THE GASLIGHT ANTHEM – DĂŒsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (29.10.2014)

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Am 29. Oktober waren die US-Amerikaner von The Gaslight Anthem zu Gast in der DĂŒsseldorfer Mitsubishi Electric Halle. Als Supportacts hatten sie Bayside (Alternative Rock, USA) und Deer Tick (Indie-Folk-Rock, USA) im GepĂ€ck, deren Aufgabe es wurde die Halle auf Betriebstemperatur zu bringen.

Der erste Opener Bayside kam aus New York und stand pĂŒnktlich um 19:30 Uhr auf der BĂŒhne, um den DĂŒsseldorfern zu zeigen, wie man Alternative Rock macht. Die im Jahr 2000 gegrĂŒndete Band besteht seit 2006 aus den Mitgliedern Anthony Raneri (Gesang, Gitarre), Jack O’Shea (Gitarre), Chris Guglielmo (Schlagzeug), Nick Ghanbarian (Bass). Obwohl sich Bayside große MĂŒhe geben, schafften sie es nicht richtig das Publikum von sich zu ĂŒberzeugen. Es wurde zwar höflich geklatscht aber fĂŒr ausufernden Bewegungsdrang konnten sie nicht sorgen. Erst am Ende des 30 Minuten dauernden Auftritts zeigte sich ein klein wenig Bewegung im Publikum, doch da war es dann auch schon vorbei.

Nach kurzer Umbaupause wurde der zweite Supportact Deer Tick auf die BĂŒhne geschickt, der von vielen Anwesenden als weniger bekannt eingeschĂ€tzt wurde, als die VorgĂ€nger Bayside. Außerdem passten Bayside musikalisch auch besser zum Headliner, aber da es nun mal so war, wartete man gespannt auf den rund 40 Minuten dauernden Auftritt. Deer Tick setzt sich aus den Mitgliedern John McCauley III (Gesang, Gitarre), Christopher Ryan (Bass, Gesang), Dennis Ryan (Schlagzeug, Gesang) und Ian O’Neil (Gitarre, Gesang) zusammen und wurde 2004 von John McCauley III ins Leben gerufen. Das Publikum reagierte wĂ€hrend Deer Rick noch weniger als wĂ€hrend Bayside und der ein oder andere wird vielleicht sogar fast eingeschlafen sein. Die schick gekleidete Band hingegen hatte ordentlich Spaß und ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Vermutlich war ihnen im Vorhinein klar, dass sie nicht rockig genug sind fĂŒr ein Publikum das auf The Gaslight Anthem wartet.

Die 40 Minuten Wartezeit auf The Gaslight Anthem vergingen zwar nicht wie im Flug, aber als es dann endlich 20:30 Uhr war, war jegliche Ungeduld verschwunden und wich Freude. Die letzten beiden Alben kamen bei einigen Fans nicht ganz so gut an, sodass auch Spannung in der Luft lag, wie denn der Live-Auftritt ausfallen wĂŒrde. Vielleicht war das auch der Grund warum die Menge beim ersten Song Stay Vicious nicht sofort ausrastete. In den ersten zwanzig Sekunden des Auftritts sonderte das Publikum allerdings trotzdem mehr Töne ab, als wĂ€hrend der beiden Supportbands zusammen. Rein am Publikum schien die lahme Stimmung wĂ€hrend der beiden Vorbands also nicht gelegen zu haben.

Die Band The Gaslight Anthem besteht eigentlich aus Brian Fallon (Gesang, Gitarre), Alex Levine (Bass), Benny Horowitz (Schlagzeug) und Alex Rosamilia (Gitarre), doch live werden sie zusĂ€tzlich von Ian Perkins an der Gitarre unterstĂŒtzt. Erst in diesem Jahr veröffentlichte das Quartett das aktuellste Album Get Hurt, von dem es an diesem Abend ganze neun StĂŒcke zu hören gab. Die Fanreaktionen auf das neuere Material waren teils verhalten, was vermutlich auch ein Grund dafĂŒr war, dass nur rund 2.500 Leute zu dem Konzert erschienen sind. In der Mitsubishi Electric Halle die unbestuhlt bis zu bis zu 7.500 Besucher fasst, sieht das schon relativ dĂŒrftig aus. Um diesen Umstand zu kaschieren und die Stimmung zu wahren waren einige Teile, insbesondere der Oberrang und Teile des Unterrangs, mit schwarzen Stoffbahnen verhĂ€ngt, um die Halle optisch drastisch zu verkleinern.

ZurĂŒck zum BĂŒhnengeschehen: Die Band schien sichtlich gut gelaunt und hatte durchweg Spaß an ihrer Arbeit. Allen voran Brian Fallon der auch gerne mal mit dem Publikum plauderte. So versprach er beispielsweise einem Fan der lautstark Great Expectations forderte, dass es diesen Song als Zugabe geben wĂŒrde. Und was fĂŒr eine Zugabe das wurde, denn in einer Akustikversion kommt dieser Song noch um einiges mehr zur Geltung und wurde sicherlich zu einem Highlight des Abends. Dicht gefolgt vom Klassiker The ’59 Sound, der direkt im Anschluss folgte. Man kann sagen, dass die DĂŒsseldorfer Fans sehr textsicher agierten, wenn auch der Wille mitzusingen bei den Klassikern wie beispielsweise We Came To Dance, 1930 oder Wherefore Art Thou, Elvis? am grĂ¶ĂŸten war. Bewegung sah man, gemessen daran dass die Band EinflĂŒsse aus dem Punk hat, eher weniger im Zuschauerraum.

Der Sound war durchweg gut, wenn auch zu Beginn SĂ€nger Brian Fallon ein wenig von seinen Bandkollegen ĂŒbertönt wurde. Dies fiel jedoch schnell auf und wurde korrigiert, sodass sich fĂŒr den Rest des Konzertabends Instrumente und Gesang perfekt ergĂ€nzten. Alles in allem bleibt nur wenig zu bemĂ€ngeln an diesem Konzertabend. Die Vorbands, insbesondere Deer Tick, konnten eher weniger punkten, wĂ€hrend The Gaslight Anthem eine gute Show boten die nah an perfekt gewesen wĂ€re, wenn noch mehr alte Songs gekommen wĂ€ren und das Publikum ein bisschen mehr Bewegungsfreude gezeigt hĂ€tte.

Setlist The Gaslight Anthem:
01. Stay Vicious
02. Blue Dahlia
03. 45
04. 1,000 Years
05. Old Haunts
06. Wherefore Art Thou, Elvis?
07. Halloween
08. Old White Lincoln
09. Howl
10. High Lonesome
11. Stray Paper
12. Angry Johnny and the Radio
13. The Diamond Church Street Choir
14. 1930
15. Helter Skeleton
16. Underneath the Ground
17. We Came to Dance
18. Señor and the Queen
19. Get Hurt
20. She Loves You
21. Dark Places
22. Great Expectations (Z)
23. The ’59 Sound (Z)
24. Handwritten (Z)
25. The House of the Rising Sun (Ashley & Foster Cover) (Z)
26. Wooderson (Z)
27. Sweet Morphine (Z)
28. We’re Getting a Divorce, You Keep the Diner (Z)

The Gaslight Anthem:

Deer Tick:

Bayside:

Fotos: Markus HillgÀrtner

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Fotos: Nothing More

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