Blutengel – Schwarzes Eis

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Blutengel – Schwarzes Eis


Die Berliner Band hat es wieder einmal geschafft, das dreizehnte Album ist in allen Formen der heutigen Zeit erhältlich. Seit nunmehr 10 Jahren kursiert Chris Pohl + Anhang in den Kreisen der schwarzen Szene und wird von manchen belächelt und manchen vergöttert. Mit diesem Album ?Schwarzes Eis? ist ihnen, man muss es objektiv betrachten und neidlos anerkennen, etwas gelungen, was sie schon seit der ?Seelenschmerz? nicht mehr vollbracht haben ? ein musikalisches Wunder, was zweifelsohne auch zur Schwarzen-Sommer-CD gekürt werden könnte, sofern man sich eine ehrliche Meinung zutraut ? denn Blutengel polarisiert.

?Behind the Mirror? ist ein guter Einstiegs-Song, denn er weist dem Hörer direkt den Weg in eine düstere aber poppige, neue Richtung. Auf die Texte brauch nicht groß eingegangen zu werden, denn die sind so einfach wie möglich gehalten, vielmehr geht es um alltagstaugliche Szene-Musik, die man getrost seinen Nicht-schwarzen Freunden und Familienmitgliedern vorspielen kann um sie ggfs heranzuführen. Mit ?Behind the Mirror? bekommt man ein poppiges Melancholie-Stück geboten, was durch die dunkle und tiefe Stimme des Sängers über schwarzer Magie verfügt.

?Dancing in the light? ist neben ?The Dream? eine der besten Nummern auf dem Album. Es ist tatsächlich neu. Sein angehauchter düsterer Sprechgesang kombiniert mit futurepoppigen Einflüssen ala Assemblage 23 oder Frozen Plasma verleiht dem Song einen gewissen Charme, welchem man sich leider nicht entziehen kann. Im Hintergrund sind die Sounds in die komplette Struktur verflochten, die verzerrte Stimme in der Mitte und die leicht schrägen Töne am Ende prämieren die gute Leistung durch eine volle Tanzfläche, die zweifelsfrei aus allen Nähten zu platzen droht, wenn man den Song nur spät genug in den Clubs spielt.

?The Dream? ist abermals im future-poppigen Gewand zu vernehmen. Der nette weibliche, leicht dünne oder gebrechliche Gesang, was allerdings beim vielversprechend melodiösen Refrain nicht negativ ins Gewicht fällt, verfestigt sich schon nach dem ersten Hördurchgang und bringt auch einen Nicht-Blutengel-Fan zum Begeistern, was wie anfangs schon erwähnt, nur schwer zuzugeben ist. Die einfache Struktur in Dynamik und Rhythmus ist Blutengel wieder zweifelsohne auf die Fahne zu schreiben und selbst in der dunklen Nacht mit verbundenen Augen zu erkennen.

?Schneekönigin?, ?Dreh dich nicht um? und ?Kind der Nacht? sind genauso eingängig wie die Songs zuvor auf dem Album, leicht kopiert von anderen Alben, aber dennoch spielerisch und kreativ umgesetzt. Die Mischung aus Chris? Stimme und weiblichem Gesang stimmt im Verhältnis, so dass es weder an weiblichen noch an männlichen Fans mangeln sollte.

Es ist durchaus ein Album was gefallen könnte, sofern es nicht von Blutengel wäre und das ist eigentlich eine Aussage, die sicher viele teilen, aber die auch verdeutlicht, wie klischeebehaftet Blutengel, aber auch unsere Szene ist. Nichts desto trotz kann jeder (außer harte Electros) die Platte eines Blickes/Ohres würdigen, denn soviel Neugier und Anerkennung kann man von uns toleranten Gruftlingen schon erwarten.

Tracklist:
01. Behind The Mirror
02. Kind der Nacht
03. City Lights
04. My Nightmare
05. Pure Life
06. The Only One
07. Dancing In The Light
08. Schneekönigin
09. My Darkest Night
10. The Dream
11. Dreh Dich nicht um
12. Broken Girl
13. Secret Places
14. Schatten
15. Nightfall

Autorin : Steffi S.

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