MUMFORD AND SONS – DĂŒsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (03.04.2013)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

7.200 Leute in der Mitsubishi Electric Halle in DĂŒsseldorf – ausverkauft und das schon seit Monaten. Denn bei nur vier Terminen in ganz Deutschland sind die Karten fĂŒr eine Band wie die Mumford & Sons natĂŒrlich schnell vergriffen. So war bereits vor Konzertbeginn schnell zu erkennen, dass auch viele Gruppen von NiederlĂ€ndern zu dem Konzert angereist waren. Dies ließ sich schnell damit erklĂ€ren, dass die Briten von Mumford & Sons nur ein Konzert in den Niederlanden geplant hatten.

Aber nun von Beginn an – wer sind eigentlich die Mumford & Sons? Es handelt sich hierbei um eine Folk-Rock Band aus London, die sich 2007 zusammenfand. Sie besteht aus dem Frontmann Marcus Mumford, dem Banjonisten Winston Marschall, dem Keyboarder Ben Lovett, sowie dem Kontrabassisten Ted Dwane. 2009 veröffentlichten sie dann ihr DebĂŒtalbum Sigh no more, mit dem sie nicht auf Anhieb ihre jetzige PopularitĂ€t gewannen, erst nach einem Jahr in den britischen Album Charts gelangte das Album dann mit Platz 2 auf seine Höchstposition. Danach tourten sie erst mal lange und viel und produzierten wĂ€hrenddessen ihr aktuelles Album Babel, mit dem sie momentan auf Tour sind. Dies ist wesentlich erfolgreicher gechartet und gelangte so in den UK, wie in den USA auf die Spitze der Album Charts.

Doch zunĂ€chst sollten uns vor dem großen Auftritt der Mumford & Sons zwei andere Bands einheizen bzw. einstimmen. Es startete die kanadische Indie-Rock Band Half Moon Run, die ihr DebĂŒtalbum letztes Jahr veröffentlichte und dieses Jahr direkt ihr aktuelles Album Call me in the afternoon hinterher schob. Mit bekannten, wenig innovativen KlĂ€ngen und ein wenig verloren wirkenden KĂŒnstlern auf der riesigen BĂŒhne der Mitsubishi Electric Halle, versuchten sie das Beste, um die Menge an sich zu fesseln. Aber bis auf eine nette Choreographie des SĂ€ngers an einer Floortom, gibt es zu ihrem Auftritt nicht so viel Nennenswertes zu berichten. Und so verließen sie wieder nach sechs Liedern relativ zĂŒgig die große BĂŒhne. Im nĂ€chsten Akt durften wir die britische Indie-Rock Band Mystery Jets begrĂŒĂŸen. Die fĂŒnfköpfige, aus London stammende Band rockte gut und gab mitunter ihre Hits wie You can’t fool me Dennis, The Boy who ran away und Two doors down zum Besten. Frontmann Blaine Harrison saß dabei die ganze Zeit auf einem Hocker und spielte abwechselnd an der Orgel oder Gitarre. Der Grund, dass er das ganze Konzert sitzend spielen musste, ist, dass er seit Geburt an der Krankheit Spina bifida leidet, welche einen Muskelschwund in den Beinen verursacht. Auch diese Sitzposition tat der Stimmung aber natĂŒrlich keinen Abbruch und sie rockten munter die große Halle. FĂŒr ihren letzten Song liehen sie sich den Kontrabassisten der Mumford & Sons aus und beendeten ihren Auftritt mit viel Applaus der Menge.

Dann endlich begannen die Umbauarbeiten auf der BĂŒhne fĂŒr den Hauptact, die Spannung stieg merklich und alle schienen voller Vorfreunde, die Band um Markus Mumford endlich in Aktion zu erleben. Schließlich war es so weit, das Licht in der Halle wurde gedimmt, die Musik verstummte, die ersten Musiker betraten die BĂŒhne und stimmen das erste Lied Babel an. Danach kamen auch die Mitglieder der eigentlichen Band und ganz zum Schluss kam Herr Mumford himself, schnallte sich die verstĂ€rkte Akustikgitarre um und stimmte final zum Lied an – die Menge feierte die Band sehr und es war eine großartige Stimmung in der Halle. Im Chorus des zweiten Liedes I will wait war die Menge sogar so laut, dass sie den verstĂ€rkten Marcus Mumford ĂŒbertönte, was er wiederum seinen Fans mit einem Grinsen ĂŒber beide Wangen quittierte. Diese Stimmung hielt auch noch im dritten Lied White Blank Page an. Erst im vierten Lied Holland Road, welches an sich ruhiger ist, wurde die Menge ebenfalls ruhiger, um entspannt die LivequalitĂ€t des Frontmanns zu genießen. Denn das sei hier nochmal explizit erwĂ€hnt, diese Stimme mit einem Volumen, welche sogar in ruhigen gefĂŒhlsvollen Liedern eine so große Halle wie die Mitsubishi Electric erfĂŒllt, ist besonders live ein absoluter Genuss. Aber nicht nur die Stimme des SĂ€ngers war Spitzenklasse, auch die Lichtshow des Konzerts verlieh dem gesamten Auftritt etwas Besonderes. Mit Lichterketten, die von der BĂŒhne aus bis zum ersten Wellenbrecher reichten und vielen LED-Lampen, die durch satellitenartige Elemente verstĂ€rkt wurden, hatte die Lichttechnik des Konzerts sehr viel zu bieten.

Die KĂŒnstler scherzten viel auf der BĂŒhne untereinander und kommunizierten mit dem Publikum, bis auf Herrn Mumford, der hielt sich dabei meist zurĂŒck, wandte sich zwischen den Liedern gerne mal vom Publikum weg und schien ein wenig Abstand von dem Hype um sich zu suchen. Das siebte Lied war dann jenes, auf welches wahrscheinlich viele gewartet hatten, denn Little Lion Man ist die Singleauskopplung ihres ersten Albums, mit dem sie den Durchbruch schafften. Auch der Rest der insgesamt 14 Lieder des regulĂ€ren Sets war ein guter Mix aus Hits ihres DebĂŒts und den vielversprechendsten ihres aktuellen Albums. Danach spielten sie noch The Cave, welches sie als erstes Lied von insgesamt zwei Liedern ihrer Zugabe zum Besten gaben.

Zusammenfassend kann man die sympathische Band aus London nur loben, sie zeigten eine tolle Show, mit viel Hingabe und BĂŒhnenprĂ€senz, in der von der Lichttechnik bis zur Setlist alles stimmte. Wir freuen uns schon auf die nĂ€chste Tour mit dem nĂ€chsten Album im GepĂ€ck!


Setlist Mumford & Sons:

01. Babel
02. I Will Wait
03. Whispers in the Dark
04. White Blank Page
05. Holland Road
06. Timshel
07. Little Lion Man
08. Lover of the Light
09. Thistle & Weeds
10. Ghosts That We Knew
11. Roll Away Your Stone
12. Broken Crown
13. Awake My Soul
14. Below My Feet
15. The Cave (Z)
16. Dust Bowl Dance (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Mumford & Sons:

Mystery Jets:

Half Moon Run:

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