Lesedauer: 3 Minuten
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Aber bei einer neuen Tour sind wir noch nicht, sondern beim mittlerweile 14. Album „hanDover“, das natürlich wieder in Kollaboration mit Ken "Hiwatt" Marshall und Mark Walk entstanden ist und Ende Oktober das Licht der Welt erblicken wird. So etwas wie Helligkeit ist aber natürlich erst einmal kein typisches Stilmittel bei Skinny Puppy und so beginnt auch „hanDover“ mit düsteren Molltönen, triezenden Drumbeats und der unnachahmlich-verzerrten Stimme von Ogre. „Ovirt“ ist ein geeigneter Willkommenssong, der die aktuelle Stilrichtung treffend vorgibt, dem Hörer aber auch gleich das Gefühl gibt, endlich mal wieder im kanadischen „House Of Beautiful Horror“ vorbeizuschauen. Wie bereits angedeutet fällt es mir auch auf „hanDover“ schwer, einzelne Tracks hervorzuheben, da Skinny Puppy Songs nicht nach Schema F funktionieren. Trotzdem weiß sich vor allem der zweite Track „Cullorblind“ aus der Masse abzusetzen und den Hörer mit seinem einnehmenden Aufbau immer tiefer ins schwarze Wurmloch zu ziehen. Skinny Puppy kreieren auch auf ihrem 14. Album erneut einen düsteren Morast, der sich mit der durch Verfehlungen von Politik, Wirtschaft und System entstandenen Ohnmacht vieler Menschen auseinander setzt. Es ist kein positives Zeugnis, das die Kanadier der Bevölkerung hier ausstellen, das hört man an allen Ecken und Kanten. Eher ruhige Songs wie auch „AshAs“ klingen melancholisch, verzweifelt und geradezu hilflos und sind trotzdem (oder gerade darum) aufsehenerregende Songs in einer Szene, die ansonsten immer mehr der billigen Effekthascherei verfällt. cEvin Key selbst ist natürlich auch ein Meister der Effekte, stellt diese aber stets in den Dienst des Songs und lässt sie nur selten wie bei „Point“ die Führung übernehmen. Gesanglich interessant wird es bei „Brownstone“, wo man Niveks Stimme fast originalgetreu und nur wenig verfremdet zu hören bekommt, wodurch der Song eine geradezu wahnsinnige Stimmung erfährt. Und auch der Gesang bei „Vyrisus“ fällt etwas aus dem üblichen Rahmen und erinnert in einzelnen Passagen an den Hip Hop orientierten Gesang von Stromkerns Ned Kirby. Der Abschluss des Albums wird bei „NoiseX“ mit Breakbeats eingeläutet, die wohl klanglich den schnellen Verfall von Werten und dem damit einhergehenden Tempo hin zum Untergang symbolisieren, bis wild zirpende Elektronik erklingt und das System endgültig den Geist aufgibt.
Auch auf „hanDover“ stellen Skinny Puppy wieder ihre Ausnahmestellung in der Szene unter Beweis. Sie bleiben sich selbst treu ohne sich zu kopieren und erschaffen fernab aktueller Trends eine Atmosphäre, wie sie kaum eine andere Band kreieren könnte. Alle Songs ordnen sich dem Gesamtkonzept unter, das wieder einmal für Aufsehen sorgt und „hanDover“ zu einem starken Album macht.
Tracklist:
01. Ovirt
02. Cullorblind
03. Wavy
04. AshAs
05. Gambatte
06. Icktums
07. Point
08. Brownstone
09. Vyrisus
10. Village
11. NoiseX
Autor: Michael Gamon
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