Chrom – Synthetic Movement

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9 Bewertung

9

Das elektronische Duo CHROM bestehend aus Chris (Vocals, Lyrics, Music) und Tom (Music, Recordings) sind beileibe keine Unbekannten mehr. Die DĂŒrener Band wurde quasi von „Blutengel“ Mastermind Chris Pohl entdeckt, auf dem Fuße unter Vertrag genommen und als Live Support mit auf Tour genommen. Ihr Debutalbum „Electroscope“ wurde wohlwollend bei der Kritik sowie bei den Fans aufgenommen und zeigte bereits die Marschrichtung an, die die Jungs zukĂŒnftig einschlagen werden.

Synthetic Movement beginnt mit „Memories“ und mit diesem Track wird man ohne großes Intro ins Universum von CHROM katapultiert. Stampfende High Temp Beats, drĂŒckende Basslines, verzerrte Leadsounds und dazu ein Chorus, der vor lauter Pathos aus alle Poren schwitzt. SpĂ€testens jetzt ist man gefangen, möchte tanzen, mit den Armen wedeln. Besser kann man ein Album nicht beginnen. Doch Chris und Tom haben ihr Pulver noch lange nicht verschossen. Mit einem Militarybeat und aggressivem Gesang im Strophenteil und dem romantischen, einschmeichelnden Hauptteil wird ein weiterer Knaller geadelt. „Surrender“ hat all das und noch mehr. Da ergibt man sich buchstĂ€blich gerne und das immer wieder. NatĂŒrlich darf ein Low Tempo Track auch nicht fehlen, man kann ja nicht immer nur Gas geben. „Lonelines“ lĂ€sst es krĂ€ftig menscheln und verwöhnt den Hörer zwar nicht unbedingt mit kreativen Melodien, aber umso mehr durch eine tolle Instrumentalisierung und, ja, man muss es wieder erwĂ€hnen: Herz! Eine Prise De/vision wird bei „Losing myself“ in den wohlschmeckenden Kuchen gemischt, so dass man sich anschließend die Finger lecken möchte. Prompt möchte man einfach jeden umarmen, der sich in der NĂ€he befindet. Der Song ist einfach göttlich schön. Punkt. „In my World“ bedient Ă€hnliche Instinkte, auch hier ist der Chorus deutlich origineller als die Strophe, ein Stilmittel des sympathischen Duos. WĂ€hrend bei „WeÂŽll be alone“ ein schönes Piano spielerisch den Track bestimmt, möchte man bei „Slave“ wieder die Tanzschuhe anziehen und ĂŒber den Dancefloor stampfen. Der Standard an guter EBM/Future- und Synthpop Musik wird ĂŒber die gesamte Spielzeit gehalten und lĂ€sst kaum Langeweile aufkommen. Es gibt hier eine deutliche Steigerung der ersten CD „Electroscope“ zu beobachten und man merkt bei „Synthetic Movement“ in jeder Sekunde, dass hier mit viel Herz und Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Es stimmt jeder Sound, jede Drumspur, jeder gesungene Ton. All diese Merkmale, die man bei den letzten Outputs von VNV Nation schmerzlich vermisst hat, findet man hier wieder. Aufpassen Ronan, CHROM befinden sich bereits auf der Überholspur! „So High“ zum Beispiel kombiniert wieder gekonnt Tanzbarkeit mit reichlich Mitsingpathos, eine FĂ€higkeit, die CHROM im Moment am besten beherrscht. „Your Destiny“ schließt den musikalischen Reigen extrem guter elektronischer Musik wiederum durch perfekt programmierte Beats, Melodie und Tiefe.

Fazit: perfekt produzierter TanzflÀchen-Pop mit Sinn, Herz und Verstand, welcher nach Zugabe schreit.

Diese CD könnte Euch gefallen, wenn ihr auf eine gelungene Mischung aus EBM, Synth- und Futurepop steht.

Tracklist:
01. Memories
02. Surrender
03. Loneliness
04. Losing Myself
05. In My World
06. We’ll Be Alone
07. Slave
08. Break The Chains
09. Let It Go
10. So High
11. Your Destiny

Autor: Frank Stienen

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