BLACK LIGHT BURNS & JAYCE LEWIS – Köln, Underground (29.01.2013)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)
„THEY WILL KILL YOU“

Es ist ein herrlicher Dienstagabend in Köln und allmĂ€hlich fĂŒllt sich das Underground mit gut gelaunten Menschen.
Diese lĂ€sst man auch nicht lange warten und so beginnt JAYCE LEWIS den Fans so richtig einzuheizen. Live wird der junge Brite von einem Gitarrist, einem Bassist und einem Drummer begleitet. Schon beim zweiten Song entpuppt sich Jayce als echtes Multitalent und greift selber zu den Drumsticks. SpĂ€testens hier fallen dem geĂŒbten Zuhörer die EinflĂŒsse von Sepultura auf. Auch die folgenden Demonstrationen seiner GitarrenkĂŒnste lassen nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig und das Publikum ist begeistert. Aber wen wundert es? Schließlich steht ihm der oberste Sith Lord Darth Vader (David Prowse) himself seit Jahren treu zur Seite und unterstĂŒtzt seinen SchĂŒtzling wo er kann. Da braucht Jayce das Publikum nicht mal zum klatschen animieren, denn das geschieht von ganz alleine. Der von den Musikern ausgehende Elan scheint sich auf alle Anwesenden zu ĂŒbertragen und die Stimmung ist fabelhaft bis zum Schluss. Womit eindeutig bewiesen ist, dass man sich bei der Wahl des Support wirklich MĂŒhe gegeben und die absolut richtige Entscheidung getroffen hat.

Als die Musiker die BĂŒhne nach dem zehnten Song verlassen, wirken sie erschöpft aber gut gelaunt und begeben sich nach einer kleinen Pause an ihren Merchandising-Stand, wo sie den Fans freundlich fĂŒr Autogramme, Fotos und netten GesprĂ€chen zur VerfĂŒgung stehen. An dieser Stelle sei dann auch noch Folgendes schnell erwĂ€hnt: WĂ€hrend der gesamten Show kauert ein sympathisch wirkender junger Mann in der linken Ecke der BĂŒhne und kĂŒmmert sich um den reibungslosen Ablauf der Instrumentenwechsel und trĂ€gt so seinen Teil zum tollen Auftritt bei.

Setlist Jayce Lewis:
01. Intro
02. Severe Sever
03. Solitare
04. Electric Medicine
05. Paradox
06. Wrath
07. Perfect Defect
08. Revolution
09. ???
10. Icon

Zum Umbau gibt es auf der BĂŒhne ein regelrechtes Gewimmel, ein Hin und Her wie im Ameisenbau. Da fallen die beiden bĂ€rtigen Herren im Anzug zuerst kaum auf. Doch als sich auch ein dritter AnzugtrĂ€ger dazu gesellt, beginnt man das Treiben genauer ins Auge zu fassen. Nun fallen den Beobachtern auch die geschminkten Gesichter auf und ein Tuscheln geht durch den Raum. Plötzlich greifen die Herren nach den Instrumenten und beginnen eine lautstarke Diskussion darĂŒber, wie und wann man denn anfangen sollte. Nach einigen Minuten, einigt man sich mit dem Tontechniker auf ein Startsignal und noch bevor das GelĂ€chter verklungen ist, legen die vier Jungs endlich los.

Innerhalb von Sekunden fĂŒllte sich der Zuschauerraum bis in die letzte Ecke und die Menge tobt.
Black Light Burns SĂ€nger Wes Borland und seine Bandkollegen scheinen sofort in ihrem Element zu sein. Vom ersten bis zum letzten Ton glĂ€nzt man durch BĂŒhnenprĂ€senz, Power, Ausstrahlung, Charisma und Schweiß. Darum kann man getrost auf Lightshow oder sonstigen Schnickschnack zur GĂ€nze verzichtet. Denn wer Wes kennt, der weiß, wo er auftaucht, da ist immer was los. Schließlich ist er nicht nur ein verblĂŒffender Musiker, sondern auch der geborene Entertainer. Er und Bassist Dennis Sanders greifen fast jeden Zwischenruf aus dem Zuschauerraum auf und verwandeln ihn in einen echten BrĂŒller.

Außerdem scheint man sich kulturell vorbereitet zu haben. „Sind DĂŒsseldorfer hier?“ fragt Wes in die Runde. Als einige Zuschauer bejahend jubeln, reißt er die Augen weit auf und erklĂ€rt, man solle es lieber abstreiten. Schließlich sei man ja hier in Köln. Um ihnen noch eine Chance zu bieten, den Fauxpas wieder gut zu machen, stellt er die Frage erneut. Aber die Fans sind diesbezĂŒglich wohl lernresistent und jubeln abermals. Darauf hin wirkt Wes verschwörerisch und flĂŒstert ins Mikro. „Psssssst, they will kill you!“ Schallendes GelĂ€chter erfĂŒllt das Underground.

NatĂŒrlich hĂ€lt man auch immer wieder lautstark RĂŒcksprache mit der Tontechnik. Schließlich will man ja den optimalen Klang erreichen. Als dann Dennis‘ Mikro streikt, erscheint der junge Mann, der sich zuvor bei Jayce Lewis um die Instrumentenwechsel kĂŒmmerte und bringt das Mikro in Ordnung. DafĂŒr wird er mit gebĂŒhrendem Applaus gefeiert und von Sean höchst persönlich geknuddelt. NatĂŒrlich informiert man das Publikum sofort darĂŒber, dass es sich hier um Christian handelt. Als sich Christian aus der Umarmung lösen kann, verlĂ€sst er mit rotem Kopf, unter tosendem Gejubel, die BĂŒhne und die Show kann weiter gehen. Am Ende erklĂ€rt Wes, das nun der letzte Song kĂ€me und sie grundsĂ€tzlich keine Zugaben geben wĂŒrden. DafĂŒr wĂŒrde er sich nach der Show aber Zeit nehmen um jeden einzelnen zu umarmen. Dies besĂ€nftigt die Fans sofort und alles wartet gespannt darauf, dass der letzte Ton verklingt. Und tatsĂ€chlich, Wes singt das letzte Wort und hĂŒpft in die Menge. Welch ein grandioser Abschluss fĂŒr einen gelungenen Abend.

Nun ist dies hier nur eine extreme Zusammenfassung der Geschehnisse und ich könnte noch unzĂ€hlige Zeilen mehr schreiben. Trotzdem kĂ€me nicht ansatzweise rĂŒber, was Black Light Burns geleistet haben. Darum will ich abschließend nur noch eines sagen. Wer einen Fabel fĂŒr Alternativ Rock besitzt und die Möglichkeit hat ein BLB-Konzert zu besuchen, ergreift die Gelegenheit beim Schopfe. Es lohnt sich.

Setlist Black Light Burns:
01. Stop A Bullet
02. I Want You To
03. Mesopotamia
04. 4 Walls
05. Coward
06. It`s Good To Be Gold
07. Cruel Melody
08. The Colour Escapes
09. The Hate Of My Life
10. Splayed
11. Lie
12. We Light Up
13. How To Look Naked
14. Lucretia My Reflection (The Sisters of Mercy Cover)
15. So Alive (Love and Rockets Cover)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Black Light Burns:

Jayce Lewis:

Autorin: Das Dusa
Fotos: Michael Gamon

Geschrieben von
Mehr von Sparklingphotos.de

TORUL & EGOAMP – Oberhausen, Kulttempel (11.10.2015)

EGOamp wurde von Asmodi Caligari und Cesare Insomnia gegrĂŒndet. Das Projekt wird...
Weiterlesen