THE VISION BLEAK & CRYSTAL CROW – Hamburg, MarX (09.10.2014)?

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Einen ganz besonderen Leckerbissen hat sich die sĂŒddeutsche Horror Metal-Band The Vision Bleak anlĂ€sslich des zehnjĂ€hrigen JubilĂ€ums ihres Erstlingswerks The Deathship Has A New Captain einfallen lassen: Anfang Oktober gastieren sie in drei deutschen StĂ€dten und spielen neben einer Auswahl an LieblingsstĂŒcken auch das komplette erste Album.


Ein guter Grund also um sich an diesem Donnerstagabend voller Vorfreude ins gemĂŒtliche MarX (KapazitĂ€t 280), den kleinen Konzertraum in der Hamburger Markthalle, aufzumachen. Als musikalische VerstĂ€rkung haben The Vision Bleak die talentierte schwĂ€bische Formation Crystal Crow mitgebracht. Das Quartett hat vor allem Songs von ihrem im Sommer erschienenen Zweitwerk Once Upon A Midnight Dreary im GepĂ€ck und prĂ€sentiert diese dem Hamburger Publikum mit einer großen Portion Herzblut. Mit dem expressiven Dorian Gray eröffnen sie ihr beinahe einstĂŒndiges Set und animieren die Anwesenden –zu diesem Zeitpunkt leider erst circa 50 Leute- zu anerkennendem Applaus und vereinzeltem Headbangen. SĂ€nger Dirk ‚Whych‘ Binder begeistert mit seiner sympathischen Art und dynamischen Stimme. Der Frontmann mit dem imposanten Bart ĂŒberzeugt nicht nur mit hohem und tiefen Klargesang, sondern auch mit kraftvollen Growls. Musikalisch bewegen sich die Schwaben im Spannungsfeld von Dark, Doom und Heavy Metal und klingen dadurch extrem facettenreich. Mit dem rauen Time Ends beenden Crystal Crow schließlich ihren mitreißenden Auftritt und machen den Weg frei fĂŒr die Headliner des Abends.

Setlist Crystal Crow: ?
01. Dorian Gray
0?2. Scavenger Of The Dead
0?3. The Raven
0?4. Mutesheer
0?5. The Beast Within
0?6. Voice From Below?
07. Demon Of The Tomb
0?8. The Call
0?9. Time Ends

Kurz nach 22 Uhr ist es dann soweit und The Vision Bleak entern die BĂŒhne des mittlerweile gut gefĂŒllten MarX. Den BĂŒhnenhintergrund ziert ein schlichtes Band-Banner, das Schlagzeug ist noch dasselbe wie bei Crystal Crow, StarallĂŒren gibt es bei den Franken keineswegs. Nach dem atmosphĂ€rischen Intro A Shadow Arose (im Studio eingesprochen von Otto Mellies, der deutschen Synchronstimme von u.a. Christopher Lee), steigen die Horror Metaller mit dem treibenden The Night Of The Living Dead gut gelaunt in eine Setlist voller Highlights ein. In den vorderen Reihen werden vom ersten Takt an frenetisch die HĂ€upter geschĂŒttelt, was Frontmann Konstanz augenblicklich ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubert. Der charismatische SĂ€nger hat sich ĂŒberraschenderweise seiner langen MĂ€hne entledigt und prĂ€sentiert sich dem Publikum stattdessen mit markanter Kurzhaarfrisur. Bekleidet ist er stilecht mit einem schwarzem Hemd und einer langen, eleganten Gothic-Weste. Schwadorf ist Ă€hnlich gekleidet und gibt an der Gitarre alles. Wie angekĂŒndigt, geben The Vision Bleak alle StĂŒcke von The Deathship Has A New Captain zum Besten, dementsprechend werden die ersten Takte von Wolfmoon mit begeisterten Jubelrufen quittiert. Konstanz mimt nicht nur den ErzĂ€hler, sondern wendet sich auch immer wieder mit trockenen, humorvollen Ansagen ans Hamburger Publikum. Die hĂ€ufig als unterkĂŒhlt geltenden Norddeutschen brauchen heute Abend allerdings nur wenig Ansprache und lassen sich schnell zum headbangen, mitklatschen und mitwippen animieren. Auch weiter hinten ist die Begeisterung fĂŒr diese besondere Show noch deutlich spĂŒrbar und im MarX steigen langsam aber stetig die Temperaturen. Das vor Epik und DĂŒsternis nur so strotzende Deathship Symphony markiert definitiv den Höhepunkt der JubilĂ€umsshow und demonstriert eindrucksvoll die musikalische KreativitĂ€t und VirtuositĂ€t des KĂŒnstlerduos Konstanz und Schwadorf. Mit The Blocksberg Rite und Cannibal Witch folgen sodann zwei Songs vom aktuellen Album Witching Hour, von denen besonders der zweite sich als absolutes Live-Juwel entpuppt. Als Zugabe feuert die Band noch eine Salve an Hits (Carpathia, Kutulu!) auf die euphorischen Fans ab und verabschiedet sich letztlich mit dem genialen The Wood Hag unter tosendem Beifall und lauten „Zugabe“-Rufen von der BĂŒhne. Ein großartiger Konzertabend, der zwar songtechnisch ein paar persönliche Favoriten (A Witch Is Born, Hexenmeister, A Romance With The Grave) vermissen ließ, aber ansonsten rundum gelungen war.

Setlist The Vision Bleak: ?
01. A Shadow Arose (Intro) ?
02. The Night Of The Living Dead
?03. Wolfmoon
0?4. Metropolis
0?5. Elizabeth Dane
0?6. Horror Of Antarctica
0?7. The Lone Night Rider
0?8. The Grand Devilry
0?9. Deathship Symphony
?10. The Blocksberg Rite?
11. Cannibal Witch ?
12. Carpathia
?13. Kutulu! (Z)
?14. Black Pharaoh (Outro)

?15. The Wood Hag (Z)

Fotos: Axel Heyder (aufgenommen beim Konzert in Erfurt)

Geschrieben von
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