DURAN DURAN & A SILENT EXPRESS – Dortmund, Westfalenhalle II (28.01.2012)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Den Beginn des schönen Konzertabends bestritt eine junge niederlĂ€ndische Band, deren Stil sich irgendwo zwischen „The Editors“ und „White Lies“ einordnen lassen könnte: „A Silent Express“. Die fĂŒnf Jungs prĂ€sentierten nach ihrem Liveintro „CrocketÂŽs Theme“ einige StĂŒcke ihres Albums „Now!“. SĂ€nger Rik konnte sich sichtlich glĂŒcklich gar nicht oft genug dafĂŒr bedanken, die Chance zu bekommen, im Vorprogramm der Kultband „Duran Duran“ zu spielen und das Publikum war offensichtlich auch begeistert vom Sound der HollĂ€nder, was man u.a. an dem offenen Applaus nach StĂŒcken wie dem Ohrwurm „I Never Saw This Coming“ merken konnte. Die Zuschauer in Dortmund hĂ€tten sicherlich gerne noch mehr von der Band gehört, doch nach gut 30 Minuten, die sich aber eher wie 10 Minuten anfĂŒhlten, mussten sie wohl oder ĂŒbel Platz fĂŒr den Hauptact des Abends machen.

Und der war niemand anderes als die britische Band „Duran Duran“, die bereits seit Ende der 70er Jahre besteht und an diesem Abend fast in Urbesetzung (Andy Taylor wurde von einem Gastgitarristen ersetzt) aufspielte. Auf dunkler BĂŒhne, unterstĂŒtzt durch große Projektionen russischer Bilder, ertönte das stimmungsvolle Liveintro, als die Jungs die BĂŒhne erklommen und es endlich los ging. In weißes Licht gehĂŒllt spielten Duran direkt den ersten Knaller „Planet Earth“, die erste Single der Band ĂŒberhaupt. Der Track kam sehr gut an und als Simon Le Bon in seiner Glitzerjacke ĂŒber die BĂŒhne hĂŒpfte, ging wohl spĂ€testens jetzt jedem Fan das Herz auf und die Zuschauer sangen aus voller Kehle „Na nana nana nanana, this is Planet Earth“ mit. Die anschließende technische Panne wurde durch Simons Charme und britischem Humor gekonnt ĂŒberspielt und der 1985er Hit „A View To A Kill“ aus dem gleichnamigen James Bond Film mit Roger Moore ließ schöne Erinnerungen wach werden. Erstmals kam Background SĂ€ngerin Anna zu Ehren, unterstĂŒtzte sie gekonnt Simons angenehmen Gesang durch ihre kraftvolle Stimme, was sie bei „All you need is now“ mĂŒhelos beweisen konnte. Keyboarder Nick Rhodes, der wie in den 80er Jahren sein androgynes Äußeres hinter seiner Keyboardburg versteckte, erzĂ€hlte dem Publikum ĂŒber seinen Museumsbesuch in Dortmund, bevor die ehemalige „New Romantic“-Band zeigte, dass sie ihre Fans lieben und Mr. Le Bon im Zuschauerraum auf TuchfĂŒhlung ging. Ein Fan in der ersten Reihe („Freddie“) durfte ganz ohne Druck (Simon: „…das wird jetzt gar nicht stressig, zumindest nicht fĂŒr mich“) den „Mitsing“-Part „Nananana“ des Überhits „The Reflex“ singen und die Fans stimmten enthusiastisch mit ein. Eine Äußerst coole Version des Klassikers. Auch „Come Undone“ vom unbetitelten Longplayer von 1993 (bekannt als „The Wedding Album“) kam gĂ€nsehautmĂ€ĂŸig herĂŒber, wobei Anne den weiblichen Part ĂŒbernahm. Auch die aktuelle Single „Girl Panic“ (im genialen Videoclip kann man wie so oft in Duran Duran Clips etliche Starmodels entdecken, dieses Mal aber in ungewöhnlichen Rollen) erzeugte eine geniale Stimmung, erinnert das Lied sogar ein wenig an den 1981er Hit „Girls On Film“. Besonders energievoll wirkte der „Percussion“-Battle im Mittelteil.

Damit sich der vollbĂ€rtige Frontman Simon etwas ausruhen konnte, spielte die Band das Instrumental „Tiger Tiger“, nachdem „Bass-Beau“ John Taylor die Fans aufforderte, krĂ€ftig zu „twittern“. Die kurzen Mitteilungen flimmerten ĂŒber die Leinwand, wĂ€hrend der oft uninspiriert wirkende Percussionist eine kleine Saxophoneinlage zum Besten gab. Die „Twitter“-Aktion zeigte, dass die britische Band noch lange nicht zum alten Eisen gehörte. Mit viel Elan und Spaß am Musizieren prĂ€sentierten sie alte Klassiker und neue Hits, dass es eine pure Freude war. Die cool-funkige Coverversion „White Lines“ von Grandmaster Flash & Melle Mel lud zum Mitmachen ein und schon war der ganze Saal in Bewegung. Die Version von „Careless Memory" schallte recht rockig um die Ecke und „Ordinary World“ wurde durch ein Meer von Leuchtsticks unterstĂŒtzt. Eine schöne Stimmung erzeugte SĂ€nger Simon, als er wĂ€hrend „(Reach Up For The) Sunrise“ mit einem ĂŒberdimensionalen Spiegel ins Publikum strahlte und die Halle den hymnischen Chorus mitsang und abfeierte. Die Menschenmasse in der Westfalenhalle II war mehr als „Hungry Like The Wolf“ und wurde prompt durch einen weiteren Smasher belohnt, nĂ€mlich den Überhit „The Wild Boys“, den die Jungs in einer genialen Version spielten, mit kurzer „Relax“-Stelle einer anderen Kultband, nĂ€mlich „Frankie Goes To Hollywood“. Besonders wirkungsvoll war in der Liveversion der Einsatz der Drums und wenn man die Augen schloss, konnte man die „Mad-Max“ Figuren aus einem der besten Videoclips der 80er Jahre umherfliegen sehen. Der absolute Höhepunkt der Show. Leider war hier bereits der Hauptteil des Konzertes vorbei, jedoch ließen es sich die Jungs natĂŒrlich nicht nehmen fĂŒr einige Zugaben zurĂŒckzukehren. Das funkige „Notorious“ wurde nicht nur dazu missbraucht, die Band vorzustellen, sondern auch dazu, erneute Partystimmung zu erzeugen und das schafften Duran Duran spielend, bevor sie sich mit „Rio“ endgĂŒltig von den Fans verabschiedeten und man am Ende, als das Saallicht wieder erhellt wurde, in glĂŒckliche Gesichter blickte.

Setlist:
01. Before The Rain
02. Planet Earth
03. A View To A Kill
04. All You Need Is Now
05. Being Followed
06. The Reflex
07. Come Undone
08. Safe (In the Heat of the Moment)
09. Girl Panic!
10. Tiger Tiger
11. White Lines (Grandmaster Flash & Melle Mel Cover)
12. Careless Memories
13. Ordinary World
14. Hungry Like The Wolf
15. (Reach Up For The) Sunrise
16. The Wild Boys (inkl. "Relax" Cover)
17. Notorious (Z)
18. Rio (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos.

Duran Duran:

A Silent Express:

Autor: Frank Stienen
Fotos: Michael Gamon

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