MESH – The Truth Doesn’t Matter

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Lesedauer: 2 Minuten
Unsere Wertung
9,5 / 10

Es gibt zwei Männer mit Mützen, die ich sehr verehre. Der eine ist Torsten Sträter, seines Zeichens Kabarettist und Comedian, vor allem aber ein wunderbarer Erzähler schrulliger Alltagsgeschichten und Sprachakrobat von höchstem Format, der mit seinen Auftritten selbst den abgewichstesten Kollegen noch Lachtränen in die Augen treibt. Der andere ist Mark Hockings, Sänger von Mesh, der mit seinem dringlichen Organ mein Emotionskarussell ohne Verzögerung auf volle Tourenbringt und bei dem ich auch die eine oder andere Träne im Knopfloch führe, wenn Songs wie „CanYou Mend Hearts“ oder „You Didn’t Want Me“ aus den Boxen ertönen.

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Ja, Mesh haben der elektronischen Klangerzeugung das Sentiment verschwenderisch hinzugefügt, und auch das neueste Werk „The Truth Doesn’t Matter“ ist von einigen großen Herzschmerzmomenten (allen voran „ILost A Friend Today“) durchzogen. Doch während die früheren Werke sich stets mit der Innenschaudes lyrischen Ichs beschäftigten und allein die Gefühlswelt ohne äußere Fremdeinwirkung zählte, scheint sich nun die Realität Bahn in die neuen Mesh-Kompositionen zu brechen. Schon der Titelverrät’s: Wir leben in postfaktischen Zeiten, in denen die Wahrheit als Konstrukt nicht mehrverlässlich funktioniert.


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Mark und sein Kollege Richard Silverthorn dürfte die Zeit seit ihrem letzten Album „Looking Skyward“ (2016) sicherlich mit Sorgen betrachtet haben. Brexit, Covid, KI, Kriege, Radikalisierung der Gesellschaft… Die Welt dreht offiziell am Rad. Doch Mesh ist nicht zu einer politischen Band geworden, obgleich Stücke wie „A Storm Is Coming“, das mitungewöhnlich kantigen Sequenzen arbeitet, wie eine flammende Rede zur Lage der Nation anmutet. Die Jungs aus Bristol bringen ihre Erfahrungen der letzten Jahre mit in die Songs, brechen aber das Thema auf, sodass er politisch entkernt wird und auf individuelle Erlebnisse umgemünzt werden kann.

Über die insgesamt 16 Songs (wohl eine Wiedergutmachung an die Fans, die so lange auf neues Material warten mussten) konnte das Zweiergespann ihre musikalischen Trademarks perfekt verteilen. Wenn es nicht die bereits oben erwähnten ruhigen Stücke sind, finden Mark und Richardschnell den Weg zur Tanzfläche. Und das ist die Wahrheit: „Exile“ wird garantiert als veritabler Clubsong auf schwerer Rotation in den hiesigen Tanztempeln laufen. Aber auch „I Bleed ThroughYou“ hat das Potenzial, groß in die Diskothekenlandschaft einzuschlagen. Am Ende von „The TruthDoesn’t Matter“, wenn der Rauch verflogen und die Gemüter sich beruhigt haben, hält uns Markeigentlich eine Binsenweisheit vor, die aber selten so ernst genommen werden muss: „Be Kind“ -seid nett zueinander. Ein klassisches Mesh-Lied in seinem Arrangement, aber so naiv wie immens wichtig angesichts der momentanen Lage der Welt.

Und wieder schafft der Mann mit der Mütze es, das meine Augen feucht-warm werden. Es gibt nur eine Wahrheit: Mesh sind das Maß der Dinge in Sachen perfekt prouduzierter Synthe-Pop-Perlen. Alle anderen Behauptungen sind Fake News.

Tracklist MESH – „The Truth Doesn’t Matter“:
  1. The Truth Doesn’t Matter
  2. A Storm Is Coming
  3. I Lost a Friend Today
  4. Polygraph
  5. Trying to Save You
  6. Bury Me Again
  7. I Bleed through You
  8. Kill Us with Silence
  9. 1031030
  10. This World
  11. Exile
  12. Everything as It Should Be
  13. Hey Stranger
  14. Cipher
  15. Not Everyone Is Lonely
  16. Be Kind
Termine MESH – als Special Guest von MOTIONLESS IN WHITE:

02.04.2026 Oberhausen, Kulttempel
03.04.2026 Berlin , Huxleys
04.04.2026 Hamburg, Docks
05.04.2026 Leipzig, Felsenkeller
06.04.2026 CZ, Prag, Lucerna Music Bar
08.04.2026 München, Backstage
09.04.2026 Frankfurt, Batschkapp
10.04.2026 Köln, Carlswerk Victoria
11.04.2026 Hannover, Pavillon

Tickets sichern: The Truth Doesn’t Matter –

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Weblinks MESH:

Webseite: www.mesh.co.uk
Facebook: @meshtheband
Instagram: @mesh.co.uk
YouTube: @meshtheband


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