Spectra Paris – Christmas Ghouls

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Das Weihnachtsfest steht vor der TĂŒr und in diesem Jahr schillert sogar die Landschaft im Flachland schon passender Weise winterlich weiß. Was bietet sich also mehr an, als sich adĂ€quate Musik ins Haus zu holen und sich von besinnlichen KlĂ€ngen verzaubern zu lassen? Auch Spectra Paris, das All-Girl-Projekt um Kirlian Camera Frontfrau Elena Alice Fossi schickt sich nun mit dem nur ein halbes Jahr nach „License To Kill“ erscheinenden, neuesten Longplayer „Christmas Ghouls“ an, die Weihnachtsstimmung musikalisch in unsere Wohnungen zu tragen.

Und verlockend ist es ja schon, wenn sich Elena auf dem schön gestalteten Cover und in bester Emilie Autumn Manier mit Puppen und Co. drapiert und sich an eine aus Federn gefertigte, ĂŒbergroße Schneekugel kuschelt. Und auch die auf „Christmas Ghouls“ prĂ€sentierten Songs sind durchaus geeignet eine heimelige AtmosphĂ€re zu schaffen. Zur Tracklist gehören dabei neben diversen Eigenkompositionen wie dem in italienischer und englischer Sprache vorliegenden „Movie Ghouls“ auch eine Coverversion (Bob Frank & John Murry – World Without End) und zwei Neuinterpretationen von Franz Xaver Gruber’s „Stille Nacht“, wohl einem der Weihnachtsklassiker ĂŒberhaupt. Die englische Version „Silent Night“ eröffnet dabei das „Spectra Paris Weihnachtsparadies“, wohingegen das deutschsprachige „Stille Nacht“ spĂ€ter den Schlusspunkt setzt. Dazwischen geht es Ă€ußerst zahm zu und das bringt mich auch schon zu meinem Kritikpunkt an „Christmas Ghouls“: Man vermisst etwas das Besondere, etwas Spectra Paris Typisches. Songs wie das von der geschaffenen AtmosphĂ€re her an den Twin Peaks Theme erinnernde „Time Behind The Clock“ sind nett, aber haben leider gar nichts mit dem sonstigen Schaffenswerk der Band gemeinsam. Stattdessen prĂ€sentieren Spectra Paris ein akustisch geprĂ€gtes Album voller Besinnlichkeit und Kaminfeuerromantik, ĂŒber dessen Songs die ĂŒber jeden Zweifel erhabene Stimme von Elena Alice Fossi schwebt.

Eigentlich also eine schöne Sache fĂŒr die kuscheligen Tage, trotzdem aber etwas enttĂ€uschend, dass es unter dem Label „Spectra Paris“ erscheint; möglich, dass es hierfĂŒr werbungstechnische GrĂŒnde gab. Mir persönlich wĂ€re es jedenfalls lieber gewesen, man hĂ€tte das Ganze dem differenzierten musikalischen Rahmen entsprechend auch separat unter neuem Namen veröffentlicht. Schade zudem, dass das Album gerade einmal eine Spielzeit von einer guten halben Stunde vorweisen kann. Hat man es also einmal geschafft, in die AtmosphĂ€re einzutauchen, ist das Erlebnis auch schon wieder vorbei.

Anspieltipps sind dann auch eher die eingĂ€ngigeren Songs wie die beiden Versionen von „Movie Ghouls“, das „Joaquin Murietta“ Cover oder die Interpretationen des allgegenwĂ€rtigen Stille Nacht Themas. Alle anderen muss man in Ruhe auf sich wirken lassen und funktionieren nur bedingt als eigenstĂ€ndige Songs.

Tracklist:
01. Silent Night
02. Movie Ghouls (Italian version)
03. Joaquin Murietta
04. Time Behind The Clock
05. Snoqualmie Is Sleeping
06. Snowy Cross Tale
07. King Snow’s Garden
08. Spectrelfen
09. Movie Ghouls (album version)
10. Stille Nacht

Autor: Michael Gamon

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