:Wumpscut: – Schrekk & Grauss

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

6 Bewertung

6

:Wumpscut: – Schrekk & Grauss:Wumpscut: - Schrekk & Grauss

:Wumpscut: - Schrekk & Grauss

Und täglich grüßt das Murmeltier – oder viel mehr: und jährlich grüßt der Ratzinger! Denn auch in diesem Jahr gibt es pünktlich zur Osterzeit eine neue Scheibe von :wumpscut:, einem Szeneprojekt, das schon seit nunmehr 20 Jahren für treibende, typische Endzeit- Musikart steht.

„Schrekk & Grauß“ präsentiert sich optisch schwarz-humoristisch mit zwei fürchterlich aussehenden Gestalten, die sich vor einem farblich unspektakulären Hintergrund befinden. Ein erster Blick auf die Trackliste lässt nicht allzu viel Hoffnung aufkeimen, dass sich die aktuelle Scheibe deutlich von seinen Vorgängern der letzten Jahre abheben kann – eher im Gegenteil. Und das erste Durchhören bestätigt die Zweifel an einem großen qualitativen Sprung, der Töne hervorbringt, wie sie in den jüngeren Schaffensjahren Rudy Ratzingers zu vernehmen waren.

Inhaltlich werden verschiedene Schrecklichkeiten und Grausamkeiten thematisiert, verachtungswürdige Persönlichkeiten umrissen und sich auf dem großen Gebiet der Themen Kriegsverbrechen, Holocaust und Schuld in jeglicher Hinsicht ausgelassen. Musikalisch gesehen muss sich der Opener „Rudolf Wolzec“ zwar nicht im Keller verstecken, wird doch treibend und recht :wumpscut:- typisch losgelegt, und auch der Titelsong „Schrekk Und Grauß“ liefert ein nettes Dark-Elektro- Stück, jedoch sind diese Stücke einfach nichts Besonderes und im Vergleich dazu, was wir schon alles von Ratzinger auf die Ohren bekommen haben, doch eher enttäuschend. „Muselmann“ ist ein tolles Lied zum Nebenbei- Hören, plätschern die Klänge, die gut arrangiert sind, doch so dahin. Mit etwas mehr Wumms von der Komposition her hätte dieser Song allerdings ein Kracher werden können.

Bei den verschiedenen Stücken wurde insgesamt nicht viel gewagt, stattdessen wirkt es als sei die Handbremse etwas stark angezogen worden – schade. Bis auf den Song „Kikeriki“, der mit nervtötenden Samples einhergeht, tut das Ganze auch nicht weh, aber darum soll es doch bitte bei Musik nicht gehen. „Alles Aus“ liefert mit seinem dahinfließenden düsteren Elektro noch mal einen der angenehmeren Tracks dieses Albums, aber kann das Ruder auf den letzten Metern auch nicht mehr rumreißen.

Ich bin mäßig enttäuscht von der aktuellen :wumpscut: Scheibe, denn ich hatte auch nicht allzu viel erwartet. Dennoch würde ich mir wünschen, dass Herr Ratzinger sich das nächste Mal lieber ein Jährchen länger Zeit nimmt, damit das, was man :wumpscut: nennt, nicht irgendwo im Nirgendwo der Szenemusik untergeht.

Um die Fansammlung aufzustocken, ist „Schrekk & Grauß“ sicherlich hinreichend, aber einem Neuling, der :wumpscut: kennenlernen möchte, würde ich gerne Machwerke aus früheren Jahren empfehlen.

Auf ein Neues! Nach einem :wumpscut:- Album ist vor einem :wumpscut:- Album. 😉

Tracklist:
01. Rudolf Wolzek
02. Schrekk & Grauss
03. Muselmann
04. Elende Buben
05. Patient A.
06. Jiddisch Is A Zwillin
07. Wumpelstilz
08. Kikeriki
09. Zombibikini
10. Alles Aus

Autorin: Tanja Pannwitz


Dieses Album bei Amazon bestellen: :Wumpscut: – Schrekk & Grauss

:Wumpscut: - Schrekk & Grauss

More from Sparklingphotos.de

TORUL & EGOAMP – Oberhausen, Kulttempel (11.10.2015)

EGOamp wurde von Asmodi Caligari und Cesare Insomnia gegründet. Das Projekt wird...
Read More