JIMMY EAT WORLD & RIVAL SCHOOLS РKöln, Live Music Hall (13.11.2013)

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Am 13. November 2013 stattete die US-amerikanische Alternative Rock Band Jimmy Eat World der Live Music Hall in Köln-Ehrenfeld einen Besuch ab, um mit den Fans die Veröffentlichung des nun achten Studioalbums Damage (veröffentlicht am 7. Juni 2013) zu feiern. Aber der Großteil der Fans war wohl eher vor Ort um in alten Erinnerungen zu schwelgen und den Soundtrack ihrer Jugend dabei live zu genießen.

Doch bevor es mit dem Hauptact des Abends losging standen Rival Schools auf der B√ľhne um mit Post-Hardcore die Zuschauer aufzuw√§rmen. Rival Schools bestehen zurzeit aus S√§nger und Gitarrist Walter Schreifels, Schlagzeuger Sammy Siegler und Bassist Cache Tolman und stammen aus New York.

Als die drei Jungs in Begleitung eines Gitarristen den Konzertabend er√∂ffneten war die Halle schon gut gef√ľllt. Mit Songs wie Used For Glue und Missing Glider versuchten sie die Live Music Hall auf den Jimmy Eat World Gig vorzubereiten. Was anfangs maximal ein wenig Kopfnicken seitens der Zuschauer hervorrief, steigerte sich im Laufe der gut 40 Minuten Spielzeit immer weiter, sodass gegen Ende bei Songs wie Dreamlife Avenger (wie er sagte √ľber harte Jungs auf Hardcore-Konzerten und wie dumm das Ganze doch ist) oder dem Abschluss Reaching Out das Publikum laut Beifall klatschte. Doch bevor das geweckte Interesse noch h√§tte in Begeisterung umschlagen k√∂nnen war auch schon Schluss und die B√ľhne w√ľrde f√ľr Jimmy Eat World umgebaut, deren Backdrop auch schon w√§hrend des Rival Schools Auftritt den B√ľhnenhintergrund zierte.

Jimmy Eat World besteht aus S√§nger und Gitarrist Jim Adkins, Schlagzeuger Zach Lind, Gitarrist Tom Linton und Bassist Rick Burch und ist somit fast in Urbesetzung unterwegs, Einzig Bassist Burch war bei der Bandgr√ľndung 1993 noch nicht mit an Bord, schloss sich der Truppe aber bereits zwei Jahre sp√§ter an.

Als das Saallicht endlich kurz nach 21:00 Uhr zum zweiten Mal erlosch und die Mannen um Frontmann Jim Adkins unter Beifall die B√ľhne betraten, legten Jimmy Eat World mit der ersten Singleauskopplung der neuen Platte I Will Steal You Back los. Doch wenige Takte sp√§ter war es schon wieder ruhig, denn es gab technische Probleme mit der Gitarre. Fronter Jim nahm es mit Humor und meinte, dass man so hart gerockt habe, dass es die Gitarre nicht mehr ausgehalten habe und man so zumindest ein wenig wie in den Anfangstagen sei. Schnell war das Problem behoben und es konnte weiter gehen. Oft richtete Jim das Wort im Folgenden nicht an die Fans, er lie√ü eher die Musik sprechen und so blieb mehr Zeit f√ľr Songs, was wohl jedem Recht war.

Die Publikumsreaktionen bei diesem ersten neuen Song (und allen folgenden vom neuen Album) waren gut, aber wenn man es mit dem gesamten Abend vergleicht nicht so gut wie sp√§ter bei den √§lteren St√ľcken. Vermutlich hatten viele der Anwesenden die neue CD noch nicht gekauft und waren insbesondere wegen den Klassikern, die im Kopf fest mit Jugenderinnerungen verkn√ľpft sind, angereist.

Das K√∂lner Publikum zeigte sich mitsingfreudig, was sich bei den eing√§ngigen Refrains der Band auch sehr anbot. Egal ob Bleed American oder der ‚ÄěWhoa, oh, oh, oh, oh, oh‚Äú Teil in Sweetness, ganz egal die K√∂lner sind lautstark mit dabei. Insbesondere der vordere Teil der Halle feierte eine ausgelassene Party und bewegte sich ordentlich. Weiter hinten standen die etwas √§lteren Zuschauer, die einfach nur gen√ľsslich bei einem Bier der Mukke lauschen wollten.

Viele der Anwesenden werden Jimmy Eat World aus ihrer Jugend kennen und f√ľr einige wird es vermutlich eine der ersten Rockbands gewesen sein, deren CD Einzug in den heimischen Plattenschrank fand. Umso sch√∂ner diese Jugenderinnerung live auf der B√ľhne zu erleben und dass sich auch die Stimme von Jim Adkins kaum ver√§ndert hat passt da doch sehr gut. W√§ren wir doch alle nochmals so jung wie damals, als Jimmy Eat World ihre ersten gro√üen Erfolge feierten…

Als sich nach √ľber 20 Songs das Ende des Abends abzeichnete, waren noch einige Songw√ľnsche offen, sodass nat√ľrlich vehement nach einer Zugabe begehrt wurde, die dann in Form von drei Songs auch gew√§hrt wurde, sodass das Konzert unter begeistertem Applaus zu den T√∂nen von The Middle, dem Jimmy Eat World Hit √ľberhaupt, endete.

Die US-Amerikaner pr√§sentierten an diesem Mittwochabend ein sehr bunt gemischtes Spektrum durch ihre Diskografie und schafften es so jeden Zuh√∂rer in der Live Music Hall zufrieden zu stellen. Dass dem ein oder anderen Gast ein Song gefehlt haben d√ľrfte bleibt bei acht Studioalben nicht aus. Aber immerhin waren der Gro√üteil der Singleauskopplungen und somit auch die bekanntesten Songs auf der Setlist vertreten. Das mag man auf der einen Seite kritisieren, da das Ganze doch sehr vorhersehbar war, aber diejenigen die Jimmy Eat World noch nie oder sehr selten live gesehen haben, werden sich mit Sicherheit √ľber das Best-Of gefreut haben. Klasse Abend!

Setlist Jimmy Eat World:
01. I Will Steal You Back
02. Big Casino
03. My Best Theory
04. Appreciation
05. Your New Aesthetic
06. Lucky Denver Mint
07. A Praise Chorus
08. Hear You Me
09. Book of Love
10. Futures
11. Work
12. Action Needs An Audience
13. Heart Is Hard to Find
14. Damage
15. Let It Happen
16. Pain
17. Blister
18. No, Never
19. Always Be
20. Sweetness
21. Bleed American
22. Chase This Light (Z)
23. 23 (Z)
24. The Middle (Z)

Jimmy Eat World:

Rival Schools:

Autor & Fotos: Markus Hillgärtner

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