The Wars – Healings

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The Wars – Healings

Seit 2008 besteht das Berliner Trio mit dem martialischen Namen The Wars und hat in dieser Zeit dank diverser SamplerbeitrĂ€ge fĂŒr solch namhafte Projekte wie die Advanced Electronics Serie oder die von Szene-DJ Thomas Thyssen initiierte Samplerreihe „Darkness Before Dawn“ im Untergrund bereits fĂŒr Aufsehen sorgen können. Nun wagt man sich Ende MĂ€rz, passend zum FrĂŒhlingsanfang, auch endlich mit dem DebĂŒtalbum „White Out“ an die OberflĂ€che. „Toga“ als Eröffnungstrack geht dabei noch etwas zurĂŒckhaltend vor, doch schon „White Out“ macht deutlich, dass The Wars gekommen sind um zu bleiben. Sie gehören zur zweiten Post-Punk Generation und nennen Bands wie The Chameleons, Joy Division, aber auch U2 als ihre EinflĂŒsse. Doch auch Bands wie She Wants Revenge oder The Strokes dĂŒrften den drei HauptstĂ€dtern nicht ganz fremd sein und so haben sie sich hier ohne zu kopieren einiger positiver Eigenschaften bedient. „White Out“ ĂŒberzeugt durch einen treibenden Rhythmus, einen einnehmenden Refrain und geschickte Dynamikwechsel. Im Gegensatz dazu beginnt der Titeltrack „Healings“ fast sakral und man kann sich Frontmann Chris Kowskis Stimme durchaus im grĂ¶ĂŸeren Rahmen einer Kirche vorstellen, wo sie genug Raum zum Atmen hat und sich voll entfalten kann. Doch auch aus der Konserve verfehlt sie ihre Wirkung nicht und macht dem Hörer den Einstieg in die Welt der Wars leicht. Hat die Stimme in den ruhigen Phasen ihre kĂŒnstlerisch großen Momente, sorgt sie gemeinsam mit der Rhythmusfraktion bei den zĂŒgigeren StĂŒcken aber auch fĂŒr ordentlich Power, wovon „Parsec“ perfektes Zeugnis ablegt. Das gesamte Album versprĂŒht eine leicht dĂŒstere, aber sehr angenehme AtmosphĂ€re, ist durchaus leicht zugĂ€nglich und hat mit „Succubus“ ein weiteres Highlight zu bieten, bei dem man sich schnell ertappt, innerlich bereits mitzusingen. Diese dunkle EingĂ€ngigkeit, ohne dabei auch nur im Entferntesten belanglos zu wirken, ist -neben den zum Teil sehr aktuellen Themen der Lyrics- ein echtes Markenzeichen des Trios, das in der Lage sein könnte, szenefremden Musikfans den Einstieg in die Post-Punk-Szene zu erleichtern.

The Wars beweisen, dass Post-Punk auch heute noch durchaus abwechslungsreich und frisch klingen kann. Große Emotionen schwingen in ruhigen Momenten mit, das Tanzbein zuckt bei den treibenden Songs und auch fĂŒr Liebhaber angenehmer Melodien ist gesorgt. Ein rundum gelungenes DebĂŒt!

Tracklist:
01. Toga
02. White Out
03. Healings
04. Parsec
05. Enclave
06. Safari
07. Jet Stream
08. Nature
09. Succubus
10. Ethon
11. Coast

Autor: Michael Gamon

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