PROJECT PITCHFORK / DEVIANT UK – Duisburg, Pulp (26.03.2009)

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Project Pitchfork aus Hamburg gehören ganz sicher zu den Vorreitern der deutschen Electro-Wave-Szene und es ist ihnen seit ihrer Gründung vor zwanzig Jahren gelungen, diesen Status weiter zu festigen. Alben wie "IO" oder "Dhyani" sind absolute Klassiker und auch wenn die letzten Alben der Band mich nicht mehr ganz so überzeugen konnten, hatten sie auch bei mir immer einen hohen Stellenwert. In diesem Jahr veröffentlichte die Band mit "Dream, Tiresias!" wieder ein Album und dieses konnte auch mich wieder voll überzeugen. Somit stand für uns von Beginn an fest, dass wir auch der entsprechenden Tour beiwohnen würden, was wir am 26.03.09 im Duisburger Pulp dann auch machten.

Eröffnet wurde der Abend pünktlich um halb acht von den Briten Deviant UK. Im Studio ein Ein-Mann-Projekt, treten Deviant UK live zu dritt auf. Das Trio hat sich einem ähnlichen Klanggebiet wie Project Pitchfork verschrieben, auch hier werden träge stampfende Beats mit Keyboardklängen angereichert, allerdings wirkte das Ganze live doch eher bedingt attraktiv. Sänger Jay bemühte sich zwar redlich, besitzt allerdings nicht das nötige Charisma und auch die Songs waren durchweg eher mittelprächtiger Natur. Zwar durchaus nett anzuhören, aber selten richtig überzeugend. Dazu kam, dass Jay bisweilen auch Probleme hatte die Töne korrekt zu treffen. Da passte es ins Bild, dass zwischenzeitlich auch das Drumkit Probleme bereitete und die Songs durch unmelodiöse Beatgefüge unterbrochen wurden, was sicher so nicht geplant war. Der Auftritt dauerte 45 Minuten und dann konnte man endlich dem Gig der Headliner Project Pitchfork entgegenfiebern.

Und diese lieferten eine absolut begeisternde Setlist mit vielen Klassikern, aber natürlich auch den Hits des aktuellen Albums "Dream, Tiresias" ab. Los ging es wie beim aktuellen Album mit "If I Could", einem der Highlights des Longplayers und auch live ein Garant für Klasse. Etwas später, bei ‚Nasty Habit‘ kam Peter in Richtung Bühnenrand auf mich zugelaufen und wir schrieen gemeinsam das ‚No‘ des Refrains, was dem Sänger ein Lächeln ins Gesicht trieb – sehr sympathisch. Verglichen mit früheren Shows der Band gab es dieses Mal überraschend viele Ansagen, was Peter damit begründete, dass sie öfter gefragt werden, warum sie auf der Bühne nicht mehr reden. Man lasse normal lieber die Songs für sich sprechen heißt es, denn diese enthalten alle Kernaussagen, sind sie bei ihnen doch keine Worthülsen die sich der Melodie ergeben, sondern ein dominantes Stilmittel im Project Pitchfork Universum. In Duisburg gab Peter trotzdem zwischen den Songs einige sozialpolitische Statements ab … weiter so. Im Gegensatz zu Jay von Deviant UK besitzt Peter alles, was einen guten Frontman ausmacht: eine gute Stimme mit Wiedererkennungswert und eine unglaubliche Ausstrahlung auf der Bühne. Bei "Alpha Omega" verlassen die vier sonst eher im Vordergrund stehenden Musiker Peter Spilles, Dirk Scheuber, Jürgen Jansen und Carsten Klatte die Bühne, um Drummer Achim Färber das Feld kurzfristig allein zu überlassen. Dieser nutzte seine Chance zu einem energiegeladenen Solo, bevor es mit kompletter Band weiter ging.

Neben der Musik und der Live Performance der Musiker sei an dieser Stelle auch noch die Lichtshow hervorzuheben, welche die Songs großartig unterstützte. Die so erzeugten Stimmungen passten perfekt und ließen zum Teil sogar die jeweilige Epoche des vorgetragenen Songs erkennen, wenn beispielsweise bei den aktuellen Songs feine Laserteppiche gewebt wurden, während bei älteren Songs eine eher simple, aber nicht minder stimmungsvolle Atmosphäre geboten wurde. Zu den musikalischen Highlights der Show gehörten natürlich die Klassiker "Conjure" und das während der Zugaben präsentierte "Souls", wohl die anerkannte Hymne der Band. Aber auch sonst gab es keinerlei Durchhänger und Qualität zog sich wie ein roter (oder ist es hier vielleicht ein schwarzer?) Faden durch den gesamten Auftritt. Die Show endete mit dem Song "Rescue Me", bei dem Peter einige Fans zu sich auf die Bühne bat und die Band gemeinsam mit ihnen feierte.

Ein absolut großartiges Konzert, dass die Vorfreude auf die Sommerfestivals noch weiter steigerte, denn dort werden Project Pitchfork unter anderem beim Blackfield Festival in Gelsenkirchen und beim Zita Rock in Berlin auftreten.

Setlist:
01. Intro
02. If I Could
03. God Wrote
04. Requiem
05. Carnival
06. Nasty Habit
07. Revolution Now
08. Human Crossing
09. Conjure
10. Carrion
11. Mine
12. Feel!
13. Alpha Omega
14. Drone State
15. K.N.K.A
16. En Garde
17. Lam-?bras
18. Existence
19. Darkness (Z)
20. Souls (Z)
21. Timekiller (Z)
22. Rescue Me (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (für Bildkommentare muss man aus Spamverhinderungsgründen leider angemeldet sein) oder direkt hier durch Anklicken auf das jeweilige Bandfoto:

Project Pitchfork:


Deviant UK:

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