THE OTHER & DIE STRAFE – Krefeld, Kulturfabrik (21.12.2012)

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Wir schreiben den 21.12.2012. Es regnet und man wartet auf die Wirbelst├╝rme, Tornados, den Feuerregen vom Himmel, der alles erfassen, entz├╝nden und mit sich rei├čen will. Kugelblitze, Erdbeben, zusammenst├╝rzende Hochh├Ąuser, einrei├čende Stra├čen. Haben die Maya sich doch geirrt und wir bleiben heute verschont? Doch dannÔÇŽpl├ÂtzlichÔÇŽein Surren und Knattern, Nebel, der einem die Luft zum Atmen raubt. Zu fr├╝h gefreut?
Keineswegs, denn die Erde steht wie zuvor und wir auf ihr. Um genau zu sein, befinden sich rund 150 Personen, viele darunter d├╝ster gekleidet, in einem mindestens genauso d├╝steren Raum mitten in Krefeld. Sind wir die Letzten? Das nicht, aber daf├╝r die Einzigen. Die Einzigen, die am heutigen Tage in den Genuss kommen werden, Horrorpunk vom Feinsten zu erleben. Wieso also den Gruselinterpretationen diverser Pseudo- Endzeit- Wissenschaftler hinterherjagen, wenn man das Grauen hier und heute live und gut vertont mitverfolgen kann?

ÔÇ×Du stehst im Publikum und wei├čt nicht, was du sehen sollst: uns oder den Weltuntergang.ÔÇť Gl├╝cklicherweise haben sich einige an diesem Abend richtig entschieden, denn auf Letzteres h├Ątte man sicher lange warten k├Ânnen. Die Strafe, die in der KuFa den musikalischen Startschuss setzen, gibt es live und zum Greifen nahe. D├╝ster angehauchter Punkrock aus M├Ânchengladbach mit Texten die mal nur am Fleisch kratzen, mal unter die Haut gehen und mal verwirren scheinen genau das Richtige f├╝r den Moment zu sein. Und auch wenn sich einige der hier Anwesenden noch nicht so recht zwischen Tresen und B├╝hne entscheiden k├ÂnnenÔÇŽfr├╝her oder sp├Ąter dringen die gut verdaulichen Melodien und Rhythmen an jedes Ohr und wecken hier und da Aufmerksamkeit und Wohlgefallen. Die drei Herren bestechen heute nicht nur mit guter Musik, sondern bei einem Set, das sich weit ├╝ber eine Stunde hinaus zieht, auch mit ziemlichem Biss und Ausdauer. Eine solide Show, die wir uns hier als ÔÇ×StrafeÔÇť f├╝r unser nicht Erscheinen zum Weltuntergang abholen d├╝rfen.

Setlist Die Strafe:
01. Es klopft
02. F├╝r Gestern
03. Gegen Morgen
04. Tausend Tode
05. Strafe muss sein
06. Das Pessimistenlied
07. Das Optimistenlied
08. Chaosfrau
09. Die Welt ist schÔÇŽ
10. Frickel
11. Krefeld
12. Ich glaube
13. Gedeih und Verderb
14. Herbst
15. Fremde
16. Mimi
17. Die Zeit vor dem Tod
18. Angst

Wenig sp├Ąter bahnt sich dann doch noch etwas Endzeit- Stimmung an, als zwischen k├╝nstlichem Kerzengeflacker und dichtem, stickigen Nebel pl├Âtzlich ein Werwolf und Frankensteins Monster neben einem blutdurstigem Arzt und einem Kannibalen auftauchen. The Other stehen auf der B├╝hne und locken die Fans dicht an den B├╝hnenrand, wissend, dass sich heute und hier jeder dieser Stimmung, diesem ÔÇ×AnderenÔÇť hingeben wird. Und das ist auch bei einem Spektakel, das mit Songs wie My Home Is My Casket, Fright Night oder Back To The Cemetery beginnt, nicht schwer. Die ambitionierte Band aus NRW wei├č ganz genau, wie sie mit den M├Ąchten der Dunkelheit umgehen muss, um die Fans in ein absolutes Stimmungshoch zu katapultieren. Und das macht den Jungs sichtlich Spa├č. Frontmann Rod Usher umgarnt die Menge und l├Ąsst es sich nicht nehmen, immer wieder ganz dicht bei ihr zu sein und die vorderen Reihen sogar ins Mikro singen zu lassen. Der gut gelaunte Werwolf hat zu jedem St├╝ck den passenden Gesichtsausdruck parat und auch wenn sein Mikrofon mitunter etwas runtergeregelt klingt, gibt er stimmlich alles, was in ihm steckt. Musikalisch hangelt man sich von einem Kracher zum n├Ąchsten und obwohl jeder genug Platz zum Zappeln und Springen hat, bleibt es nicht aus, dass sich die K├Ârper ber├╝hren oder die langen Haare beim Headbangen mal das Gesicht des Nachbars streifen. Doch nicht nur Haare fliegen durch die Luft, sondern auch Augen. Was? Ja, Augen! Nur diese hier sind aufblasbar und so gro├č wie ein Fu├čball. Ein H├Âhepunkt ist auf jeden Fall das eing├Ąngige und klanglich bemerkenswerte St├╝ck Hier Kommt Die Dunkelheit, bei dem auch kein Bein, kein Kopf unbewegt bleibt. Eine geniale Show, die besser als jeder noch so gut inszenierte Weltuntergangs- Blockbuster ist. Und doch wissen wir nicht, wie lange wir uns noch bei einem Schlussakkord ├á la End Of Our Time in Sicherheit w├Ągen d├╝rfenÔÇŽ

Setlist The Other:
01. My Home Is My Casket
02. Transylvania
03. Fright Night
04. Back To The Cemetery
05. Der Tod Steht Dir Gut
06. Howling At The Moon
07. Skeletons In The Closet
08. Puppet On A String
09. Take You Down
10. Lovesick Mind
11. Beware Of Ghoules
12. Fire From Outer Space
13. Ripley 8
14. The CreatureFrom The Black Lagoon
15. Hier Kommt Die Dunkelheit
16. Nightmare On Halloween
17. Become Undead
18. Lovers Lane
19. Passion For The Kill
20. Tarantula
21. End Of Our Time

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase m├Âglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

The Other:

Die Strafe:

Autorin: Tanja Pannwitz
Fotos: Michael Gamon

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