IAN ANDERSON – Dortmund, Westfalenhalle 3A (24.05.2013)

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Es war Freitag, der 24. Mai 2013 als sich Rockfans fortgeschritteneren Alters vor der Westfalenhalle 3A versammelten um Ian Anderson, bekannt durch seine Querflöte und den Gesang bei Jethro Tull, mit Band live zu erleben. So waren es insgesamt mit Ian Anderson (Gesang, Querflöte, Akustik-Gitarre), John O’Hara (Keyboards, Akkordeon), David Goodier (Bass), Scott Hammond (Schlagzeug), Ryan O’Donnell (Gesang, Tanz, Schauspiel) und Florian Opahl (Gitarre) fĂŒnf Musiker, welche an diesem Abend beide Teile des Albums Thick As A Brick spielen wĂŒrden.

Thick as a Brick ist ein 1972 erschienenes Konzeptalbum von Jethro Tull und handelt von der Weltansicht eines Kindes welches irgendwo zwischen der UnbekĂŒmmertheit des Kindseins und dem Ernst des Erwachsenseins ist. 2012 brachte Ian Anderson genau 40 Jahre nach dem ersten Teil mit Thick as a Brick 2 die Fortsetzung heraus, die den Jungen von damals nun als rund 50-jĂ€hrigen beschreibt, wobei verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten vorkommen.

Vor Beginn des Auftritts staunten die Zuschauer nicht schlecht, als Band- und Crewmitglieder in Hausmeisterkitteln gekleidet die BĂŒhne fegten, Staub wischten und Instrumente und sonstiges Equipment inspizierten. Bei diesen AufrĂ€umarbeiten fanden sie ganz zur Erheiterung der Anwesenden auch einen BH und ein Kondom. Das ganze Schauspiel erinnerte stark an den Humor von Monty Python und zeigte die Richtung in die der Abend gehen wĂŒrde, denn der komplette Auftritt war eine Mischung aus klassischem Rock-Konzert, Schauspiel und Witz.

Die Setlist des Abends war vorab bekannt, denn beide Alben sollten in ihrer kompletten LĂ€nge gespielt werden. Aber trotzdem war es fĂŒr die anwesenden Fans mitnichten langweilig und vorhersehbar, denn dadurch dass das ganze Spektakel medial mit Videoleinwand aufbereitet war und das pure Hörerlebnis durch das Schauspiel erweitert war, gab es wirklich fĂŒr alle Zuschauer Überraschungsmomente.

Schauspieler, TĂ€nzer und SĂ€nger Ryan O’Donnell hatte wohl den vielfĂ€ltigsten Job an diesem Abend. Zum einen sorgte er fĂŒr viel Abwechslung auf der BĂŒhne zum andern unterstĂŒtzte er Ian am Gesang, da dieser nicht Querflöte spielen und gleichzeitig dabei singen konnte. Stimmlich lag er erstaunlich nah am jungen Ian und da er auch als Schauspieler einige Erfahrungen machen konnte (u.a. fĂŒr die BBC) war er wohl der perfekte Kandidat fĂŒr diese Show.

Mitten wĂ€hrend des ersten Albums klingelte Ians Handy und seine Lieblings-Geigerin Anna Phoebe war dran. NatĂŒrlich hatte er fĂŒr sie keine Zeit, aber er bot ihr an via Skype mitzuwirken, was sie dann auch auf der Videoleinwand tat. Warum im Hintergrund ein Mann im Taucheranzug durch ihre Wohnung/Haus marschierte werden wir wohl nie erfahren.

Als das erste Album gespielt war gönnte Ian seinen Zuhörern, seiner Band und sich eine Pause. WĂ€hrend sich die Zuschauer die Beine vertraten (das Konzert war bestuhlt), eine Zigarette rauchten oder sich mit GetrĂ€nken und GummibĂ€rchen eindeckten machte sich Ian hinter der BĂŒhne bereit fĂŒr die zweite Runde. Im Vergleich zum ersten Album, welches nur aus zwei langen Tracks besteht, hat Thick As A Brick 2 mehr und kĂŒrzere Lieder, wobei auch hier die Vielfalt verschiedener Stile und Tempi sehr ausgeprĂ€gt ist.

Eine gute Mischung also fĂŒr ein Konzert, wobei insbesondere richtige Jethro Tull und Ian Anderson Fans auf ihre Kosten kamen und ein hervorragendes Konzert/Schauspiel erlebten. FĂŒr Leute die die Musik zwar mögen, aber nicht im Detail mit allem vertraut sind, fehlten ein paar „Best of Jethro Tull“ Nummern, da nur der grĂ¶ĂŸte Hit Locomotive Breath als ZugabenstĂŒck von anderen Alben prĂ€sentiert wurde. Dies soll aber keine Kritik sein, denn was man geboten bekommen wĂŒrde war ja von Anfang an bekannt. Daher waren die Zuschauer in der rund 2/3 gefĂŒllten Westfalenhalle auch höchst zufrieden mit dem, was man ihnen da fĂŒr ihr Eintrittsgeld darbot.

Setlist Ian Anderson:
01. Thick As A Brick I
02. Thick As A Brick II
— Pause —
03. From A Pebble Thrown
04. Pebbles Instrumental
05. Might-have-beens
06. Upper Sixth Loan Shark
07. Banker Bets, Banker Wins
08. Swing It Far
09. Adrift And Dumfounded
10. Old School Song
11. Wootton Bassett Town
12. Power And Spirit
13. Give Till It Hurts
14. Cosy Corner
15. Shunt And Shuffle
16. A Change Of Horses
17. Confessional
18. Kismet In Suburbia
19. What-ifs, Maybes And Might-have-beens
20. Locomotive Breath (Z)

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