hamburg in der ausverkauften großen Halle des Dortmunder FZWs. Dabei gefiel mir besonders, dass Valeska zunĂ€chst persönlich die Vorband ankĂŒndigte und erzĂ€hlte, dass sie und ihre Bandkollegin Sonja die Band in Hamburg haben spielen sehen und sich gleich in die Musik verliebt haben. Nach den ersten KlĂ€ngen wurde auch deutlich wieso: Small Fires, das Trio mit dem Exil-Briten und Ex-Fußballer Benjamin Galliers (Rot-Weiß Essen + Dynamo Dresden) an Mikrofon und Drums schlĂ€gt ruhige, gefĂŒhlvolle Töne an und kombiniert diese mit durchdachten Texten und gelegentlich einer Brise Tanzbarkeit. Die frisch veröffentlichte EP sollte an diesem Abend wohl kein LadenhĂŒter gewesen sein. Als besonderes Gimmick gab es sogar noch Streichhölzer obendrauf, damit sich jeder sein eigenes kleines Feuer entzĂŒnden kann.

Boy mit starker Performance trotz KehlkopfentzĂŒndung von Sonja Glass

Danach enterten Boy die BĂŒhne und eröffneten ihr Set gleich mit der Hymne We were here vom gleichnamigen Album. Erstaunlich war, dass sie es selbst in der recht großen und gerammelt vollen Halle schafften, eine intime WohnzimmeratmosphĂ€re zu kreieren, die man selbst auf dem „Balkon“ noch wahrnahm. Zu den weiteren erfreulichen Punkten gehörte neben Valeskas charmanter Moderation mit Schweizerischem Dialekt auch der gut abgemischte Sound, bei dem wirklich jedes Instrument zur Geltung kam. Dazu gehörten neben Keyboard und Gitarre auch der von Sonja gespielte Bass sowie ein Schlagzeug und Percussions. Leider hatte Sonja eine KehlkopfentzĂŒndung, sodass Valeska den Gesang an diesem Abend alleine ĂŒbernehmen musste. Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, denn sie bekam ohnehin krĂ€ftige UnterstĂŒtzung vom nicht immer ganz so textsicheren Publikum. Gelegentlich griff Valeska auch zur Akustikgitarre, was den Sound noch voller machte. Vor allem das blueslastige Boris, das die Geschichte eines aufdringlichen Verehrers erzĂ€hlt, entfaltete so eine besondere Wirkung. Der vorletzte Song Little Numbers, der der Band damals den Durchbruch verschaffte, brachte nochmal ordentlich Bewegung in die Halle und eigentlich hĂ€tte nur noch Martina Hill gefehlt, die ins Bild stolpert. Als gelungenen Ausklang des Mainsets, welches einen guten Querschnitt der beiden Alben lieferte, kredenzten sie No Sleep und verschwanden mit einem höflichen Abschiedsgruß von der BĂŒhne. Allerdings ließen sie sich vom tosenden Applaus nicht lange bitten und brachten mit dem ruhigen Into the Wild die erste Zugabe. Etwas tanzbarer wurde es danach mit This is the Beginning, bis der Abend mit dem vom Publikum gewĂŒnschten Song Skin ein sanftes Ende fand.
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Setlist BOY – Dortmund, FZW (18.11.2015)
01. We Were Here
02. Fear
03. Waitress
04. Army
05. Hit My Heart
06. Drive Darling
07. Railway
08. Boris
09. Oh Boy
10. Hotel Room
11. New York
12. Little Numbers
13. No Sleep
14. Into The Wild (Z)
15. This Is The Beginning (Z)
16. Skin (Z)

Fotos: André Techert

 

Geschrieben von
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