COMBICHRIST / GRENDEL / IMPLANT / XMH – NL-Tilburg, 013 (30.12.2011)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Kurz vor dem Jahresende beehrten Combichrist mit Gästen das 013 in Tilburg, wo sie im Dommelsch-Room , einem Saal mit einem Fassungsvermögen von 2200 Fans auftraten. Die Balkone waren geschlossen, aber wer möchte bei Combichrist auch schon von oben herabsehen anstatt unten mitzufeiern?

Los ging es mit XMH aus Zeeland, die das Minifestival eröffnen durften. Zu diesem frühen Zeitpunkt waren gerade einmal 40 Gäste anwesend, aber der Saal füllte sich während der Show etwas. Nach einigen Nummern konnte Frontmann Benjamin seine Energie auf die Zuschauer übertragen. Unterstützung erhielten er und seine Band von Videopräsentationen, die auf zwei Bildschirmen am Rande der Bühne abliefen und ein Bildermosaik aus verstörenden Waterboardingszenen, vom Papst bis hin zur Mittelalterlichen Augabe von Doom (V1) zeigten. Keyboarder Pieter ging voll mit und spielte seine Keys derweil enorm energiegeladen. Außer dem neuen Track “Testify” stammten alle gespielten Songs vom aktuellen Album “State Of Mind”, das 2010 erschien. Derzeit besteht XMH aus Isa Garcia ( Gesang und Keyboard), Benjamin Samson (Gesang und Programmierung) und Pieter Sperling (Keyboards und Programmierung) und man arbeitet an einem neuen Album das 2012 erscheinen soll.

Setlist XMH:
• 10 miles away
• Abuse
• State of mind
• Testify (bisher namenlos, aber in einem Interview als Testify bestätigt)
• Dictate
• Wasted

Weiter ging es mit Implant, die mit einem E-Drum-Set und einem Kurzweil2000 auf die Bühne kamen und dort von mittlerweile gut 100 Zuschauern erwartet wurden. Implant haben in der Vergangenheit bereits mit Jean-Luc De Meyer (Front 242) und Anne Clark zusammengearbeitet. Die live gespielten Drums gaben den Stücken deutlich mehr Atmosphäre und so begann das Publikum zusehens zu tanzen, was auch der fein zusammengestellten Setlist aus Songs der verschiedensten Schaffensphasen von Implant zu verdanken war.

Setlist Implant:
• F5
• Drugs vs. Violence (Self Self-inflicted)
• Nothing left to kill (Violence EP)
• Flash (Unidentified Flying Frequencies)
• Violence remix (Implantology)
• Tune up your Chips and circuits (Self self-inflicted Bonus CD)

Dritte im heutigen Bunde waren die Niederländer Grendel, die als besonderes Instrument die Kitara einführten, ein experimentelles neues Instrument, das vom Aussehen her einer E-Gitarre ähnelt, aber ein Interface enthält um schnell und einfach digitale Audioklänge zu erzeugen. Los ging es mit “Harsh Generation” und schon waren Band und Zuschauer mittendrin in der Partyzone. Leider vermissten wir den Song “Zombie Nation”, jenes weltweit bekannte Cover des Kernkraft 400 Hits, das selbst diejenigen kennen, die den Namen Grendel nie zuvor gehört haben. Aber nach “Hate This”, “One.Eight.Zero” und “Chemicals + Circuitry” können wir auch so von einer guten Show sprechen und so erreichten sie auch zum ersten Mal an diesem Abend eine große Zahl Fans und konnten diese zum Tanzen annimieren. Grendel wissen wie man das Publikum unterhält und viele der Zuschauer schienen vornehmlich (auch) wegen Grendel hier zu sein, denn viele kannten die Songs in- und auswendig und einige verließen im Anschluss sogar den Raum; sie wussten wohl nicht, was sie verpassen würden.

Denn nun war es Zeit für den Headliner des Abends: Combichrist! Die Band wartete heute mit einem anderen Dummer auf, denn Tim van Horn (Aesthetic Perfection) ersetzt zur Zeit Trevor, der wegen persönlicher Feiertagsverpflichtungen nicht an den aktuellen Tourdates teilnimmt. Somit “arbeitet” Tim also für 6 Shows zusammen mit Joe Letz und dass das wunderbar Hand in Hand geht, merkte man gleich zu Beginn. Beide Drummer lieferten, ebenso wie die andere Lineup-Addition des Jahres Abbey Nex (Filip Abbey), der bereits im Sommer zur Band gestoßen war, eine tolle Show ab. Frontmann Andy LaPlegua selbst hat gerade im letzten Jahr noch einmal sichtlich an Selbstvertrauen gewonnen und ist nun endgültig absoluter Herr im Ring, was der Show richtig gut tat. Der einzigartige Stilmix seiner Musik sorgte im Publikum für viel Spaß und die unterschiedlichsten Tanzstile von Gothic-/Technotänzeleien bis hin zum Metal-Headbanging.

Die Bühnenshow war wieder einmal sehr gut, die Tatsache dass Combichrist keine Videanimationen verwenden ist nicht störend, sondern Selbige würden vermutlich nur vom Gebotenen ablenken. Stattdessen flogen Heliumballons in Form von Einhörnern auf die Bühne und Andy biss ein Loch in einen der Ballons und atmete das Helium wie ein moderner Vampir ein. Das hatte natürlich wie erwartet deutliche Auswirkungen auf seine Stimme (wow!). Ohne Helium war Andy übrigens trotz des stressigen Tourplans bestens bei Stimme und hatte viel Spaß auf der Bühne hier in Tilburg. Und dank der den treibenden Bass unterstützenden Livegitarre von Abby entstand ein noch dichterer und mitreißenderer Sound, der den Gig zu einem echten Erlebnis werden ließ.

Setlist Combichrist:
• Shut up and swallow
• Today I woke to the rain of blood
• Follow the trail of blood
• Just like me
• Throat full of glass
• Get your body beat
• Slave to the machine
• Fuckmachine
• Blut royale
• Without emotions
• They
• Fuck that shit (z)
• Never surrender (z)
• What the fuck is wrong? (zz)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos.

Combichrist:

Grendel:

Implant:

XMH:

Autor: Stefan Bertram
Fotos: Roger op den Camp

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