VNV NATION – Oberhausen, Turbinenhalle (24.08.2013)

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Nach genau drei Monaten ist es soweit und die Tickets fĂŒr den VNV Nation Nachholtermin können nun eingelöst werden.
Auf Grund einer akuten Krankheit des Frontmanns Ronan Harris musste das Konzert im Duisburger Landschaftspark im Mai kurzerhand abgesagt und in die schicke Turbinenhalle nach Oberhausen verlegt werden.

Das laue AbendlĂŒftchen weht bis ins Innere der Turbinenhalle. Eine AbkĂŒhlung ist in den Abend nicht mit eingeplant. Die Temperatur in der Halle steigt auf gefĂŒhlte 40 Grad, so dass die Haut die darauf liegende Klamottenschicht förmlich ansaugt. Trotz dieses Handikapa und Millionen Schweißtropfen die ĂŒber den Körper rinnen, wird spĂ€ter getanzt und gefeiert… bis der Arzt kommt.
Der lĂ€sst leider nicht lange auf sich Warten. Nach einem guten Start in die synthetische Tanzwelt der Briten mit Genesis oder Sentinel, verlĂ€sst die Band bei Homeward unverzĂŒglich die BĂŒhne und lĂ€sst viele Fragezeichen in den Gesichtern der Fans zurĂŒck. Eine ErklĂ€rung fĂŒr die ungewollte Pause gibt es schnell ĂŒber das Mikrofon aus dem Backstagebereich.

Ein lang gesungener Ton, wie er im besagten Song vorkommt sei Schuld an der Misere und löste einen Krampf im LungenflĂŒgel aus. Vielleicht hĂ€tte sich Harris eine lĂ€ngere Live-Pause gönnen sollen, um sein Leiden vollstĂ€ndig zu kurieren.

Das Publikum bleibt nach dieser Nachricht gelassen zurĂŒck, ordert GetrĂ€nke oder nutzt die Gelegenheit im Außenbereich zu rauchen. Panik oder böse Worte sind nicht zu vernehmen, nur freudige Erleichterung als das Konzert nach 15 Minuten etwa fortgesetzt wird.

Der zweite Teil fĂ€ngt vertrĂ€umt mit Illusions an. Langsam steigert sich der Takt und das Publikum bewegt sich zum nĂ€chsten StĂŒck rhythmisch mit.
Das neue Album von VNV Nation ist noch in der Mache, neue Lieder stehen bei diesem Gig nicht, wie sonst bei einer Albumtour im Vordergrund. Die Band bestĂŒckt die Anthems Setlist mit vielen Exoten, die viel zu oft im Dunklen verborgen bleiben und nur zum passenden Longplayer mit auf die BĂŒhne durften. Heute ist es anders und die SchattenschĂ€tze drĂ€ngen sich den Hits auf.

Trotz zahlreichem Eigenmaterial schaffen es auch zwei Coversongs in das Repertoire der Elektroniker. Der erste Zugabenblock wird mit Nitzer Ebbs Getting Closer, das uns Mark Jackson um die Ohren knallt, und dem Das Ich Klassiker Destilat zum Schwitzen gebracht.
Damit der krĂ€ftige Sound auch richtig knistert werden Ronan Harris und Mark Jackson live wie gewohnt von zwei weiteren Musikern am Synthie unterstĂŒtzt. Jackson bleibt mit seinen elektronischen Drums allein fĂŒr das wuchtige Volumen verantwortlich.

Melodien wie bei Solitary sorgen fĂŒr melancholische Momente mit hymnischem Taktschlag. Die Masse vertraut ihren Helden blind und taumelt zum Takt.
Ronan ist auch heute der ruhelose Frontmann und hechtet im Stechschritt rekordverdĂ€chtig die BĂŒhne auf und ab, bleibt kurz am Rand stehen und beugt sich Richtung Fans. Trotz seines hektischen Auftretens hat der SĂ€nger alle Zeit der Welt und bindet immer kleine GesprĂ€che in die ZwischenrĂ€ume ein.

Kein Wunder, dass sich der Auftritt dadurch auf gut zwei Stunden ausdehnt. Das Musizieren wird dabei allerdings nicht vernachlĂ€ssigt und VNV Nation kommen nicht nur fĂŒr einen zweiten, sondern auch fĂŒr einen dritten Nachschlag auf die BĂŒhne der Turbinenhalle zurĂŒck. Neben heißen Tanzbeats kommt bei VNV Nation immer wieder die kĂŒhle Elektronik zum GĂ€nsehaut erzeugen, mit Nova oder Beloved etwa- ins Spiel. Die Menge dankt es mit viel Applaus und einer enthusiastischen Stimmung.

Ronan Harris bleibt nicht unbeeindruckt von dieser Dynamik und bestĂ€tigt immer wieder wie großartig dieser Auftritt ist.
Im gegenseitigen EinverstĂ€ndnis könnte der Abend endlos werden. Dennoch erhellt sich der Innenraum nach den letzten StromstĂ¶ĂŸen von Perpetual und dieses Erlebnis ordnet sich unter Anthems in die schönen Erinnerungen ins GedĂ€chtnis ein.

Setlist:
01. Firstlight
02. Legion
03. Sentinel
04. Genesis
05. Carbon
06. Standing
07. Homeward
08. Illusion
09. Chrome
10. Space & Time
11. Control
12. Getting Closer (Nitzer Ebb cover) (Z)
13. Destillat (Das Ich cover) (Z)
14. Solitary (Z)
15. Nova (ZZ)
16. Beloved (ZZ)
17. Resolution (ZZ)
18. Electronaut (ZZ)
19. Further (Acoustic) (ZZZ)
20. Where There Is Light (ZZZ)
21. Perpetual (ZZZ)

 

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