Schandmaul – TraumtĂ€nzer

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Schandmaul – TraumtĂ€nzer



Nach eineinhalb Jahren BĂŒhnenauszeit, in der sich die Damen und Herren von Schandmaul nun gesondert ihren kreativen Energien widmeten, meldet sich die Mittelalter- Rockband nun mit ihrer aktuellen Scheibe „TraumtĂ€nzer“ zurĂŒck.

Als ich den Silberling, der ansprechend in einem Softcover inklusive Song- Booklet daherkommt, in den HĂ€nden hielt, war ich wirklich mehr als gespannt, was mich musikalisch erwarten wĂŒrde; immerhin mag man kaum glauben, dass es noch eine Steigerung zu den vergangenen Alben der mittelalterlichen Brigade um Frontmann Thomas Lindner geben mag.

Der erste Song knistert und raschelt und hört sich an wie altes Vinyl, was einen erst einmal ein paar Jahre in die Vergangenheit reisen lĂ€sst. Als dann die freudigen, rockenden mittelalterlichen Töne einsetzen, fĂŒhlt man sich sowohl noch weiter in vergangene Jahrhunderte zurĂŒckversetzt, aber im gleichen Moment auch voll und ganz im Hier und Jetzt. Das TitelstĂŒck „TraumtĂ€nzer“ ist an Geschwindigkeit kaum zu ĂŒberbieten: in einem wahren Tempokrieg fliegen KlĂ€nge verschiedener Instrumente gekonnt durch die Gegend, halten zwischendurch mal inne und vereinigen sich zu einem unwahrscheinlich erfrischenden Auftakt. Freudig gestimmt und vom Traumtanz gepackt gehen wir beim „Alchemist“ den „Weg ins Licht“ und lassen uns von Lindners angenehmen Stimme weiter tragen. Der kontrastreiche Song bietet all das, was man von Schandmaul kennt und erwartet.

Meine Erwartungshaltung an das musikalisch begabte Sextett wird mit jedem einzelnen Song erfĂŒllt. Es werden Geschichten erzĂ€hlt, die den Hörer nur so mitreißen und die wohl jedem in irgendeiner Form bekannt sind, denn sie behandeln summa summarum immer die Themen Sehnsucht und Liebe, sei es nun zu einem Menschen oder zum Leben an sich. Einen absoluten Kracher stellt „Schwur“ dar; fĂŒr mich der Höhenpunkt auf dieser tollen Scheibe. Kontraste von hellen KlĂ€ngen und dumpferen, dunklen Gitarrenriffen gepaart mit Lindners mal rauen und tiefen, mal absolut fordernden Stimme ergeben ein absolutes MeisterstĂŒck. „Ich hab‘ es dir geschworen, dieser Zauber drĂ€ngt mich weiter“. Nicht nur den Singenden, auch der Hörende wird weiter gedrĂ€ngt von diesem Zauber, der einem da in die Ohren dringt. Mit „Der Anker“ liefern Schandmaul ein etwas ruhigeres, helleres StĂŒck ab, das als zentralen Punkt wieder das Thema Liebe und den sich daraus ergebenden positiven Konsequenzen behandelt. Teils wird man etwas an Schlager erinnert – schön ist es aber trotzdem. Mit „Geas Traum“, das Schandmaul frei nach Hohlbeins Roman „Infinity – Der Turm“ entwarfen, sind wir dann wieder fernab vom Schlager zurĂŒck beim typischen Schandmaul Mittelalter- Rock, der einen immer wieder aufs Neue packt. Meinen zweiten 100 Punkte Kandidaten stellt „Halt mich“ dar, ein wieder etwas ruhigeres StĂŒck mit einem wertvollen Text, der mit Ă€sthetischen Endreimen daherkommt und Körper und Seele einfach nur gut tut. Mit „Mein Lied“ wird das 14-stĂŒckige Album dann ruhig und vertrĂ€umt beendet. Bei den letzten KlĂ€ngen ist man wirklich ein bisschen traurig, dass die Mission des TraumtĂ€nzers schon wieder vorbei ist.

Alles in Allem liefern Schandmaul mit „TraumtĂ€nzer“ ein höchst gelungenes Album ab. Es wurde nicht allzu sehr aus dem bekannten Muster geflohen, aber trotz des unverwechselbaren Schandmaul Charakters der Songs wird es nicht langweilig und man hat auch nicht den Eindruck, einzelne Lieder schon auf vergangenen Alben gehört zu haben. Das ist sicher das, was einen erfolgreichen KĂŒnstler letztendlich ausmacht.

PrÀdikat: Absolut empfehlenswert!

Tracklist:
01. TraumtÀnzer
02. Der Alchemist
03. Auf Hoher See
04. Hexeneinmaleins
05. Bis Zum Morgengrauen
06. Die Rosen
07. Schwur
08. Pakt
09. Der Anker
10. Geas Traum
11. Assassine
12. Halt Mich
13. Des Dichters Segen
14. Mein Lied

Autorin: Tanja Pannwitz

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